Bernau – Das hochsommerliche Wetter mit anhaltend hohen Temperaturen und zahlreichen Badegästen hat den Einsatzkräften der Wasserwacht Bernau innerhalb von nur drei Tagen insgesamt zehn Einsätze beschert. Das Einsatzspektrum reichte dabei von aufwendigen Vermisstensuchen über medizinische Notfälle bis hin zu technischen Hilfeleistungen auf dem See. Besonders auffällig war die hohe Zahl an Alarmierungen wegen vermisster oder vermeintlich in Not geratener Personen im Wasser.
Vermisste
im Wasser
Bereits am vergangenen Freitag wurde die Wasserwacht Bernau zu einer Personensuche der Wasserwacht Prien hinzualarmiert. Der Einsatz stand im Zusammenhang mit einer späteren Leichenbergung im Chiemsee (wir berichteten). Noch in derselben Nacht folgte die nächste Alarmierung: Zeugen hatten im Bereich des Medical Parks in Bernau mehrere verzweifelte Hilferufe vom See her wahrgenommen. Da diese bei Nacht nicht genau lokalisiert werden konnten, wurde die Suche sehr groß angelegt. Die Wasserwachten Bernau und Prien, die Feuerwehr Bernau sowie weitere Feuerwehren, die Bergwacht mit Drohne und die DLRG suchten das Gebiet systematisch ab.
Während Boote Suchmuster auf dem See fuhren, kontrollierten Einsatzkräfte mit dem neuen Bernauer Einsatzquad und einem Fußtrupp das Ufer. Trotz des erheblichen Kräfteaufgebots konnte keine hilfebedürftige Person gefunden werden, sodass der Einsatz nach intensiver Suche ergebnislos beendet wurde.
Kurz nach Mitternacht am Sonntag wurde die Wasserwacht Bernau erneut alarmiert. Ein Mitteiler hatte im Strandbad eine scheinbar im Wasser treibende Person beobachtet. Aufgrund der unklaren Lage wurde umgehend eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet.
Das Quad der Wasserwacht Bernau rückte als erstes zum Steg im Strandbad aus, um den Erstangriff vorzunehmen und den Melder ausfindig zu machen. Die Wasserretter der Wasserwacht Bernau und Prien suchten den betroffenen Bereich in einer Suchkette systematisch ab, während Taucher der DLRG den Unterwasserbereich kontrollierten. Gleichzeitig waren die Feuerwehr Bernau sowie weitere Wasserwachten und Rettungsorganisationen mit mehreren Booten im Einsatz. Trotz des erheblichen Kräfteaufgebots konnte keine Person festgestellt werden, sodass der Einsatz nach intensiver Suche beendet wurde.
Dieser Sonntag entwickelte sich schließlich zu einem außergewöhnlich einsatzreichen Tag. Bereits am frühen Morgen wurde die Wasserwacht zu einer Vermisstensuche nach Übersee alarmiert. Ein Schwimmer galt als vermisst, nachdem ihn seine Begleiterin rund zwei Stunden nach dem Gang ins Wasser nicht mehr finden konnte. Mehrere Wasserwachten rund um den Chiemsee beteiligten sich an der Suche. Noch während der Einsatz lief, konnte der Vermisste glücklicherweise wohlbehalten aufgefunden werden. Fast zeitgleich unterstützte die Wasserwacht Bernau die Wasserwacht Übersee bei der Bergung einer vor dem Rotspitz festgefahrenen Segelyacht. Aufgrund der Größe des Bootes wurde dieses zunächst leicht gekrängt – also zu Seite gelegt, bevor es gemeinsam wieder freigeschleppt werden konnte.
Neben den Suchaktionen rückten die Einsatzkräfte der Wasserwacht Bernau auch zu mehreren Hilfeleistungen aus. Ein Wingsurfer meldete eine Mutter mit drei Kindern, die auf dem See weit abgetrieben waren. Die Familie wurde aufgenommen und sicher an Land gebracht. Besonders kritisch war dabei, dass die drei kleinen Kinder nur teilweise Schwimmwesten trugen.
Auch medizinische Notfälle beschäftigten die Wasserwacht. Das Einsatzquad wurde zu einem Patienten mit einem gebrochenen Zeh am Dampfersteg alarmiert, wenig später versorgten die Einsatzkräfte einen Patienten nach einem Kreislaufkollaps. Die hohen Temperaturen und die starke Sonneneinstrahlung stellen insbesondere für Badegäste und Wassersportler eine erhebliche Belastung dar. Die Wasserwacht empfiehlt deshalb, ausreichend zu trinken, direkte Mittagssonne möglichst zu meiden, regelmäßige Pausen im Schatten einzulegen und körperliche Anstrengungen an die Witterung anzupassen. Besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten auf ausreichenden Hitzeschutz achten. Im weiteren Tagesverlauf versorgten die Einsatzkräfte noch einen Patienten mit einer Schnittverletzung, der nach der Behandlung selbstständig seinen Weg fortsetzen konnte.
Appell an die
Eigenverantwortung
Den Abschluss des einsatzreichen Tages bildete ein Einsatz auf dem Chiemsee, bei dem mehrere Personen auf einem Segelboot aufgrund einer Panikattacke beziehungsweise gesundheitlicher Beschwerden Hilfe benötigten. Die Betroffenen wurden an Land gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Gleichzeitig schleppten die Einsatzkräfte den inzwischen auf Grund gelaufenen Katamaran wieder frei.
Gerade an heißen Sommertagen mit hohem Besucheraufkommen ist die Wasserwacht nahezu durchgehend gefordert und appelliert an alle Badegäste und Wassersportler, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und auf die eigene Sicherheit sowie die ihrer Mitmenschen zu achten.