Nach Trockenheit kommt der Starkregen

von Redaktion

Doppelter Ausnahmetag für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein

Landkreis Traunstein – Während des Tages waren rund 300 Einsatzkräfte beim Waldbrand im Chiemsee-Moos in Übersee im Einsatz, ehe gegen 19 Uhr ein starkes Gewitter über weite Teile des Landkreises zog und rund 60 weitere Einsätze verursachte. Vorwiegend mussten umgestürzte Bäume beseitigt oder Wasser aus Gebäuden entfernt werden.

Extreme
Wetterwechsel

Die erste wetterbedingte Alarmierung ging gegen 19 Uhr in Marquartstein ein, den letzten Einsatz infolge des Gewitters übernahm gegen 22 Uhr die Feuerwehr Unterwössen. Rund 25 Feuerwehren aus dem Landkreis Traunstein mussten infolge des Gewitters ausrücken.

„Glücklicherweise kam bei dem Gewitter nach derzeitigen Erkenntnissen niemand ernsthaft zu Schaden und auch größere Sachschäden wurden bislang nicht gemeldet“, lautet das erste Fazit von Kreisbrandrat Christof Grundner. Weiter betont er: „Der Montag zeigt einmal mehr, wie schnell man von extremer Trockenheit in eine Situation mit Gewitter, Sturm und Starkregen kommen kann. Zahlreiche Helfer, die tagsüber bei den Löscharbeiten in Übersee eingebunden waren, mussten in den Abendstunden Keller leer pumpen oder überflutete Straßen freimachen.“

Verstopfter Gully
in Übersee

In Übersee waren im Bereich der Ringstraße Fahrbahn und Gehweg überschwemmt. Die Feuerwehr konnte den verstopften Gully schnell freimachen.

In Unterwössen mussten die Einsatzkräfte einen Gegenstand sichern. „Es hat den Werbebanner unseres eigenen Festes heruntergerissen“, informiert Kommandant Michael Klauser und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Das Plakat war leider nicht mehr zu retten, aber glücklicherweise war unser Fest ja schon am vergangenen Wochenende.“

Die Feuerwehr Erlstätt hatte es in der Dorfmitte an der Grabenstätter Straße mit einer überschwemmten Fahrbahn zu tun. Die Feuerwehr Seeon beseitigte im Ortsteil Apperting einen umgestürzten Baum von der Fahrbahn.

Bei Ising war im Bereich der Staatsstraße 2093 ein Baum auf die Fahrbahn gefallen. „Wir hatten insgesamt zwei Einsätze wegen umgestürzter Bäume“, berichtet Kommandant Leopold Siglreitmeier und ergänzt: „Bei unserem ersten Einsatz kam uns die Feuerwehr Seebruck zur Hilfe, da wir noch in die Löscharbeiten beim Waldbrand in Übersee eingebunden waren.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Das war dann schon eine etwas längere Anfahrt nach unserem zwölfstündigen Löscheinsatz.“

Auto bleibt im
Wasser stecken

In Haslach mussten die Einsatzkräfte zur Bahnunterführung an der Axdorfer Straße ausrücken. „Diese war mit Wasser vollgelaufen und ein Auto ist darin stecken geblieben“, informiert der stellvertretende Kommandant Stefan Breitling. Der Fahrzeuglenker kam mit dem Schrecken davon. Die Einsatzkräfte sorgten für den Wasserabfluss und reinigten die Einläufe. Außerdem wurde die Feuerwehr im Bereich der Mühlgasse tätig, weil dort ein Gullydeckel herausgespült worden war.

Bereits in den Nachmittagsstunden wurde die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen auf die Staatsstraße 2105 in Richtung Siegsdorf alarmiert. Zwei Beteiligte wurden leicht verletzt und von den Feuerwehrkräften erstversorgt. Anschließend brachte sie der Rettungsdienst zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Während der Unfallaufnahme musste die Staatsstraße halbseitig gesperrt werden. Die Feuerwehr Haslach war mit 15 Einsatzkräften rund zwei Stunden im Einsatz.

Verstopfte
Dachrinne

Die Feuerwehr Traunstein verzeichnete fünf Einsätze. In einem Haus am Karl-Theodor-Platz trat Wasser aus der Decke aus. „Als Ursache konnten wir eine verstopfte Dachrinne ausmachen“, so Kommandant Christian Schulz. An der Wasserburger Straße blockierte ein Baum einen Weg. Zudem standen zwei Straßen in der Kernstadt unter Wasser, und die Einsatzkräfte waren bei einer Wohnungsöffnung gefordert.

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