Prien – Zum 25. Jubiläum hat die Hitze das „Blaue Band des Chiemsee Yacht Clubs“ gestoppt: Die traditionsreiche Regatta musste am Wochenende nach rund drei Stunden abgebrochen werden – wegen extremer Temperaturen und ausbleibenden Windes. Wie der Chiemsee Yacht Club (CYC) mitteilt, hatten sich trotz angekündigter Hitzewelle 89 Boote für die Jubiläumsausgabe gemeldet.
89 Boote
gemeldet
Nach dem traditionellen Weißwurstfrühstück im Clubcasino „Die Bootschaft“ fiel der Startschuss pünktlich um 11 Uhr. Die Mannschaften kämpften sich bei sehr schwachem und drehendem Nordostwind Meter für Meter Richtung der ersten Wegmarke bei Felden vor. Dort verdichtete sich das Feld stark, die Umrundung der Tonne wurde zum kräftezehrenden Akt. Einige Teilnehmer gaben daraufhin auf. Während eine Spitzengruppe den spärlichen Wind nutzen konnte, hatte der Großteil des Feldes die erste Tonne noch nicht umrundet. Dazu brannte die Sonne auf See und Boote, die metallenen und gummierten Sicherungsboote heizten sich stark auf und belasteten das Helferteam auf dem Wasser zusätzlich.
Gegen 14 Uhr entschied die Wettfahrtleitung, die Regatta abzubrechen. CYC-Präsident Dr. Matthias Gebauer brachte die Lage auf den Punkt: Regatten wie diese seien etwas „für starke Nerven – für diejenigen, die in der Flaute stehen, für die Helfer auf den Sicherungs- und Begleitbooten in glühender Hitze und für die versierten Segler, die vorankommen und zuletzt doch umkehren müssen.“
Ein historisches Novum war der Abbruch laut CYC-Archivar Richard Brandl nicht: Flauten hätten die Regatta bereits in den 1970er-, 1990er- und 2010er-Jahren beeinträchtigt, Sturmwarnungen in den Jahren 2002, 2013 und 2016 ebenfalls für Abbrüche oder Verzögerungen gesorgt.
Der Abend entwickelte sich dennoch zum geselligen Höhepunkt: Auf der gut gefüllten Clubterrasse wurde gegrillt, diskutiert und gefachsimpelt. Gegen 20 Uhr präsentierten Hans Eisenlohr, Richard Brandl und Mitbegründer Agathon König einen Rückblick auf die Geschichte des Blauen Bandes, in dem besonders die prägenden Wettfahrtleiter Volkmar Stecher und Hans Vogt gewürdigt wurden.
Ehrenpreise gingen spontan an Friedl Liese, Sibylle Eisenlohr und Hans Eisenlohr als treueste Teilnehmer.
Geselliger Abend
trotz Abbruch
Da es keinen sportlichen Sieger gab, lösten Sportwartin Anne-Marie Hamm und Sportmanager Nico Lutz die Preisvergabe per Losverfahren. Für Heiterkeit sorgte dabei Expräsident Wolfi Böttger, der beim Scherz über das eigene Losglück tatsächlich seinen eigenen Namen zog und den Korb großzügig weiterschenkte. Als Andenken erhielten alle Teilnehmer einen CYC-Tumbler mit zerschnittenen Stücken der blauen Siegerschärpen „Blaues Band 2026“. Gedankt wurde auch einem Autohaus als Hauptsponsor. Gegen 23 Uhr klang der Abend aus – mit der Hoffnung auf eine reguläre Austragung im Jahr 2027.