Grassau schließt eine Lücke

von Redaktion

Ein neues Mittelklassehotel mit 55 Zimmern soll künftig das touristische Angebot in Grassau bereichern. Die Pläne für das Projekt sind im Marktgemeinderat vorgestellt worden.

Grassau – Auf der grünen Wiese an der Bahnhofstraße, Ecke Mietenkamer Straße, auf einem über 5.000 Quadratmeter großen Grundstück könnte bald ein Mittelklassehotel entstehen. Dem Marktgemeinderat gefiel das Bauprojekt, das auch für den Tourismus von Wert wäre. Zum Hotelkomplex sollen zwei weitere Häuser mit Mietwohnungen, Ferienwohnungen und einem Sportgeschäft entstehen. Projektentwickler Peter Sprus stellte das Vorhaben vor.

Ganzjahrestourismus
im Fokus

Wie Bürgermeister Stefan Kattari erinnerte, wurde vor einiger Zeit eine Planung für das Grundstück mit Eigentumswohnungen vorgelegt, die jedoch nicht in Betracht kam. Nunmehr werde ein Projekt vorgestellt, das im Bauausschuss vorberaten wurde. Für den Markt Grassau hätte es eine große Bedeutung, wenn sich ein Mittelklassehotel ansiedelt, so der Rathauschef. Vor allem Radtouristen fänden kaum geeignete Aufenthaltsmöglichkeiten.

Der Grassauer Architekt und Unternehmer Peter Sprus erklärte, dass dies ein Projekt mit und für seine Familie wäre. In Mietenkam hatte er vor Jahren überlegt, ein Mittelklassehotel zu bauen. Die Idee kam von seiner Tochter, die im Hotelgewerbe in führender Position arbeitet und mit seinem Sohn das Hotel führen soll. Gedacht sei an ein Hotel für sportlich ambitionierte Menschen, die in Grassau viele Angebote neben Sportanlage, Tennisplätzen, Tennishallen, Volleyballhalle und Golfplatz vorfinden würden. Dadurch sei Grassau sowohl im Sommer wie im Winter attraktiv. Es werde ein Ganzjahrestourismus angestrebt.

Das Hotelgebäude solle als Querbau entstehen, sodass alle Gästezimmer Bergblick haben. Um rentabel zu sein, bedarf es einer entsprechenden Größe, die Wirtschaftlichkeit liege bei mindestens 50 Zimmern. Geplant sei zudem kein Vollrestaurant, wohl aber ein Bistro für die Gäste. Im Obergeschoss würde zudem ein in Grassau bereits ansässiges Fitnessstudio auf rund 500 Quadratmetern einziehen. Sprus sprach von einer Symbiose, die Hotelgäste könnten den Fitnessbereich nutzen.

Geplant werde barrierefrei, sodass Fitnessbereich, Lobby und einige Hotelzimmer für alle erreichbar sind. Auf der Dachterrasse des Zwischenbaus soll ein Poolbereich mit Whirlpool und Sonnenbereich entstehen. Im Kellergeschoss sind Fahrradboxen geplant. Im Gespräch sei er zudem mit einem Sportgeschäft, das Interesse hätte, sich in einem der zwei Einzelgebäude, die nicht zum Hotel gehören, ein Geschäft einzurichten.

Zudem sind in den beiden Gebäuden weitere Wohnungen für die Angestellten wie auch Ferienwohnungen geplant. Insgesamt sind 28 Wohnungen vorgesehen. Im Dachgeschoss des Hotels seien zudem weitere Zimmer für Hotelangestellte vorgesehen. Die Parkplätze werden zur Bundesstraße hin geplant, die Gebäude sind zurückgesetzt vorgesehen. Nur der Längskörper des Hotels entlang der Mietenkamer Straße wird weiter zur Straße vorrücken.

Silke Schwinghammer (SPD) erkundigte sich nach den Stellplätzen und ob diese für die Wohnungen wie das Hotel ausreichen, zumal nicht für jede Wohnung zwei Stellplätze ausgewiesen werden. Laut Sprus handle es sich um kleine Wohnungen. Seine Erfahrung zeige, dass nicht für jede Wohnung zwei Stellplätze benötigt werden. Die erforderliche Anzahl von Stellplätzen für das Projekt könne nachgewiesen werden. „Grassau braucht so etwas“, meinte Franz Heuberger (SPD) und fragte, ob die Zufahrt von der Bahnhofstraße aus erfolge. Dies bejahte der Planer.

Parksituation
und Erschließung

Wie die Räder in den Keller kommen, interessierte Susanne Speckbacher (SPD), und Sprus informierte, dass es für die teils schweren Räder einen Lift geben werde. Nach der geplanten Größe des Sportgeschäfts wurde gefragt, und laut Sprus sind rund 300 Quadratmeter vorgesehen. Der östliche Teil des Grundstücks, als Hotel geplant, sei als Sondergebiet auszuweisen, betonte Werner Haslinger (CSU). In einem städtebaulichen Vertrag sollte auch fixiert werden, dass dies dann auch ein Hotel bleibe.

Einhellig stimmte der Marktgemeinderat der Bauvoranfrage zu. Entsprechende Baupläne werden nun künftig im Bauausschuss vorgelegt und beraten. Im Lageplan ist die Anlage eingetragen. Das Hotel schließt damit eine Lücke in der dichten Bebauung. Bislang wurde das Grundstück landwirtschaftlich genutzt.

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