Marquartstein – Mit einer festlichen Fanfare und dem „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi, gespielt von der Bläserklasse der Burgschule, ist das Sommerkonzert der Musikschule Grassau eröffnet worden. Die Besucher in der katholischen Kirche „Zum Kostbaren Blut“ ahnten bereits, dass nach fleißigem Üben eine große Leistung gezeigt werden würde.
Ein ganz harmonisches Trio aus zwei Violinen und einer gut dazu passenden Harfe erfreute das Publikum mit einem Stück aus „Drei Nüsse für Aschenbrödel“.
„Mit jedem Takt schien der Klang größer zu werden. Die Musik brauchte weder Trompeten noch Pauken; die vier Klarinetten schufen allein eine festliche Atmosphäre. Ihr warmer, runder Klang verlieh dem Marsch (Einzugsmarsch von Karl Edelmann) etwas Feierliches und zugleich Menschliches“, moderierte Konrad Müller das Klarinettenquartett (Iwona Schmidt, Theresa Memminger, Stefanie Menter, Mia Kalina) an. Ein traditionelles schottisches Lied von Laurie Riley spielte Sophia Schulze auf der Harfe. Gedanken an einen Abend in einem schottischen Dorf inspirierten Konrad Müller zu einer kleinen Geschichte. Franziska Schmid erfreute die Besucher am Klavier mit der „Kaffeekantate“ des Kaffeeliebhabers Johann Sebastian Bach.
Zum Tanz forderten Tenorhornspieler Damian Schmidt und Samuel Noichl mit ihrem Lehrer das Publikum gedanklich mit dem Menuett von Karl Edelmann auf. Der Komponist Friedrich Burgmüller ist vielen bekannt. Ida Becker spielte gekonnt das Stück „Ballade“ am Klavier. Konrad Müller hörte darin „Mut, Spannung und lyrische Ruhe – fast wie in einem Märchen, in dem ein Held ein Abenteuer besteht und am Ende glücklich nach Hause zurückkehrt“. Theresa Memminger an der Klarinette und Stefanie Menter am Klavier erfreuten mit dem „Andante de Concours“ (J. P. Bouny). „Wie ein Gemälde in Pastellfarben – nichts ist aufdringlich und doch hat jede Farbe ihren Platz“, kommentierte Konrad Müller. Auch für das nächste Stück hatte der Moderator einen schönen Gedanken: „Ein musikalisches Geschenk bleibt“ – vielleicht ist genau das die schönste Idee hinter „Song for Ina“, den Paul Berneteith mit dem Tenorhorn und Dominika Schmidt am Klavier gekonnt spielten. Die bekannte Melodie aus dem Zeichentrickfilm „Pink Panther“ spielte Franziska Schmid.
Für die nächsten beiden Stücke von Kastalus Mayer und Peter Heckenbleickner kamen die Musikanten zusammen. Marlies und Franzi Schnaiter nahmen ihre Flügelhörner und ließen die ersten warmen Töne erklingen. Hanna Schneider setzte mit ihrer Ventilposaune einen kräftigen, herzlichen Klang dazu. Hannes Maier holte die Ziach hervor und brachte dieses besondere Ziehharmonika-Gefühl hinein, das nach Heimat und Erinnerungen klingt. Wolfgang Diem legte mit seiner Tuba das tiefe Fundament darunter – ruhig, stark und verlässlich und genau passend für die beiden Stücke „I mog di gern“ und „Für’n Voda“.
Die Komponistin Pam Wedgwood sagte einmal: „Musik ist wie Freundschaft – man muss zuhören, zusammenspielen und einander Platz geben.“ Das brachten Iwona Schmidt mit ihrer Klarinette und Stefanie Menter am Klavier sehr gut rüber. Schon mit dem Namen des Komponisten Ludovico Einaudi war klar, dass die Reise nach Italien und zu berührender Musik geht. Diese wurde bestens von Anna Unterreiner am Klavier mit dem Stück „I giorni“ rübergebracht. Mit Mut zu langsamen, zarten Tönen, die sich dann kräftig und schon virtuos aufschwangen, war es eine sehr gekonnte Darbietung.
Einen ruhigen Ausklang fand das Sommerkonzert mit einer Weise von Christoph Moschberger, „Der Irseer“, gespielt als Trompetenduett von Benjamin Kirsch und Konrad Müller.
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