„Seekuh“ im Einsatz: Vorübergehendes Badeverbot in der Alz

von Redaktion

Heiße Witterung und niedriger Wasserstand lässt Seegras wuchern – Schwimmender Rasenmäher rückt gegen Wasserpflanzen an

Truchtlaching – Die nahezu tropischen Temperaturen der vergangenen Wochen haben für viele Menschen im Chiemgau eine echte Belastung dargestellt. Wie gut, dass es in Oberbayern so viele Naturgewässer gibt. Ein Sprung in die Alz etwa ist ein sommerlicher Hochgenuss.

Wer aber dieser Tage vom Truchtlachinger Alzbad aus von der Brücke flussabwärts schwimmt, kommt mit mehr Natur in Kontakt, als so manchem lieb ist. Ein plötzliches Kitzeln an Armen, Beinen und Bauch – Wasserpflanzen. Und das en masse. Das mindert nicht nur den Schwimmgenuss, es kann sogar eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen: Der Körperkontakt zu den eigentlich ungefährlichen Wasserpflanzen löst bei einigen Schwimmern Angst oder gar Panik aus. Dem wird nun Abhilfe geschaffen.

Seeon-Seebrucks Bürgermeister Martin Bartlweber kümmert sich auch dieses Jahr um die Organisation einer frühen Mahd. Nachdem sich die Seegraswucherung dieses Jahr – wie schon im vergangenen Sommer – durch warmes Wetter, viel Sonneneinstrahlung und den ungewöhnlich niedrigen Wasserstand besonders üppig zeigt, muss gehandelt werden, bevor etwas passiert. Wie Manfred Forstner, Mitarbeiter des Bauamts in Seeon-Seebruck, bei einem Telefonat mit der Heimatzeitung erklärte, laufe alles ab wie bereits im vergangenen Sommer. Der Einsatz der „Seekuh“, des „schwimmenden Rasenmähers“ einer Privatfirma, findet am heutigen Montag statt. An diesem Tag ist seitens der Gemeinde ein ausdrückliches Badeverbot in der Alz verhängt worden, um auch hier Unfälle zu vermeiden.

Weil aus naturschutzrechtlichen Gründen eigentlich erst Mitte oder Ende Juli gemäht werden darf, habe man die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde einholen müssen – und bekommen. Diese betrachtet die Aktion auch vor dem Hintergrund, dass der Bewuchs im Fluss ein Rückzugsort für Fische ist. Gemäht wird vor allem entlang der Ufer, wo die Maßnahme das Sicherheitsgefühl der Badegäste wieder verbessern soll. Grundsätzlich betont die Gemeinde, dass es sich um natürliche Badestellen handle. Die Beschilderungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Menschen auf eigene Gefahr in den Fluss oder die Seen gehen. Kirsten Benekam

Kontrollaktion der Polizei

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