Exter-Kunsthaus ist wieder offen

von Redaktion

Kleinod in Übersee zeigt ab sofort neue Sonderausstellung

Prachtvoll: Der Staudengarten am Haus.

Übersee – „Was passiert mit dem Exterhaus?“ „Wann wird es wieder geöffnet?“ Viele Einheimische, aber auch zahlreiche treue Besucher haben sich diese Fragen in den vergangenen Wochen gestellt. Denn bis Ende vergangenen Jahres hatte Monika Kretzmer-Diepold das ehemalige Wohnhaus des Malers Julius Exter (1863 bis 1939) betreut und meist vor Pfingsten die erste Ausstellung eröffnet.

Nachlass umfasst
1.000 Werke

Kurzfristig ist nun die erlösende Pressemitteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung gekommen, dass das Exterhaus offensichtlich nicht vergessen ist: Ab sofort wird die neue Sonderausstellung „Wo Kunst gedeiht: Künstlerische Visionen von Haus und Garten Exter“ hier zu sehen sein. „Unsere Aufgabe bleibt es, Haus und Garten als Gedenkstätte zu bewahren und Exters umfangreichen Nachlass mit über 1.000 Werken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so der Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, Hermann Auer.

Allerdings gibt es ganz andere Öffnungszeiten als von früher gewohnt: Die Ausstellung mit Haus und Garten kann bis Sonntag (13. September) an den Wochenenden, also samstags und sonntags, von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden. Dazu gibt es zwei Themenführungen am Mittwoch (15. Juli) und am Donnerstag (6. August), jeweils um 17 Uhr, bei denen Einblicke in die Sonderschau und den Garten gegeben werden. Tickets kosten regulär drei Euro, ermäßigt zwei Euro, die Themenführungen acht Euro, ermäßigt sieben Euro. Sie sind vor Ort, aber auch über den Online-Shop unter https://ticketshop.herrenchiemsee.de/veranstaltungen erhältlich.

Ein Garten
als Prunkstück

Während der vergangenen Wochen wurde der Garten des Exter-Kunsthauses, den Monika Kretzmer-Diepold nach den Bildern Exters angelegt und 45 Jahre lang gepflegt hatte, von den Gärtnern der Schlösserverwaltung aufwendig gepflegt und gegossen, sodass er in voller Blütenpracht steht. Von Ende 2025 bis heute „standen auch die Neuorganisation der Betreuung des Anwesens sowie bauliche und restauratorische Arbeiten im Fokus“, sagt Hermann Auer.

In Übersee freuen sich alle über die Wiedereröffnung des Exter-Kunsthauses Übersee-Feldwies, allerdings gibt es viele Fragen wegen der Öffnungszeiten, die sich meistens nur auf das Wochenende beschränken. Mike Wielandner, Leiter der Tourist-Info Übersee, hält das Exterhaus auch für Gäste und Tagesbesucher für ein wichtiges Ausflugsziel. „Es ist schade, dass sich jetzt alles auf die Wochenenden fokussiert“, sagt Wielandner. Urlaubsgäste reisten oft erst an den Samstagen an und ab, sodass für viele kaum mehr eine Möglichkeit bestehe, das Haus zu besuchen. In der Werbung werde Übersee am Chiemsee verstärkt als das „Malerdorf“ bezeichnet, sodass er mehr Öffnungszeiten auch unter der Woche für wichtig halte.

„Wir freuen uns, dass die anfangs von der Schlösserverwaltung angedachten Öffnungszeiten nur alle 14 Tage am Wochenende nun vom Tisch sind“, sagt Margret Winnichner, Zweite Bürgermeisterin von Übersee, die im Auftrag des Ersten Bürgermeisters zahlreiche Gespräche mit der Schlösserverwaltung führte. Natürlich halte auch sie Öffnungszeiten an Werktagen für wünschenswert, aber sie gehe fest davon aus, dass im kommenden Jahr weitere Verbesserungen möglich werden. Die Verantwortlichen der Schlösserverwaltung täten ihr Bestes, so Winnichner.

„Das Kunsthaus Übersee-Feldwies ist ein ganz wichtiges Aushängeschild für das ,Malerdorf‘ Übersee am Chiemsee“, betont Ortsheimatpflegerin Annemarie Kneissl-Metz. Derzeit bemühe sich die Gemeinde, einen Malerweg mit Erinnerungen an die zahlreichen bildenden Künstler zu errichten, die viele Jahrzehnte lang in Übersee lebten und leben. Für die gesamte Region sei das Exterhaus ein wichtiger Anlaufpunkt, den jeder auch einmal ohne großen Menschenandrang genießen dürfen sollte.

„Bauernsachl“ im
Jahre 1902 erworben

Julius Exter (1863 bis 1939) und seine Frau Judith Anna Exter, geborene Köhler (1870 bis 1952), hatten das frühere „Bauernsachl“, das „Haus Nummer 36“, später Blumenstraße 5, im Jahr 1902 erworben.

Das Anwesen wurde erstmals 1554 in Urkunden des Bistums Salzburg als „ain ainfachs erzimerts guets Heusl, Städl und Stallung, ain clains Gärtl umbß Hauß…“ beschrieben. Der Hausname war „Schwabenhäusl“ oder „Stricker“, denn Eigentümer war damals ein „Georg Schwab“, 1584 eine Familie Pemler und ab 1772 lebten die Familien vom Stricken. Julius Exter kaufte es 1902 von Walburga Jrdetzberger, Zimmermannswitwe von Frauenchiemsee, für 5.700 Mark.

Der „Königliche Professor Julius Exter“ war zur damaligen Zeit ein berühmter Künstler der Dachauer und Münchner Szene. Er ließ das Haus nach seinen Bedürfnissen umbauen. Der alte Heuboden wurde zum großen Atelier umgebaut, ein neues Treppenhaus eingebaut, dazu ein Salettl. Schließlich hatte der Künstler vier Ateliers für sich und seine Malschule. Die Ostseite des Hauses diente vor allem zu Wohnzwecken. Besonders wichtig war dem Künstler – nach dem Vorbild anderer Künstler des Jahrhunderts – die Anlage eines Gartens, um zu malen.

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