Marquartstein – Dem Vorsitzenden der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Achental, Uli Penzkofer, ist es gelungen, den renommierten Mineralogen Dr. Rupert Hochleitner nach Marquartstein zu holen. Dieser lockte zahlreiche interessierte Zuhörer in den Wessner Hof. Hochleitner ist promovierter Mineraloge und Autor international erfolgreicher Bestimmungsbücher. Viele Jahre leitete er als Chefredakteur die Fachzeitschrift Lapis.
Unter dem Titel „Die Rolling Stones der Alpen“ entführte Hochleitner sein Publikum in die Erdgeschichte. Bereits am Nachmittag hatte er in der Tiroler Ache Kieselsteine gesammelt. Einen davon hielt er den Gästen entgegen und stellte die scheinbar einfache Frage: „Was ist eigentlich ein Kieselstein?“ Die Antwort überraschte. Ein Kieselstein muss rund – in der Fachsprache „gerundet“ – und höchstens 63 Millimeter groß sein. Alles, was größer ist, gilt als Geröll. Doch die spannendere Frage lautete: Wie kommen diese Steine hierher, obwohl sie geologisch gesehen Fremde sind?
Die Antwort führte mehr als 10.000 Jahre zurück in die Eiszeit. Gletscher transportierten die Gesteine über weite Strecken und hinterließen sie schließlich in den Flussläufen der Region. Jeder einzelne Stein, so Hochleitner, erzähle ein Stück Erdgeschichte und verbinde Vergangenheit mit Gegenwart. Mit eindrucksvollen Bildern erläuterte der Wissenschaftler den Weg der Steine und stellte Magmatite, Metamorphite, Sedimentgesteine und Vulkanite vor. Zum Abschluss gab Hochleitner seinen Zuhörern einen einfachen Rat: „Beim nächsten Spaziergang einen Stein aufheben, ihn genauer betrachten – und darin die Spuren einer jahrtausendealten Geschichte entdecken.“ wun