Siegsdorf – Ohne Diskussion haben die Mitglieder des Siegsdorfer Gemeinderates die Ausführungen von Kämmerer Sepp Bauer zur Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2025 zur Kenntnis genommen. Wie Bauer dazu erklärte, hatte der Gemeinderat den Haushaltsplan für 2025 beschlossen und anschließend einen Nachtragshaushalt beschlossen. Ausschlaggebend für die Änderungen waren erhebliche Steigerungen bei der Kreisumlage und der Gewerbesteuerumlage sowie ein zusätzlicher Mittelbedarf für den Umbau und die Modernisierung des Rathauses.
Investitionen in
die Infrastruktur
Die Finanzabteilung der Gemeinde konnte die Jahresrechnung 2025 bereits im Mai abschließen, wobei sämtliche Bestände in das Haushaltsjahr 2026 vorgetragen wurden. Die Jahresrechnung 2025 schloss im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 61,2 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 22,7 Millionen Euro. Das Rechnungsergebnis umfasste also insgesamt 84 Millionen Euro und lag damit um 8,84 Millionen Euro (11,77 Prozent) über dem Vorjahresergebnis. „Die laufenden Einnahmen der Gemeinde bewegten sich auch 2025 auf einem äußerst hohen und stabilen Niveau“, konnte Bauer berichten und hob dabei besonders die Steigerungen beim Gewerbesteueraufkommen hervor, die auch auf Nachzahlungen für frühere Steuerzeiträume zurückzuführen waren. Trotz der Hebesatz-Absenkung bei der Gewerbesteuer um 20 Prozent blieben auch die Einnahmen aus der Grundsteuer stabil, und auch die Gemeindeanteile an den Gemeinschaftssteuern, die Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb sowie die sonstigen Finanzeinnahmen entwickelten sich positiv und lagen insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau. Dank von den großen Einnahmequellen überschritt der Verwaltungshaushalt erstmals die Marke von 60 Millionen Euro.
Aber auch die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stiegen 2025 deutlich an. Infolge der hohen Steuereinnahmen der Vorjahre musste die Gemeinde an den Landkreis eine Kreisumlage von über 16 Millionen Euro entrichten, und auch die Gewerbesteuerumlage an Bund und Land fiel im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höher aus. Dennoch konnte trotz der gestiegenen Ausgaben erneut ein Überschuss erwirtschaftet und in den Vermögenshaushalt übertragen werden. Der Zuführungsbetrag von 21,26 Millionen Euro lag dabei nur knapp unter dem Vorjahreswert von 21,79 Millionen Euro.
Aufgrund von Verzögerungen bei Planung und Umsetzung blieben die Investitionsausgaben mit 6,48 Millionen Euro deutlich unter den Planansätzen. Der Schwerpunkt lag auf der Weiterführung und Fertigstellung wichtiger Baumaßnahmen wie dem Feuerwehrgerätehaus Vogling, der Modernisierung des Rathauses, der Sanierung des Hochbehälters Mauer und der Restabwicklung des Mietwohnungsbaus in Hörgering. Im Tiefbau standen vor allem die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung mit der Ringleitung Wimpasing, der Kanalsanierung in Eisenärzt und dem Ersatzbau des Regenwasserkanals in der Gamperlmühlstraße im Vordergrund. Mit der Erneuerung der Reichenhaller Straße, dem Straßenausbau in Hammerfeld sowie der Errichtung weiterer Stellplätze am Bahnhof kam auch der Straßenbau nicht zu kurz, und zudem konnte in erheblichem Ausmaß in Fahrzeuge, Ausrüstung und Ausstattung der gemeindlichen Einrichtungen investiert werden.
Nach Durchführung des Haushaltsausgleichs konnte ein Überschuss von 15,9 Millionen Euro der allgemeinen Rücklage zugeführt werden, die sich damit zum Jahresende 2025 auf 59,3 Millionen Euro erhöhte. Im gesamten Kalenderjahr 2025 war die Liquidität der Gemeinde durch einen positiven Kassenstand jederzeit gesichert. Kassenkredite waren daher nicht erforderlich.
„Der vorliegende Rechenschaftsbericht macht deutlich, dass die Gemeinde Siegsdorf das Haushaltsjahr 2025 trotz eines anspruchsvollen finanzwirtschaftlichen Umfeldes mit einem sehr guten Ergebnis abschließen konnte“, waren sich Kämmerer Sepp Bauer und Bürgermeister Christian Scheck einig. Mit dem vorliegenden Rechnungsergebnis von knapp 84 Millionen Euro, einer „hohen freien Finanzspanne“ und einer deutlich gestärkten Rücklage sei man sehr gut aufgestellt.
Vorausschauende
Haushaltsführung
„Ungeachtet dessen bleibt aber auch künftig eine vorausschauende und zurückhaltende Haushaltsbewirtschaftung zwingend erforderlich“, mahnte der Kämmerer das neu gewählte Gremium. Es sei davon auszugehen, dass sich die starken Steuereinnahmen der vergangenen zwei Jahre zeitversetzt in höheren Umlagebelastungen auswirken werden.
Anerkennend nahm der Gemeinderat die Jahresrechnung 2025 zur Kenntnis, die nun an den gemeindlichen Rechnungsprüfungsausschuss geht, der im Herbst einen Prüfungsbericht vorlegen wird.