Prien – Die Beauftragte des Landkreises Rosenheim für die Belange älterer Menschen, Ute Wilhelmi, hat alle Seniorenbeauftragten des Landkreises in den Sitzungssaal des Priener Rathauses eingeladen. Wilhelmi erklärte, bisher hätten die Treffen immer im Landratsamt stattgefunden. Sie sollten dem Austausch dienen, aber auch dazu, zu erfahren, was an anderen Orten angeboten werde.
Bürgermeister Andreas Friedrich dankte der Wahl-Prienerin, dass die Zusammenkunft heuer in Prien abgehalten werde. Auch wenn in der Presse vor allem über Kinderbetreuung berichtet werde, so mache die Demografie schnell klar, dass zu den Aufgaben einer Gemeinde auch die pflegerische Versorgung der Senioren gehöre, so das Gemeindeoberhaupt. „Wir sind eine Zuzugsregion, Ehepaare zögen nach Prien – oftmals im Ruhestand. Das funktioniere gut, solange sie zu zweit sind“, so der Bürgermeister. Hier setze das Seniorenprogramm der Gemeinde an, das ein umfangreiches Angebot an Vorträgen, Ausflügen und anderen Freizeitgestaltungen für Ältere bereithalte. Darüber könnten Kontakte und Freundschaften entstehen. „Wir versuchen, die Senioren, die nicht in einer Familie eingebunden sind, rechtzeitig abzuholen und in die Gesellschaft zu integrieren, damit sie nicht allein sein müssen“, so das Gemeindeoberhaupt und ergänzte mit Blick auf die anwesenden Seniorenbeauftragten: „Dafür seid Ihr da.“
Nach einer Vorstellungsrunde informierte die Seniorenbeauftragte des Markts Prien, Helga Stampfl, über ihr Angebot. Das Priener Seniorenprogramm, das seit 2003 bestehe, werde in 1.200, heuer sogar 1.500 Heften abgedruckt. Es werde rein über Inserate finanziert und kostenlos ausgelegt. Es präsentiere rund 136 Aktionen wie Lesungen, Sportangebote, Meditationen, Kurse, Vorträge, Fahrten zu Konzerten oder Theatern sowie 18 Tagesausflüge. Zudem gebe es einen Einkaufsdienst und einen Bürgerbus, der bei Bedarf die Menschen zu wichtigen Terminen fahre.
Zum Adventstreffen seien im vergangenen Dezember 90 Personen gekommen. Es gebe zum Teil Wartelisten, dabei hätten Priener Vorrang.
Erster Bürgermeister Andreas Friedrich ergänzte, das Programm werde komplett von einem ehrenamtlichen Team um Helga Stampfl gestemmt. „Das ist bemerkenswert und ein enormer Schatz für die Gemeinde.“ Wenn man dieses Engagement mit dem Mindestlohn honorieren müsse, gebe es keine einzige Fahrt.
Im Anschluss informierte der Gruppenleiter für Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamts Rosenheim, Christian Patsch, in einem Vortrag, was in einer unsicheren Weltlage insbesondere für ältere Menschen zu beachten sei. So sei als Vorsorge für Stromausfälle oder Naturereignisse ein Vorrat an Lebensmitteln für sieben bis maximal 14 Tage bereitzuhalten.
Vor allem Wasser sei wichtig, man solle mit zwei Litern pro Tag rechnen und auch an die Haustiere sowie an Hygiene und das Kochen denken. Die Reserven seien alle sechs bis zwölf Monate zu erneuern.
Sinnvoll für Ältere sei auch ein Hausnotruf, der schnelle Hilfe biete. Wichtige Dokumente wie Pass, Versicherungskarten oder eine Patientenverfügung sollten greifbar sein, ebenso nötige Medikamente und Kontakte aufgelistet sein. Zudem sollten im Haushalt Taschenlampen mit einem Vorrat an Batterien vorliegen. Empfehlenswert sei darüber hinaus ein batteriebetriebenes Radio. pw