Marquartstein – Der Einladung zu einem Neubürgerempfang im Treffpunkt M sind viele Bewohner gefolgt. Bürgermeister Andreas Scheck freute sich über das große Interesse und stellte die Historie des Ortes mit Bildern vor. Unter dem Motto „Am Anfang war die Burg“ unternahm Andreas Scheck mit den Neubürgern eine interessante Zeitreise durch die Jahrhunderte und landete im Jahr 2026 mit all den vielen Möglichkeiten für Bürger, die heute die Geschichte des Ortes aktiv mitgestalten können.
Viele Möglichkeiten
zur Mitgestaltung
Unterstützung bekam er dabei von der Zweiten Bürgermeisterin Katja Kink. Sie stellte die vielfältigen Angebote vor, die der Treffpunkt M bietet. Hier treffen sich Bürger im Alter von einem halben Jahr bis zu 97 Jahren. Da kommen Menschen zusammen, die sich sonst nicht getroffen hätten. Fast jeder findet hier eine der wiederkehrenden Veranstaltungen, die für ihn passen, und dabei entwickelt sich eine Zugehörigkeit zur Dorfgemeinschaft.
Scheck wies auch auf die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung hin. Marquartstein ist eine Mitmachgemeinde, die allen Bewohnern in einer Satzung die Gestaltung und Entwicklung des Ortes ermöglicht. Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, damit sich die Menschen aktiv einbringen können. Diese Möglichkeit steht auf zwei unabhängigen Säulen: den Beiräten und den Arbeitskreisen. Bei einer Projektidee kann gemeinsam mit zwei Mitstreitern ein Arbeitskreis gebildet werden. Auch die vierzehntägig erscheinende Gemeindezeitung bietet viele Informationen; sie liegt an verschiedenen Stellen und im Rathaus der Gemeinde kostenlos aus.
Andreas Scheck erinnerte zudem an die öffentliche Bücherei im Keller des Rathauses sowie an den Prinzregentensaal, den die Gemeinde übernommen hat und der für Vereine oder Feiern gemietet werden kann. Weiter erwähnte er die vielen Freizeitmöglichkeiten, den Schulstandort mit Grundschule, Gymnasium, Realschule und der privaten Schule auf Burg Niedernfels sowie die katholische und die evangelische Kirche. In Marquartstein sind 30 Vereine etabliert. Einige Vereinsvorstände stellten sich persönlich vor, wie Franziska Frank von der Musikkapelle, Steffi Althammer vom Turn- und Sportverein, Florian Wölkl von der Freiwilligen Feuerwehr und Christine Tettenhamer vom Gartenbauverein. Alle freuen sich über neue Mitglieder. Andreas Scheck wies in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Trachtenvereins auf das große Gaufest in diesem Jahr hin, bei dem jede helfende Hand willkommen ist.
Nach der Vorstellung konnten sich die Neubürger untereinander austauschen, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde. Ein typisches Beispiel für den Zuzug nach Marquartstein erzählte Tina Dersch: Die Liebe zu den Bergen war für die Gymnasiallehrerin ausschlaggebend, dem Landkreis Freising den Rücken zu kehren. Erleichternd fand sie auch den Umstand, dass die Menschen vor Ort sehr nett sind und man schnell in Kontakt kommt. Das galt auch für den Amerikaner Raimund Schäfer, der in den USA ein Weingut betrieben hat. Seine Tochter Hazel geht hier in den Waldkindergarten, und auch seine Familie fühlt sich besonders wohl. Grund dafür sind die Freizeitmöglichkeiten wie Wandern und Mountainbiken.
Bernd Molle und Heike Leidinger-Brück haben sich vor zwei Jahren beim 40. Klassentreffen in Berlin wiedergesehen und wollten sich nicht mehr trennen. Da Bernd als Kind immer Urlaub auf einem Bauernhof in Schleching gemacht hatte, entschlossen sich die beiden in Erinnerung an diese Zeit, ihr neues gemeinsames Leben im Chiemgau in Marquartstein zu beginnen. Zudem wurden Adressen und Telefonnummern unter den Neubürgern ausgetauscht, um weiterhin in Kontakt zu bleiben.
Historische Führung
durch den Ort
Bereits vor dem Zusammenkommen im Treffpunkt M hatte die Gemeinde ein besonderes Angebot für interessierte Bürger parat: Claudia Riess führte die Neubürger durch den Ort und wies auf viele historische Aspekte hin. Die Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert und freuten sich über ihre Expertise auf diesem Gebiet.