Prien – Die Priener Jugendblaskapelle hat im und am Vereinsstadel des Trachtenvereins ihr 30-jähriges Bestehen mit einem großen Familientag und einem Jugendblaskapellentreffen gefeiert. Musik lag an diesem Wochenende in der Luft, und das vielerorts. Prien swingte, aber nicht nur das. In Oberösterreich fand auch das alljährliche Woodstock der Blasmusik statt.
Für alle, denen der Weg dorthin vielleicht zu weit oder die Ticketpreise zu hoch waren, bot sich am Priener Sportpark eine ausgezeichnete, kostenfreie Alternative. Es waren zwar nicht ganz so viele Blasmusikanten wie bei dem Festival in Oberösterreich, aber doch weit mehr als 100 junge Musiker, die den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm boten.
Den Auftakt machte die Jugendkapelle Prien-Wildenwart, gefolgt von der Juniormusi und Jugendkapelle Samerberg und der Jugendkapelle Riedering Söllhuben. Wie jede Kapelle zeigten auch die Bairer Jugendmusi und die Jugendkapelle aus der Nachbargemeinde Bernau für eine halbe Stunde ihr Können.
Der erste Höhepunkt war dann das gemeinsame Spiel aller Jugendkapellen, als über 100 junge Musiker dicht gedrängt erst die Bayernhymne unter der Leitung von Regina Huber und dann den Marsch „Berglandkinder“, dirigiert von Karl-Wilhelm Hultsch, zum Besten gaben. Als Dank für den tobenden Applaus präsentierten sie den Musikergruß.
Für alle, die jetzt ebenfalls Lust bekommen hatten, ein Blasinstrument zu erlernen, war eine „Probier-Station“ eingerichtet worden. Von Querflöte über Trompete bis zu den Hörnern und Tuba standen Instrumente bereit, und viele Kinder und Jugendliche konnten unter Anleitung testen, welches Instrument zu ihnen passen könnte. Dabei zeigten einige Kinder schon großes Talent. Aber auch Erwachsene trauten sich, Töne abzugeben. So auch Priens Dritte Bürgermeisterin Rosi Hell, der Musikschulleiterin Brigitte Buckl sowohl am Horn als auch an der Tuba durchaus Talent attestierte.
Die Bühne überließ die Dritte Bürgermeisterin dann doch den 20 Mitgliedern der Jugendblaskapelle Prien, die das Publikum unter anderem mit dem extra für diesen Anlass von Regina Stephan arrangierten Woodstock-Medley begeisterten. Zusammen mit Musikern der Blaskapelle gab es zum Abschluss noch „Viva La Vida“.
Aber Regina Stephan, die die ganze Veranstaltung federführend organisiert hatte, hatte sich noch eine Überraschung einfallen lassen. Mit 15 Jahren Mitgliedschaft ist sie am längsten bei der Jugendblaskapelle dabei, mittlerweile auch Jugendleiterin, und sie dirigiert die Kapelle auch neben Karl-Wilhelm Hultsch. Wie sie spielen mittlerweile auch 21 weitere „Ehemalige“ bei der „großen“ Blaskapelle. Diese, aber auch viele „Ehemalige“, die heute nicht mehr aktiv sind, hatten eine Einladung zu einem gemeinsamen Auftritt bekommen. Und dass sie es noch konnten, auch mit Gesang, zeigten die Ehemaligen unter anderem beim bekannten Konzertmarsch „Tiroler Land“ und bei dem Beatles-Stück „Hey Jude“, bei dem Sebastian Strohmayer mit seinem Tenorhorn das Intro spielte.
Als Dank und für die Proben im Vorfeld war für die Ehemaligen der Eintritt beim Weinfest am Vorabend frei. Regina Huber hatte die Stücke einstudiert und bekam dafür neben viel Applaus auch einen Blumenstrauß. Mindestens genauso viel Applaus erhielt Regina Stephan für ihr Riesen-Engagement. In dem Blumenstrauß, den sie von Blasmusik-Vorstand Stefan Hackenberg und den beiden Förderverein-Vorsitzenden Michael Anner junior und Michael Feßler überreicht bekam, steckte auch ein Gutschein für das Woodstock der Blasmusik 2027. Um das „Musikalische“ hatte sich bei dem gelungenen Jubiläumsfest Regina Stephan gekümmert. Der Förderverein als Veranstalter und die Mitglieder der Blaskapelle Prien unterstützten ihre Jugend mit dem Rahmenprogramm und der Bewirtung und rundeten damit die gelungene Veranstaltung ab. bef