Prien – Die Waldfeste im Buchenwald von Munzing gehören nicht nur zum absoluten Jahreshöhepunkt beim Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing, sie zählen auch zu den größten Brauchtumsveranstaltungen am Chiemsee-Westufer.
Seit 1962, also seit nunmehr 64 Jahren, werden die Feste auf dem idyllischen Platz zwischen großen Buchen mit großem Aufwand vorbereitet und mit einem großen Publikum gefeiert. Nur in wenigen Jahren fiel das Waldfest wegen schlechten Wetters, der Corona-Pandemie oder aufgrund von Jubiläums-Festzelt-Feierlichkeiten in Atzing aus. In diesem Jahr ist es wieder so weit gewesen.
Endlich ein
lauer Sommerabend
Zweimal hatte der Vorstand den Veranstaltungstag wegen der Wettervorhersage verschoben. Schließlich wurde der vergangenen Dienstag festgelegt, und ein lauer Sommerabend sorgte für voll besetzte Bierbänke zwischen Waldschänke, Tanzbühne, Daxen-Bar sowie Grill- und Kaffeeküche.
Vorsitzender Konrad Huber freute sich über den starken Besuch. Sein Willkommensgruß galt den vielen Ehrengästen, darunter den Priener Bürgermeistern Michael Anner junior und Rosi Hell, den Vertretern der Priener und Wildenwarter Ortsvereine sowie zahlreichen Trachtlern aus den Reihen des Chiemgau-Alpenverbandes. Sein herzlicher Dank für das Zustandekommen der Freiluftveranstaltung galt der Familie Munzinger und den Bauersleuten aus Arbing für den Waldplatz und die Parkplätze, den Lieferanten von Speisen und Getränken und nicht zuletzt den zahlreichen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern für Aufbau und Service. „Unsere Waldfeste haben nicht nur eine lange Tradition und sind das finanzielle Fundament für unsere Jugend- und Vereinsarbeit über das ganze Jahr, sie geben auch Zeugnis, was unsere Dirndl und Buam in oftmaligen Proben im Vereinshaus geübt haben“, erklärte Michael Schlosser, Waldfest-Projektleiter des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins (GTEV) Atzing.
Wie sehr diese Einschätzung stimmte, zeigte sich dann bis in den späten Abend hinein. Die Kinder-, Jugend- und Aktivengruppen präsentierten zum Teil neu einstudierte Trachtentänze und Schuhplattler, darunter der originale Holzhacker zum Programmende. Begleitet wurden sie von der den gesamten Abend über gut aufgelegten Wildenwarter Musikkapelle. Ergänzt wurden die Darbietungen durch Einlagen der Goaßlschnalzer und Alphornbläser.
Die mit jungen Leuten besetzten Atzinger Goaßlschnalzer passten genauso gut in die Baumidylle wie die „Hafenstoana Alphornbläser“ aus Bernau auf der Bühne. Als diese zu vorgerückter Stunde bei ausgeschaltetem Licht im Wald auf dem beleuchteten Gegenhang ihre sechs großen Instrumente erklingen ließen, herrschte absolute Ruhe und Staunen. Franz Amberger von Flötzinger Bräu Rosenheim sagte dazu: „Wir kommen zu vielen schönen Festen in unserer Region, aber das Waldfest im Atzinger Buchenwald ist was Besonderes, es ist wie ein Märchen im Zauberwald.“ Aufgrund der warmen Witterung und der guten Stimmung fanden sich auch nach dem Ende der Blasmusik noch viele Besucher rund um die Daxen-Bar ein, an der es auch spezielle Autofahrer-Getränke gab.
Ausblick auf
kommendes Fest
Nach dem ersten Waldfest in Atzing wird noch ein zweites im Buchenwald angeboten. Dieses beginnt am Freitag, 17. Juli, um 18 Uhr, musikalisch gestaltet von der Blaskapelle Prien und erneut mit Trachten-, Goaßlschnalzer- und Alphornbläser-Darbietungen.