Staudach-Egerndach – Im Achental sind nun 16 Ranger unterwegs, die künftig zwischen Naturschutz, Almwirtschaft und Tourismus vermitteln sollen, wie das Ökomodell Achental mitteilt. Das Pilotprojekt sei bereits im Frühjahr auf Anregung der Bürgermeister vom Ökomodell Achental initiiert worden, um das weitläufige Gebiet und seine schützenswerten Naturlandschaften besser betreuen zu können. Was zunächst im Kleinen begonnen habe, sei im Achentaler Umfeld auf reges Interesse gestoßen und habe sich rasch zu einem größeren, bereichsübergreifenden Vorhaben entwickelt. Finanziert werde das Projekt sowohl über das Regionalbudget als auch von den teilnehmenden Mitgliedsgemeinden.
Umfassende
Vorbereitung
Im engen Austausch mit den örtlichen Tourismusstellen, der Gebietsbetreuung Achental und der zuständigen Forstbehörde sei ein umfassendes Schulungsprogramm entwickelt worden. Damit sollten die 16 Ranger-Anwärter in den Bereichen Naturschutz, Forst, Almwirtschaft, Tourismus, Alpine Erste Hilfe und Kommunikation auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden. Zudem seien Touren ausgearbeitet worden, auf denen die Ranger an Wochenenden und Feiertagen möglichst flächendeckend von den Kendlmühlfilzen bis zur Winklmoos Alm unterwegs sein sollen – Gebiete, die bei Touristen wie Einheimischen gleichermaßen beliebt seien. Die ersten Einsätze seien für dieses Wochenende geplant.
Die Achental-Ranger sollen in erster Linie als Ansprechpartner vor Ort für Besucherinformation und -lenkung dienen. Statt erhobenem Zeigefinger leisteten sie Aufklärungsarbeit und schafften so ein Bewusstsein für die Natur und ihren Schutz. Sie seien Vermittler zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen wie Almwirten, Forstwirtschaft, Touristen und Freizeitsportlern. Es gehe nicht darum, Fehlverhalten zu ahnden, sondern Menschen für den richtigen Umgang mit der Natur zu begeistern und aufzuklären. Ziel sei es, wertvolle Ökosysteme zu schützen und Besuchern gleichzeitig ein sicheres und nachhaltiges Naturerlebnis zu ermöglichen.
„Unsere Ranger sind die Verbindung zwischen Mensch und Natur“, erklärt Magdalena Bahr, Gebietsbetreuerin des Ökomodells Achental. „Sie sorgen dafür, dass unsere einmaligen Landschaften wie auch die Almwirtschaft als immaterielles Kulturerbe geschützt werden, ohne dass die Menschen den Zugang zur Natur verlieren.“
Mit der Einführung der Ranger setze das Ökomodell Achental einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Regionalentwicklung. „Es geht darum, Natur(schutz), Almwirtschaft und Tourismus in Einklang zu bringen“, so die Projektverantwortliche und Umsetzungsbeauftragte der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE), Stephanie Hennes. „Die Ranger leisten dabei einen entscheidenden Beitrag, um die Menschen zu erreichen.“
Schutz des
Kulturerbes
Besucher dürfen die Ranger aktiv ansprechen, Fragen stellen und sich über sensible Bereiche informieren. So werde das Achental nicht nur geschützt, sondern auch erlebbar gemacht – für alle, die die Natur bewusst genießen möchten, heißt es.