Gstadts Baugebiet wird flexibler

von Redaktion

Gemeinderäte stimmen einhellig für offene Baufeld-Lösung

Gstadt – Vor gut zwei Jahren begann das Bauleitplanverfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans zur Erweiterung des Baugebiets „Am Maierholz“, und schon davor wurde lang und breit über das Projekt gerungen. Nun sollen die Pläne noch einmal geändert werden.

Entscheidungshoheit
ist bei Gstadt

Das habe seine Gründe, erläuterte Bauamtsleiter Achim Kaiser in der jüngsten Sitzung des Gstadter Gemeinderates. Da schon viele Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange bezüglich des Vorhabens eingegangen seien, habe man bereits eine Erschließungsplanung sowie eine Potenzialanalyse durchführen müssen. Dazu kam der langwierige Aufwand für die geforderte artenschutzrechtliche Prüfung, eine weitere Ergänzung sei vielleicht noch notwendig. Der Gemeinderat werde die notwendige sachgerechte Abwägung der vorgebrachten Einwendungen, Anregungen oder Hinweise voraussichtlich erst in der Sitzung vor der Sommerpause erörtern können.

Nichtsdestotrotz schlage die Verwaltung vor, anstelle der im Bebauungsplan bislang vorgesehenen Parzellen und Baufenster ein größeres Baufeld darzustellen. Die Gemeinde sei Eigentümer und habe damit die Entscheidungshoheit. Eine „Parzellierung nach Bedarf“ biete mehr Variabilität und komme damit auch aus Kostengründen dem angepeilten Personenkreis entgegen – angedacht ist eine Vergabe im Sinne des Einheimischenmodells. Allein für den Bereich südlich des geplanten Wendehammers müsse es aufgrund des starken Höhenunterschiedes bei der vorgesehenen Planung bleiben. Michael Rappl (FWG) fand die offene Lösung gut, während Sepp Gartner (FWG) noch einige Bedenken hatte: Wie wolle man parzellieren, wenn es viele Bewerber gebe? Oder wenn sich sechs Eigentümer nicht auf ein Mehrfamilienhaus einigen könnten? Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) erklärte, dass es zunächst nur um einen Grundsatzbeschluss gehe. Kaiser erläuterte, dass es bis zu einer solchen konkreten Planung noch einige Verfahrensschritte brauche. Die Stellungnahmen müssten abgehandelt werden, parallel müsse der Gemeinderat die Vergabekriterien festlegen – dafür brauche man sicher eine eigene Gemeinderatssitzung. Erst wenn der Kriterienkatalog und der Grundstückspreis bekannt seien und die potenziellen Interessenten – mittlerweile seien es 70 bis 80 – annähernd Feedback gegeben hätten, könne sich der Gemeinderat mit den Bebauungswünschen und später mit den Bebauungsplänen auseinandersetzen.

Jakob Bichler (FWG) bezeichnete die offene Lösung als „charmant. Wir bestimmen die Spielregeln.“ Peter Hoffmann (Bürgerliste) regte sozialen Wohnungsbau an. Florian Pletzenauer (FWG) hakte bei der Möglichkeit eines Eigentumswohnmodells nach. Die Gemeinde habe hiermit noch wenig Erfahrung, bekannte Kaiser. Andere Gemeinden wie Prien würden das aber schon praktizieren. Hainz fügte an, dass die Gemeinde nicht Bauträger sein werde.

Ferienwohnungen
bleiben Ausnahmen

Rappl sprach noch das Thema Ferienwohnungen an. Im Bebauungsplan seien die Wohneinheiten als solche eingetragen, antwortete Kaiser. „Ferienwohnungen sind nur ausnahmsweise zulässig.“ Da keine weiteren Wortmeldungen kamen, ließ Bürgermeister Hainz abstimmen, ob die Planungsvariante in der geplanten Erweiterung des Baugebiets weiter zu verfolgen sei. Mit 11:0 stimmte der Gemeinderat dafür.

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