Neues Wohngebiet in Seeon-Seebruck

von Redaktion

Gemeinderat beschließt Bebauungsplan – Bagger rollen noch im Herbst an

Seeon-Seebruck – Die Verfahren der Flächennutzungsplan-Änderung und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das neue Wohnbaugebiet „Seeon-Dorf“ sind unter Dach und Fach. Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Verfahren einstimmig abgesegnet und damit beendet. Die 49. Änderung des Flächennutzungsplans kann somit beim Landratsamt Traunstein zur Genehmigung eingereicht werden, der Bebauungsplan tritt damit in Kraft. Noch in diesem Herbst sollen die Bagger anrollen, um mit den Erschließungsmaßnahmen zu beginnen.

Kritik an
bisheriger Planung

Damit hat sich für den Gemeinderat auch eine Anpassung der Planung erledigt, die eine Privatperson im Rahmen der öffentlichen Auslegung gefordert hatte. Die betroffene Person kritisierte die Planung als unstrukturiert und unmotiviert. Die Situierung der Baukörper wirke wie gewürfelt, es fehlten Strukturen und Raumbildungen, eine angemessene Verdichtung und Freiflächen und vor allem ein überzeugendes Verkehrskonzept. Die Kritikpunkte wurden von der Verwaltung auch im Sinne des Gemeinderats widerlegt. Die 2,6 Hektar große landwirtschaftliche Fläche schließt an die bestehende Dorfbebauung an und soll abschnittsweise entwickelt werden. In einem ersten Bauabschnitt entstehen im Osten elf gemeindliche Baugrundstücke, die als sogenanntes Familien- und Ansiedlungsmodell, also als Einheimischenmodell, beschlossen wurden.

Dieses Modell richtet sich vor allem an junge Familien und Alleinstehende ohne hohes Einkommen oder höheres Vermögen. Für die elf zur Verfügung stehenden Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen 24 Bewerbungen in der Gemeindeverwaltung vor.

Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung sagte, werden die Grundstücke für die Einzel- und Doppelhäuser in Kürze vergeben. Mit der Erschließung sei aller Wahrscheinlichkeit nach noch heuer zu rechnen, sodass im kommenden Jahr die ersten Bauwerber loslegen könnten.

Die größeren Baufelder – Mehrfamilienhäuser mit betreutem Wohnen – liegen ebenfalls im Eigentum der Gemeinde. Somit kann die Gemeinde die zeitliche Umsetzung und gegebenenfalls die Veräußerung der Grundstücke selbst steuern. Dies soll bedarfsgerecht geschehen.

Thema in der Sitzung war auch die endgültige Erschließung des Karl-Raupp-Weges in Seebruck. Das Baugebiet ist bereits seit über 20 Jahren fast vollständig bebaut und bewohnt. Durch einen im Oktober vergangenen Jahres gefassten Gemeinderatsbeschluss des Bauprogramms, das die geplanten Maßnahmen und technischen Standards für die Erschließung einer Anlage festlegt und bestimmt, wann die Erschließungsanlage als endgültig hergestellt gilt, kann nun der endgültige Herstellungsbeitrag für den Karl-Raupp-Weg berechnet und erhoben werden. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung haben die Grundstücksbesitzer bisher Vorauszahlungen geleistet. Bei den aktuellen Bescheiden werden die damaligen Beitragspreise herangezogen. Dabei könne es ebenso zu Rückzahlungen wie auch zu Nachzahlungen kommen.

Des Weiteren war sich das Gremium einig, sich an der Reparatur des Schlagwerks der Kirchturmuhr St. Thomas und Stephan in Seebruck mit 50 Prozent an den Kosten zu beteiligen. Die bestehende Anlage sei nach fachlicher Einschätzung stark abgenutzt und nicht mehr wirtschaftlich zu reparieren, heißt es in dem Antrag des Verwaltungsleiters des Pfarrverbandes Grassau und Seeon. Eine zeitnahe Erneuerung sei erforderlich, um den zuverlässigen Betrieb der Turmuhr weiterhin sicherzustellen.

3.500 Euro für
Kirchturmuhr

Die Entscheidung über eine Bezuschussung in Höhe von rund 3.500 Euro überließ die Verwaltung dem Gemeinderat, zumal im Haushalt keine Kosten für eine Bezuschussung vorgesehen seien, wie im Beschlussvorschlag vermerkt war. Die Kirche sei ein Teil unserer Kultur, deshalb sollte man auch das Geld in die Hand nehmen, lautete der Tenor.

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