Beeindruckt von den Damen im Dirndl

von Redaktion

Zwei chinesische Diplomaten haben Prien besucht. Sie recherchieren für eine Studie über bayerische Kleinstädte. Neben Schulen und Unternehmen beeindruckte die Gäste besonders der herzliche Empfang von zwei Damen im Dirndl.

Prien – Jüngst hat die Dritte Bürgermeisterin Rosi Hell im Beisein der Kulturreferentin Karina Dingler und des Dolmetschers Ken Liu den Bildungsreferenten des Generalkonsulats der Volksrepublik China, Dr. Liu Qingwen, sowie den Kulturattaché des Generalkonsulats der Volksrepublik China, Wang Chong, im Rathaus empfangen. Dort trugen sich die Gäste in das Goldene Buch von Prien ein.

Kleine Ortschaften
im Visier

Die zwei chinesischen Staatsbürger waren zu einem Besuch nach Prien gekommen, um für eine Studie des Konsulats über kleine bayerische Städte Informationen und Eindrücke zu sammeln. Dafür seien sie bereits seit Herbst vergangenen Jahres unterwegs. Wie Qingwen erklärte, konzentriere sich China derzeit auf das Bauen von kleineren Ortschaften. Bayern verfüge in diesem Bereich über eine große Erfahrung, die sie kennenlernen wollten. So hätten sie sich zuvor schon Bad Endorf angeschaut.

Völlig begeistert berichtete der Bildungsreferent, dass sie die neue und die alte Mittelschule angeschaut und verglichen hätten. Dies zeige, wie wichtig Bildung der bayerischen Regierung sei, denn es sei dabei viel Geld investiert worden. „Das ist vorbildlich“, lobte Qingwen. Auch Unternehmen seien besucht worden, sagte der Dolmetscher Liu. So beispielsweise die Chiemgau-Weberei, die bereits in vierter Generation betrieben wird. Qingwen erzählte fasziniert, welch lange Familientradition diese Firma habe und dass sie international agiere. Die Zeit habe nicht ausgereicht, um die lange Historie zu erfahren, so Qingwen. Dazu müsse er nochmals vorbeikommen, erklärte der Bildungsreferent interessiert in bestem Deutsch.

Großes Interesse an
bayerischer Tradition

Die Kulturreferentin Karina Dingler sagte, es freue sie sehr, „dass Sie so viel Interesse für unsere Heimat haben“. Auf ihre Frage, woher er die Sprache so gut beherrsche, erklärte er, er habe in China begonnen, Germanistik zu studieren und in Göttingen das Studium beendet. Zudem habe er stets engen Kontakt zu Deutschland unterhalten. Vor allem Bayern habe es ihm angetan. Er verstehe nun, seit er vor Ort sei, warum die Bajuwaren stolz auf ihre Heimat seien. Es sei hier alles „unglaublich“, zeigte er sich begeistert.

Auf Vermittlung von Bürgermeister Andreas Friedrich habe er eine Privataudienz beim Herzog von Wildenwart, Max Emanuel Herzog in Bayern, bekommen und dessen Gattin Elisabeth Herzogin in Bayern sowie deren Tochter Sophie kennengelernt. Er habe alle zu einem bayerisch-chinesischen Abend in das Konsulat nach München eingeladen, so Qingwen. Er wolle die deutsch-chinesische Freundschaft vertiefen.

Begeisterung über
historischen Ortskern

Dritte Bürgermeisterin Rosi Hell dankte den beiden, „dass sie den Weg zu uns gefunden haben“, und überreichte eine Prien-Tasche mit Präsenten. Auf dem Programm standen eine Ortsführung zu den historischen Sehenswürdigkeiten, ein Besuch des Heimatmuseums, ein Spaziergang zu den ersten Objekten der Kunstzeit sowie eine Fahrt mit der Chiemgau-Bahn zum Hafen. Auf die Frage, was ihnen am meisten imponiert habe, erklärten sie, dass sie die denkmalgeschützten Häuser sowie die Lüftlmalerei sehr schön gefunden hätten. Besonders beeindruckt hätten sie aber „die zwei Damen im Dirndl und deren warmherziger Empfang“.

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