Prien – Was haben Tom und Jerry, die Schlümpfe oder Asterix und Obelix mit Chemie zu tun? Am Tag der P-Seminare am Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) haben zehn Schüler im Fach Chemie zu einer Zaubershow eingeladen. Zu bewundern gab es spannende Experimente, von bekannten Cartoonfiguren begleitet und verständlich erklärt. Wer lieber mit dem P-Seminar Biologie in die Berchtesgadener Berge oder mit dem P-Seminar Sport auf die Zugspitze wandern wollte, war bei der jeweiligen Filmvorführung im großen Saal bestens aufgehoben.
Während des G8 durften sich die angehenden Abiturienten eineinhalb Jahre parallel zum wissenschaftspropädeutischen Seminar (W-Seminar) mit einem praxisorientierten Seminar (P-Seminar) auseinandersetzen. Im G9 ist das Ganze entzerrt. Das P-Seminar, das Projekt-Seminar zur beruflichen Orientierung, belegen nun alle Elftklässler, während das W-Seminar in der Q12 und Q13 stattfindet. Am LTG wird nach wie vor der Tag der P-Seminare gepflegt, „unsere Spezialität“, meint Schuldirektor Rainer Hoff. Die Elftklässler haben sich ein Jahr mit den verschiedensten Themen auseinandergesetzt. Da wäre es doch schade, wenn sie ihre Ergebnisse und ihre Eindrücke nur ihren Mitschülern und ihrem Kursleiter präsentieren. An interessanten und vielfältigsten Themen mangelte es nicht. Da hatten die zahlreichen Gäste, Eltern, Schüler, Lehrer und Freunde der angehenden Abiturienten im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. So manchem Besucher vergingen die zweieinhalb Stunden viel zu schnell.
Evelyn war Teil des Storyteams im P-Seminar Geschichte. Hier drehte sich alles um ein historisches Krimidinner, bei dem die Schüler für Charaktere, Story, Kostüme und ein dreigängiges Menü verantwortlich waren. Mit geladenen Gästen wurde dann gespielt und natürlich auch verkostet. Sophie wirkte mit zwölf anderen Elftklässlern im P-Seminar Geografie an der Produktion eines Kochbuchs mit – von der Rezeptauswahl über die Recherche und das Fotografieren der Gerichte bis hin zur Gestaltung des Buches. „Regionale, saisonale Küche, vielfältig, lecker und unkompliziert“, wirbt Sophie. Kein Wunder, dass das Buch reißenden Absatz fand.
Feline, Theresa und Valentin organisierten mit acht weiteren Mitschülern im P-Seminar Sport „Move and explore – bewegen und erleben“ für Fünftklässler einen Sommersporttag. Radeln, Segeln, Wandern zur Hofalm, Tennis – Erlebnispädagogik inklusive. „Der Sporttag kam gut an“, freuen sich die Sportler. Beim Dies Latinus des P-Seminars Latein hingegen musste das vorbereitete Spiel etwas vereinfacht werden, seufzt Cäcilia: „Die Götter und ihre Attribute waren den Viertklässlern wohl doch etwas zu schwer.“ Der Stand mit dem Tempel zum Selbstbauen und der Stand mit den Soldaten kamen besser an, grinst Mitschüler Felix.
Im Kunstraum gibt es Oeuvres mit unterschiedlichsten Techniken zu bestaunen. Ziel ist das Zusammenstellen einer Mappe für einen kreativen Studiengang – Chapeau, kann man da nur sagen. Und um beim Französischen zu bleiben: Im P-Seminar Französisch galt es, klassische Sehenswürdigkeiten und moderne Street-Art der französischen Hauptstadt aufzubereiten und diese dann auch im Rahmen einer teilweise eigens organisierten Studienfahrt zu erkunden. Der Kurzfilm machte wahrlich Lust auf „Paris et le Street Art – une histoire d’amour“.
Die Lehrer haben die Themen der P-Seminare ersonnen, doch die Schüler sollten sie mit Leben füllen. Und wer die Filme gesehen, das Kochbuch durchgeblättert oder sich mit den Schülern an den Stellwänden unterhalten hat, dem wurde bewusst, dass die Schüler dies mit viel Engagement und Freude machten. elk