Traunstein – Mit einem feierlichen Empfang, dem Eintrag ins Goldene Buch und einem Pontifikalgottesdienst hat die Stadt Traunstein vergangenen Sonntag an die glanzvolle Dreifach-Primiz mit dem späteren Papst Benedikt XVI. im Jahr 1951 erinnert. Dazu ist eigens Erzbischof Dr. Kurt Kardinal Koch zusammen mit Prälat Dr. Markus Graulich aus Rom angereist.
Geschmücktes
Traunstein
Nach ihrer Weihe zum Priester durch Kardinal Michael von Faulhaber hatten der Sohn des früheren Oberbürgermeisters, Rupert Berger, am 1. Juli und die beiden Brüder Joseph und Georg Ratzinger am 8. Juli 1951 ihre Primiz in der Stadtpfarrkirche St. Oswald gefeiert. Die ganze Stadt war seinerzeit auf den Beinen und alles war prachtvoll geschmückt.
Alle drei blieben Traunstein immer eng verbunden und prägten in maßgeblicher Funktion die katholische Kirche: Dr. Rupert Berger als Wissenschaftler für Liturgie und Reformer der gottesdienstlichen Praxis, Georg Ratzinger als Förderer der sakralen Chormusik und Leiter der Regensburger Domspatzen sowie Joseph Ratzinger als Theologieprofessor und späterer Papst Benedikt XVI. Mit seinem Rücktritt vom Petrusamt aus Altersgründen 2013 setzte er eine historische Zäsur.
Die Gebirgsschützen und zahlreiche Organisationen und Vereine empfingen den Kardinal mit Fahnenabordnungen. Im Gottesdienst ging Erzbischof Dr. Kurt Kardinal Koch auf die verantwortungsvolle Rolle des Priesters als Verkünder des lebendigen Wortes Gottes ein. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer erinnerte an die Begeisterung, mit der die Bevölkerung nach den Schrecken des Krieges die Dreifach-Primiz gefeiert hatte. Zeit ihres Lebens hatten die drei Priester eine tiefe Freundschaft und eine besondere Beziehung zu Traunstein verbunden.
Tiefe Verbundenheit
zur Stadt
Rathauschef Hümmer erinnerte sich an persönliche Begegnungen mit dem Traunsteiner Ehrenbürger und Papst Benedikt XVI., dessen Bescheidenheit und Wertschätzung der „Liberalitas Bavarica, der Humanitas und der Christianitas“ – also des Freiheitsgedankens, der Menschlichkeit und der christlichen Prägung Bayerns – ein anderes Bild zeichnen würden, als das des oft zitierten „Panzerkardinals“. Mit einem Empfang vor der Stadtpfarrkirche klang die Feier aus.