Grassau – Ohne das kulturelle und musikalische Angebot der Gruppen und Kapellen, die vom Musik- und Gesangverein organisiert werden, wäre nicht nur Grassau ärmer. Ein wichtiges Element, das Menschen zusammenbringt, Freude bereitet, musikalischen Austausch ermöglicht sowie Jugendlichen Auftrittsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung bietet, würde fehlen. Bei kirchlichen oder gemeindlichen Ereignissen, die einer musikalischen Begleitung bedürfen, steht der Verein parat.
Erste Gelder
übergeben
Doch das Können der Kapellen, Musikgruppen und des Chors kommt nicht von ungefähr. Dafür braucht es Proben und hierfür wiederum einen geeigneten Probenraum – und dieser wird gerade von der Gemeinde am bisherigen Standort errichtet. Für den akustischen Ausbau ist aber der Verein selbst verantwortlich und muss diesen finanzieren. Um Spenden wird nun gebeten, um das große Ziel eines eigenen, gut ausgestatteten Probenraums zu realisieren. Noch klafft eine Finanzierungslücke von rund 22.000 Euro bei der insgesamt 126.000 Euro umfassenden Maßnahme.
Bei den Sommerkonzerten, gestaltet von der Marktkapelle, wurde bereits auf die Baumaßnahme verwiesen und die erste große Spende von der „Meine Volksbank Raiffeisenbank“ (VR Bank) aus den Händen von Katharina Aberger entgegengenommen. „Wir unterstützen gerne den Verein in seinem Bestreben, den Musikraum entsprechend ihren Bedürfnissen auszustatten“, betonte die leitende Bankangestellte und überreichte 1.000 Euro. Vorsitzenden Tobias Gasteiger freute diese großzügige Spende, die hilft, die finanzielle Lücke zu schließen.
Viele Gruppierungen umfasst der Verein, darunter die Marktkapelle, die Alphornbläser, die Tanzlmusik, den Achentalchor, die Grassauer Blasmusi und auch die Jugendkapelle Grassau. Sie alle müssen proben und benötigen einen entsprechend großen und modern ausgestatteten Probenraum.
Barrierefreier Zugang
im Schulhaus
Derzeit kann im Dachgeschoss im vierten Stock des Katek-Gebäudes geprobt werden. Das ist aber keine Dauerlösung, und so wird im Zuge der Schulhaussanierung das Dachgeschoss der Grundschule als Probenraum hergerichtet. Mit einem Außenaufzug wird der Probenraum auch barrierefrei erreichbar sein, und schwere, sperrige Instrumente müssen nicht mehr über die Treppe transportiert werden.
Von Vorteil ist zudem die räumliche Nähe zur benachbarten Musikschule. Tobias Gasteiger sowie die Mitglieder der Marktkapelle freuen sich bereits auf den neuen Probenraum, der mit Aufnahme- und Beschallungstechnik ausgestattet werden soll, um die hohe Qualität der Kapelle weiter auszubauen. Schon mehrfach wurde die Marktkapelle ausgezeichnet, und darauf können die Musiker zu Recht stolz sein.
Der neue Probenraum, der bis zu 60 Personen fassen kann, muss so ausgestattet werden, dass auch wirklich jedes Instrument wahrgenommen werden kann. Ein solcher Raum ist für den Erfolg der Musikgruppen von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist der Raum zudem für die Nachwuchsförderung und die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Große Bedeutung
für Nachwuchsarbeit
Man darf nicht vergessen, dass das Spielen in einer Kapelle ehrenamtlich erfolgt. Auch wenn jeder Einzelne Spaß an der Musik hat, so sind die Auftritte doch für die Allgemeinheit bestimmt. Folglich ist auch der gesellschaftliche Aspekt wichtig. „Eine kleine Teeküche mit Kühlschrank und Stauraum zur Vor- und Nachbesprechung, zum kameradschaftlichen Austausch, zum Ratschen, hält zusammen und ist ebenfalls wichtig“, meinte Tobias Gasteiger.
Finanzierung
und Aufruf
Die Marktgemeinde schafft den Probenraum, doch den Ausbau muss der Verein selbst finanzieren – und hierfür stehen 126.000 Euro im Raum. Allein für Planung und Akustik, die für einen für Kapellen geeigneten Probenraum dringend erforderlich sind, müssen knapp 85.000 Euro aufgewendet werden. Des Weiteren werden Mittel benötigt, um Stühle, Notenpulte, eine kleine Teeküche und eine Garderobe anzuschaffen und einzubauen. Wichtig, um die hohe Qualität zu halten und mit der Zeit zu gehen, ist zudem die Medientechnik, die wiederum knapp 10.000 Euro kosten wird.
Die Bedeutung des Probenraums wird voraussichtlich von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte anerkannt und mit rund 52.000 Euro über das Leader-Förderprogramm gefördert. An Eigenmitteln kann der Verein rund 52.000 Euro aufwenden, und an Spenden werden 22.000 Euro benötigt. Dank einiger bereits eingegangener größerer Spenden, wie der der VR Bank oder auch einer Privatspende von Marlene und Sebastian Noichl in Höhe von 500 Euro, wird die Finanzierungslücke kleiner. Doch es werden noch weitere Spenden benötigt. Eine Spende an den Musikverein wird den Verein beim Ausbau des Probenraums und damit die Jugendarbeit sowie das musikalische Leben in der Gemeinde und der Region unterstützen.