Siegsdorf – Körperlich noch rüstig, geistig fit und zufrieden mit einem erfüllten Leben, hat Anna Gimpl, die Altbäuerin vom „Wölfl-Hof“ in Traundorf, kürzlich im Kreis ihrer Familie, Nachbarn und Freunde ihren 100. Geburtstag gefeiert.
Geboren wurde sie Anfang Juli 1926 als Anna Reiterberger auf dem Berger-Hof in Seiboldsdorf. Nach dem Besuch der Volksschule in Haslach musste die damals 13-Jährige mitten in der Kriegszeit auf dem elterlichen Hof bereits schwere landwirtschaftliche Arbeit übernehmen, um die Abwesenheit der meisten Männer zu kompensieren. Lange Zeit galt sie dabei als beste und schnellste „Mäherin“ im ganzen Umkreis. „Selber anschaffen und selber tun“ war dabei bald ihr notwendiges Lebensmotto, das sie bis heute beherzigt hat.
1950 heiratete sie den Traundorfer Felix Gimpl und kam als Bäuerin auf den Wölfl-Hof im benachbarten Traundorf. Trotz ihrer sichtbaren Zufriedenheit mit ihrem Lebensweg hatte sie aber auch Schicksalsschläge zu verkraften. Ihr älterer Sohn Alois kam 1972 bei einem tragischen Unfall mit nur 19 Jahren ums Leben. 1990 übergaben Anna und Felix dann den Hof an den zweiten Sohn Franz und dessen Frau Helga.
Die Landwirtschaft wurde dann zwar aufgegeben, aber bei allen Arbeiten rund um den stattlichen Hof und vor allem auch im Wald unterstützte die stets vielseitig interessierte „Austraglerin“ ihre Familie über viele Jahrzehnte. Das „Brennholz“ und das „Heu einbringen“ lagen ihr immer besonders am Herzen, aber auch die Treffen mit den „Jungen“ aus der Nachbarschaft und dem Gebirgstrachten-Erhaltungsverein (GTEV) Siegsdorf, die im Wölfl-Hof seit Jahren gerne gesehen sind, haben Anna geistig jung gehalten.
In den vergangenen Jahren ist sie altersbedingt etwas ruhiger geworden, aber ihre aufmerksamen Rundgänge um Haus und Hof gehören nach wie vor ebenso zu ihrem täglichen Leben wie das interessierte Lesen der Tageszeitung und die Gespräche mit Freunden und Nachbarn. Viel Freude hat sie auch mit ihren beiden Urenkeln Felix und Marlene. Der Hof ist mittlerweile in den Händen von Enkel Martin und seiner Frau Katharina, die sich ebenso um die rüstige „Altbäuerin“ kümmern wie Sohn Franz, der zusammen mit ihr im Nebenhaus des Anwesens wohnt und sie liebevoll betreut.
Die Familie, die Nachbarn und Freunde bereiteten ihr zum 100. Geburtstag einen wunderbaren Jubeltag, zu dem sich auch die „Mutter- Anna-Trägerinnen“ der Fronleichnamsprozession, zu denen sie 25 Jahre lang gehörte, die Frauen des GTEV Siegsdorf sowie Bürgermeister Christian Scheck und die stellvertretende Landrätin Kathi Hallweger einfanden und die besten Glückwünsche überbrachten. fkr