Übersee – Jede Menge Spaß und Unterhaltung hat das gar nicht jugendfreie neue Stück der Volksbühne Übersee-Feldwies geboten, das im Wirtshaus D’Feldwies Premiere gefeiert hat. Diesmal hatte man etwas ganz Neues ausprobieren wollen, kündigte die Leiterin der Volksbühne, Waltraud Gries, den Besuchern an – kein „Bauerntheater“, sondern eine moderne Komödie in drei Akten, geschrieben von Jürgen Schuster.
Hervorragend gespielt unter der bewährten Regie von Doris Maier zeigten sich anfangs drei recht niedergeschlagene, „lätschade“ Männer, die – obwohl erst um die 60 Jahre alt – arbeitslos waren und keinen Job mehr fanden. Franz (Franz X. Reiner), Georg (Christian Lucke) und Michael (Rudi Stier) erledigten dafür ziemlich lustlos die Hausarbeit, während ihre energischen Frauen das Geld verdienten, namentlich Caro (Birgit Kastner), Paula (Christine Vilsmaier) und Martina (Monika Lermer). Nur ein ehemaliger Kollege der Männer, Josef (Michael Hartl), hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und versuchte, das lädierte Selbstbewusstsein der drei anderen aufzumöbeln. Bei ihren häufigen Treffen entwickelten die Männer ein ungewöhnliches Projekt für ihr Alter: Sie wollten wieder attraktiver für ihre Frauen werden. Wenn beim Trio auch immer wieder große Zweifel aufkamen – „Fit im Schritt? Eher: Flott wie Schrott“ –, bekamen sie schon bald wertvolle Unterstützung von Alexandra (Magdalena Lucke), der Tochter von Caro und Franz. Die Tochter sorgte dafür, dass die Ehefrauen von dem „Projekt“ möglichst nichts ahnten.
Mit viel Spielfreude, großem Engagement und Ausdruckskraft probten die Männer mehrfach einen „verruchten“ Auftritt im Wohnzimmer, bei dem so manche Hüllen fallen sollten. Allerdings wurde es mit der Geheimnistuerei immer schwieriger: Den Ehefrauen fiel eine unerklärbare Veränderung an ihren Männern auf, und besonders „Zupfi“, die neugierige Haushälterin des Pfarrers – namentlich die sittenstrenge Theodolinde Zupf (Waltraud Gries) –, beobachtete „den sündigen Tanz“ unbemerkt und hörte etwas von „vier kleinen Peperonis“. Da fiel sie gleich in Ohnmacht, denn nach eigener Aussage war sie „die rechte Hand des Pfarrers mit Herz und Verstand“, die über die Sitten im Dorf wachte.
Eine Bar, in der nur mit Masken Eingang gewährt wurde, war der Höhepunkt der zahlreichen Verwechslungen im dritten Akt, wohin sich auch „Zupfi“ verirrte und für etliche Lachsalven sorgte. Musikalisch passend untermalt – jeder Akt begann mit einer verrauchten Singstimme zu „Too sexy for my love“ – war auch hinter den Kulissen bestens für einen reibungslosen Ablauf des Theaters gesorgt. Großartige Unterhaltung bot Simon Berger am Anfang und auch während der Pausen mit virtuos gespielten Stücken auf der „Ziach“. Für die einwandfreie Ton- und Lichttechnik mit aufwendigen Lichteffekten und musikalischen Einspielungen zeichneten Sabrina Haßlberger und Sophia Kastner verantwortlich. Der Bühnenaufbau lag in den bewährten Händen von Stefan Gries, für die Requisiten sorgte Julia Estermeier, für die Masken Andrea Leitner und Regisseurin Doris Maier. Kaum notwendig waren die Dienste von Souffleuse Christine Huber, die aber zur Not jederzeit weiterhelfen konnte.
Der lang anhaltende Applaus am Ende des Stücks und die Spenden der Zuschauer belohnten die Akteure für ihre großartige Leistung und bewiesen die große Wertschätzung für die seit weit über 100 Jahren bestehende Volksbühne Übersee-Feldwies. Aufführungen finden am Sonntag (19. Juli) und am Freitag (31. Juli) statt. Im August gibt es Vorstellungen am Freitag (14. August) und am Freitag (21. August) sowie im September am Freitag (18. September), am Sonntag (20. September) und am Sonntag (27. September). Beginn ist an den Sonntagen jeweils um 19 Uhr, an den anderen Tagen um 20 Uhr im Wirtshaus D’Feldwies. gi