Bernau – „Mit dem neuen Sozialkaufhaus in Bernau schaffen wir ein Angebot, das ökologische Verantwortung und soziale Teilhabe konkret miteinander verbindet.“ Klaus Voss, Gesamtleiter der Sozialen Dienste Oberbayern bei der Diakonie Rosenheim sowie Sprecher der regionalen Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände, hat bei der offiziellen Eröffnung des Sozialkaufhauses an der Chiemseestraße 84 zahlreiche Diakonie-Vertreter aus Stadt und Landkreis Rosenheim, Martina Lederwascher vom Jobcenter Rosenheim, Elke Haas vom Caritas-Zentrum Prien und Irene Biebl-Daiber, Bernaus Bürgermeisterin, sowie zahlreiche interessierte Bürger begrüßt.
Ein Ort der
Begegnung
Von großer Freude und Dankbarkeit sprach Biebl-Daiber. Das Sozialkaufhaus sei mehr als ein Kaufhaus. Es sei ein Ort der Begegnung, der Beschäftigung und neuer Chancen. Auch Michael Jahn, Bereichsleiter der Sozialkaufhäuser, betonte, dass das Sozialkaufhaus in mehrfacher Hinsicht bereichernd sei. Er sprach von „zweiten Chancen – für Dinge und für Menschen“.
Auf einer Fläche von rund 210 Quadratmetern werden hier gut erhaltene Möbel, Kleidung, Haushaltswaren und weitere Alltagsgegenstände zu günstigen Preisen angeboten. Sogar eine Spielecke für die kleinen Kunden gibt es. Ziel ist es, gebrauchsfähigen Dingen ein zweites Leben zu geben – und zugleich Menschen mit kleinem Budget den Zugang zu bezahlbaren Produkten zu ermöglichen. Zudem entstehen „neue Perspektiven im Bereich Beschäftigung und Qualifizierung“.
Mit dem Standort in Bernau erweitert die Diakonie Rosenheim ihr bestehendes Netz an Sozialkaufhäusern. In Rosenheim, Bruckmühl, Hausham und Wasserburg sind bereits entsprechende Einrichtungen etabliert. Dazu kommt noch die Kleiderkammer in Rosenheim. Am Standort Bernau sind sechs Beschäftigungsplätze im Rahmen eines sogenannten Zuverdienstangebots vorgesehen. Dieses richtet sich an Menschen, die aktuell nicht oder noch nicht voll erwerbstätig sein können und über eine niedrigschwellige, stundenweise Tätigkeit schrittweise ins Arbeitsleben einsteigen. Über die sinnvolle Beschäftigung sollen diese Menschen wieder Arbeitsfähigkeit, Selbsterprobung und Tagesstruktur erlangen. Noch seien nicht alle Stellen besetzt, warb Voss.
Sabine Huber, Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Aschau-Bernau, und Conny Frey, Wortgottesdienstleiterin aus Bernau, spendeten den Segen für das Sozialkaufhaus. Schon bei den Fürbitten waren die Worte Respekt, Freude und ein offenes Herz im Miteinander angeklungen. Dies alles zeigte sich später im lockeren Gespräch. Matthias Münx, Leiter des Bernauer und Haushamer (Landkreis Miesbach) Sozialkaufhauses, deutete auf das große Warenangebot im Raum. Die Mitarbeiter seien verantwortlich für alles, sei es das Annehmen der Spenden, das Einräumen der Waren, der Verkauf oder auch die Reinigung des Ladens. „Seitdem wir offen haben, erfahren wir eine super Resonanz.“
Martin Kuchar ist einer der neuen Mitarbeiter im Bernauer Sozialkaufhaus. „Mein bester Mann“, sagte Münx. Kuchar wehrte errötend ab. Er sei sehr zufrieden, hier drei Tage à vier Stunden arbeiten zu dürfen, sagte er. Ein tolles Angebot, war immer wieder zu hören. Ebenso lobten durch die Bank alle Gäste, dass sich hier nachhaltiger Konsum mit sozialer Verantwortung verbinde und dass das Sozialkaufhaus zur sozialen Teilhabe in der Region beitrage.
210 Quadratmeter
mit Möbeln und Kleidung
Das Sozialkaufhaus der Diakonie Rosenheim in der Chiemseestraße 84 in Bernau hat Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Das Warenangebot ist breit gefächert: Möbel aller Art (Hausrat, Geschirr, Heimtextilien, Elektrogeräte, Unterhaltungselektronik einschließlich Schallplatten, CDs und DVDs), Damen-, Herren- und Kinderkleidung, Hüte, Bücher, Deko-, Sport- und Freizeitartikel sowie Kinderspielzeug.
Während der Öffnungszeiten können Spenden abgegeben werden. Bei Fragen oder Unklarheiten wird darum gebeten, vorab unter der Telefonnummer 08051/ 9675133 anzurufen. Unter bestimmten Voraussetzungen können gut erhaltene Möbel auch abgeholt werden. Hierfür kann eine E-Mail mit Fotos der Möbel an moebel@sd-obb.de gesendet werden; eine Rückmeldung erfolgt im Anschluss.