Bieranstich im Festzelt (von links): Die Bernauer Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber zapfte das Festbier an, Andi Hell und Richard Hundhammer vom Hofbräuhaus reichten zusammen mit Festwirt Werner Heinrichsberger und Alois Müller, dem Organisator vom Gewerbeverein Bernau, fleißig die Krüge zum Nachfüllen.
Stefan Erdmann ist zwar für seine Naturfilme berühmt, er hat aber auch das lebendige Vereinsleben in Bernau toll in Szene gesetzt und moderierte am Festabend die Auftritte der Vereine zwischen den einzelnen Filmszenen an.
Bernau – Bei Kaiserwetter ist die Gemeinde Bernau in ihre Jubiläumswoche anlässlich ihrer 1.100-Jahr-Feier gestartet. Mit dem feierlichen Einzug setzten die Bernauer Vereine und Fahnenabordnungen auf ihrem Weg ins Festzelt gleich den besonderen Akzent für die kommenden Festivitäten. „Das Wertvollste einer Gemeinde sind die Menschen“, brachte es Bürgermeisterin und Schirmherrin Irene Biebl-Daiber beim Bieranstich auf den Punkt.
Dieses Miteinander, dieses Füreinander-da-Sein, setzte dann Filmemacher Stefan Erdmann höchst wirkungsvoll in Szene. Den Hunderten von Hauptdarstellern, die immer wieder die Bühne lebendig werden ließen, galt nicht nur der tosende Applaus des Publikums, sondern auch der besondere Dank der Bürgermeisterin. Den außerordentlichen Einsatz des Gewerbevereins als Hauptorganisator und der unzähligen freiwilligen Helfer hob sie dabei besonders hervor.
„Das Wertvollste
sind die Menschen“
„Bernau ist bunt, laut, leise“, unterstrich Biebl-Daiber, und es lohne sich, aufmerksam zu sein – denn letztlich gehe es im nachfolgenden Film über die Geschichte von Bernau nicht um Gebäude, sondern um „das Wertvollste einer Gemeinde, die Menschen“. Sie umriss die Entwicklung der Gemeinde, die sich über viele Jahrzehnte verändert habe und deren gesellschaftliches Dorfleben ganz besonders durch die Vereine und die Menschen geprägt sei. Stefan Erdmann schloss sich in seinem Dank vor der Präsentation des Films den Worten der Bürgermeisterin an und betonte: „Was ihr geleistet habt, war wirklich unglaublich.“
So begann der hervorragend gemachte Film mit einer eigens für das Jubiläum komponierten Ouvertüre der Bernauer Musikkapelle, und das Festzelt tobte, als im Zeitraffer der Aufbau des – so Erdmann – „definitiv schönsten Festzelts auf diesem Planeten“ in Szene gesetzt wurde. „Seid’s aufmerksam“, forderte auch Erdmann das Publikum auf, denn jeder der Bernauer Vereine „hat es heute Abend ganz besonders verdient“. Mit Bernauer Impressionen startete der Film, und der ganz individuelle Spannungsbogen baute sich aus einem gekonnten Mix aus historischen Bildern, Filmausschnitten und Live-Auftritten der Vereine auf. Zwischendurch kamen auf der Leinwand wie auch in persona immer wieder Funktionäre, verdiente Mitglieder und Vorstände als Ko-Moderatoren zum Einsatz und berichteten kurzweilig über die Geschichte des jeweiligen Vereins, besondere Ereignisse und prägende Persönlichkeiten, die maßgeblich Vereinsgeschichte mitgeschrieben haben.
Mit Erdmann hatte die Gemeinde einen professionellen Filmemacher engagiert, der die vielen Gruppen über ein Jahr begleitet hatte. So entstand eine Choreografie, die Bernau, seine Menschen und Vereine wirklich lebendig werden ließ. Das voll besetzte Festzelt quittierte jeden Auftritt mit tosendem Applaus. Zum Auftakt tanzten die Chiemseenixen und ihr Prinzenpaar über die Bühne. Es folgten Auftritte der Trachtenvereine Bernau und Hittenkirchen, und das Publikum konnte das händische Aufstellen des Maibaums noch einmal miterleben und begleitete die Vereinsmitglieder bei Fronleichnamsprozessionen. Es konnte die Begeisterung der Bernauer Skiläufervereinigung spüren, die 1965 gegründet worden war und 1972 das olympische Feuer übergeben durfte, sowie den Kampfgeist der Eishockeyspieler.
Der Kunstkreis Bernau präsentierte sein Engagement und erläuterte, warum Kunst so wichtig sei. Für jede Menge Lacher sorgte die Selbstinszenierung der Bernauer Sportfischer und ihrer – so Erdmann – „grandiosen Schauspieler“. Die Bernauer Volksbühne und ihre Darsteller freuten sich ebenso über ihren verdienten Applaus wie die Kinderbetreuungseinrichtungen und das Netz für Kinder. Als zweifellos ältester Verein wiesen die Bernauer Gebirgsschützen auf ihre jahrhundertelange, aber immer noch lebendige Tradition hin, und der TSV Bernau begeisterte mit seiner ganzen Bandbreite an sportlichen Aktivitäten sowie den Titeln, die in vergangenen Wettkämpfen errungen werden konnten. Von den Turnern bis zu den Fußballern und ganz besonders die Schwimmer wurden alle mit großem Applaus begrüßt und beklatscht.
Miteinander Gutes für andere tun – wie der Katholische Frauenbund Bernau und die Landfrauen; nicht nur die Natur schützen, sondern auch den wichtigen Ortsbahnhof erhalten, für den der Bernauer Bund Naturschutz gekämpft hat; und die Gemeinde bei Segelregatten in ganz Deutschland bekannt machen und die Jugend an diesen Sport heranführen, was sich der Segelclub Bernau am Chiemsee auf die Fahne geschrieben hat: Jeden Verein begleitete Erdmann mit wunderbaren Bildern und passender Musik. Vor dem Auftritt der Wasserwacht zeigte und intonierte er den Chiemsee von seiner stürmischen, gefährlichen Seite. Unter dem Motto „Teamgeist, Vertrauen und Kameradschaft“ sorgten diese für Sicherheit am und im Wasser, so Erdmann. Anderen zu helfen sei auch oberstes Ziel der Bernauer und Hittenkirchner Feuerwehr. Während ein Feuerwehrmann in Schutzkleidung über den Bildschirm schritt, berichtete Vorsitzender Felix Reim von 162 Einsätzen im vergangenen Jahr. Sportlich und gesellig präsentierte sich der Tennisclub Bernau, und die Tradition der Perchten wollen die Mitglieder des Vereins Chiemseepass aufleben lassen.
Vereine
präsentieren sich
Letztlich erreichte die herausragende Musikkapelle Bernau das Publikum noch einmal mit ihrem ganz besonderen Stück musikalischer Liebe zu Bernau, nachdem sie auch die verschiedenen Auftritte der Trachtengruppen begleitet hatte. Bürgermeisterin Biebl-Daiber bat am Ende des Films zu vorgerückter Stunde Mitglieder der Bernauer Vereine nochmals auf die Bühne und überreichte dem stets barfuß gehenden Filmemacher Erdmann ein Paar Wanderschuhe auf Schokolade. Erdmanns Dank galt der Gemeinde, dem Gewerbeverein, der Bürgermeisterin, den Vereinen und dem Bauhof. Ganz bescheiden merkte er an: „Ich hoffe, ich habe euch so darstellen können, wie ihr es gewünscht und verdient habt“ – denn: „Ihr seid die Seele des Dorfes.“