Taubenschlag auf Rathausdach soll Plage reduzieren

von Redaktion

Um das Taubenproblem in der Innenstadt zu lösen, hat der Hauptausschuss in Traunstein am Mittwoch, 15. Juli, dem Bau eines Taubenhauses auf dem Rathausdach zugestimmt. Mit dem Projekt für 18.000 Euro soll die Population gezielt gesteuert werden. Die Vögel breiteten sich laut Oberbürgermeister Christian Hümmer stark aus.

Traunstein – „Wir wollen den Taubenbestand in der Stadt auf ein sehr erträgliches Maß reduzieren“, so Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Der Schlüssel zum erhofften Erfolg: ein Taubenhaus. Eingerichtet wird es auf einer 15 Quadratmeter großen Fläche am Dach des Rathauses. Vom Hauptausschuss gab es volle Zustimmung zu dem Projekt. Der Entscheidung ging ein Antrag der CSU-Fraktion voraus.

Am Rathausdach wird für die Vögel ein „sicherer Rückzugsort“ eingerichtet, stellte Micha Thomas von der Stadtverwaltung das Projekt vor: Nischen zum Brüten und genügend Futter werden den Tauben dort zur Verfügung gestellt. Drei bis fünf Personen kümmern sich dann regelmäßig um das Taubenhaus und tauschen die Eier gegen Attrappen aus. OB Hümmer sprach von „gezielter Populationssteuerung“.

Es mache keinen Sinn, die Tiere rund um den Stadtplatz vom einen zum anderen Standort zu vertreiben. Mit dem städtischen Taubenschlag sollen die Vögel gezielt angelockt werden. Erfahrungen aus anderen Städten würden zeigen, dass Tauben nach und nach solche Standorte annehmen, wenn sie dort bessere und verlässlichere Bedingungen vorfinden als an ihren bisherigen Aufenthalts- und Brutplätzen. Man rechnet damit, dass es sechs bis neun Monate dauert, bis der neue Taubenschlag angenommen wird.

Der Wirkradius eines Taubenhauses wird auf 200 bis 300 Meter geschätzt. Damit wäre das Innenstadtgebiet abgedeckt. Bis zu 200 Tiere könnten künftig am Rathausdach ihre neue Heimat finden. In etwa so groß dürfte die Taubenpopulation rund um den Stadtplatz sein.

Die Gesamtkosten, unter anderem für die Holzkonstruktion, werden auf 18.000 Euro veranschlagt. Vollgekotete Dächer und Lichthöfe, Gestank und vereinzelte tote Tiere sind sowohl für Mieter als auch für Geschäftsinhaber teils eine Plage und verursachen hohe Reinigungskosten. xe

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