Ein Essgeschirr rettete ihm das Leben

von Redaktion

Franz Schmid feiert 100. Geburtstag – Glückwünsche der Marktgemeinde Prien überbracht

Prien – Franz Schmid hat seinen 100. Geburtstag begangen. „Ich wundere mich selbst über dieses hohe Alter – ich habe nie gedacht, dass ich es erreichen werde“, erklärte er der Dritten Bürgermeisterin Rosi Hell, die im Namen der Gemeinde zum 100-jährigen Geburtstag dem Jubilar recht herzlich gratulierte und Blumen überreichte.

Allerdings hatten auch seine Eltern ein hohes Alter erreicht, wie Franz Schmid weitererzählte. Seine Mutter sei 90, sein Vater 87 Jahre alt geworden. Er glaube, dass dafür seine gute Gesundheit verantwortlich sei – und vor allem, dass er nie geraucht habe. Zudem war er zehn Jahre lang Abteilungsleiter der Tanzsportabteilung des Turn- und Sportvereins (TuS) Prien.

Damals habe es vor Ort noch keine Tanzschule gegeben, und so hätten Mitglieder dort Standard- und lateinamerikanische Tänze wie Tango und Rumba lernen können.

„Man braucht

schon auch Glück“

Mit Blick auf sein langes Leben erklärte er, dass es dazu auch Glück brauche. „Im Zweiten Weltkrieg ist an der Ostfront eine russische Granate nur vier Meter vor mir explodiert.“ Der damals 18-jährige Soldat lag flach am Boden und spürte einen heftigen Schlag an seiner Hüfte. „Als ich nachsah, bemerkte ich, dass mein Essgeschirr am Gürtel ein Loch hatte – ein Splitter hatte es durchschlagen und mich vor einer Verwundung gerettet.“

Später geriet er in amerikanische und englische Gefangenschaft. Im Juli 1945 wurde er entlassen und konnte nach einjähriger Abwesenheit wieder in die Heimat zurückkehren. 1946 holte er das Abitur in einem Sonderkurs für Soldaten nach und studierte in München Deutsch, Geschichte und Erdkunde.

1951 machte er das Staatsexamen und trat 1953 eine Stelle als Lehrer am Ludwig-Thoma-Gymnasium an. Neben dieser Tätigkeit war er dort zehn Jahre lang Leiter der Fachschaft Deutsch sowie der Schulspielgruppe, die öffentlich auftrat.

1955 lernte er seine Frau Monique in Prien am Chiemsee kennen. Die Pariser Dolmetscherin arbeitete beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) und verbrachte viel Zeit am Chiemsee.

Kurze Zeit später heirateten die beiden auf der Fraueninsel – aus der Verbindung gingen zwei Töchter und mittlerweile fünf Enkel und sechs Urenkel hervor. Das Paar feierte 2005 die goldene, 2015 die diamantene und 2020 die eiserne Hochzeit.

Neben gemeinsamen Hobbys wie Malen, Klavierspielen und Segeln unternahmen die beiden viele Reisen.

Um ein langes, gesundes Leben zu erzielen, sei es wichtig, fit zu bleiben. Als ältestes Mitglied des TuS Prien empfehle er jedem, Sport zu treiben. Seinen Geburtstag beging der Jubilar zunächst mit zwei ehemaligen Lehrerkolleginnen sowie später mit einer großen Feier im Kreis seiner Familie.

Gern denkt Franz Schmid an seine aktive Zeit in der Schule zurück, in der er Tausende Schüler unterrichtet hat – er hoffe, dass sich viele von ihnen auch noch an ihn erinnern.

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