Bernau – Der Gewitterregen konnte den Bernauern gestern nicht wirklich einen Strich durch die Rechnung machen. Im voll besetzten Festzelt im Chiemsee-Park Felden segnete Pfarrer Philipp Werner im Beisein seiner geistlichen Kollegen Feuerwehrmannschaften aus Bernau und dem ganzen Landkreis und erbat Gottes Schutz. Der Segenswunsch galt den Menschen, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz oft Menschenleben retten, aber natürlich auch den neuen Einsatzfahrzeugen, die draußen im Gewitter im Spalier geparkt waren.
Den ökumenischen Festgottesdienst zelebrierten Pfarrer Philipp Werner und Pfarrerin Sabine Huber im Beisein von Diakon Michael Leberle und Günther Mayer von der evangelischen Kirche.
Ausweichmanöver
wegen Starkregen
Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber machte in ihrem Grußwort deutlich, wie sehr die Gemeinde bis zuletzt gehofft hatte, den Festgottesdienst und die Fahrzeugweihe der Feuerwehrfahrzeuge doch im Freien abhalten zu können. Doch der Starkregen und die Sturmböen ließen das nicht zu. So standen die Standartenträger der Feuerwehr Bernau und der Nachbarfeuerwehren – unter anderem aus Prien, Rimsting, Hittenkirchen und Rottau – im Festzelt Spalier. Pfarrer Philipp Werner ließ sich vom schlechten Wetter nicht beirren und fand vor seinem Segen muntere Worte.
Die Fürbittenden machten deutlich, wie sehr die Menschen, die sich oft in Gefahr begeben, um anderen zu helfen, Gottes Segen bedürfen. Erbeten wurde aber auch der Segen für die Entscheidungsträger aus der Politik, die entscheidende Weichen stellten.
Den musikalischen Rahmen gestalteten der Festchor unter der Leitung von Bernadette Osterhammer und die Blaskapelle Bernau. Matthias Vieweger überreichte an Chorleiterin Bernadette Osterhammer unter großem Applaus nach der Messe einen Blumenstrauß und betonte, wie sie es geschafft habe, innerhalb weniger Monate einen ganz besonderen Chor aus einem „zusammengewürfelten Haufen“ zu formen.
Die Bernauer Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber erinnerte daran, dass es Kommandant Stefan Huber gewesen sei, auf dessen Initiative am Sonntag (19. Juli) zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge unter Gottes Schutz gestellt wurden.
Ein Festtag für
viele Feuerwehren
Darunter nicht nur sechs Fahrzeuge aus Bernau, sondern auch Einsatzfahrzeuge aus Prien, Oberaudorf, Kolbermoor, Rohrdorf, Kiefersfelden, Au, Pfraundorf und Wasserburg.
Als Ehrengäste begrüßte die Bürgermeisterin unter anderem Landrat Otto Lederer, die Landtagsabgeordneten Sebastian Friesinger, Sepp Lausch und Andreas Winhart, ihre Amtskollegen Simon Frank (Bürgermeister Aschau) und Josef Griesenböck (Zweiter Bürgermeister Grassau) sowie Sebastian Stephan (Dritter Bürgermeister Grassau).
Ihr Gruß galt auch den Vertretern der Kreisbrandinspektion, Altbürgermeister Klaus Daiber, den Gemeinderatskollegen aus Bernau, den vielen Vertretern der Vereine und ganz besonders den Mitgliedern der verschiedenen Feuerwehren.
Investitionen in
die Sicherheit
Es sei ein ganz besonderer Tag, an dem Kameraden und Kameradinnen der Feuerwehr, ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft im Mittelpunkt stünden, so Biebl-Daiber. In ihrer Rede ging sie auf die politischen Weichenstellungen für die neuen Fahrzeuge ein. „Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren fast 1,3 Millionen Euro in Fahrzeuge investiert. Jetzt wird das Feuerwehrhaus für 2,3 Millionen Euro erweitert.“ Fördermittel sind in diese Summen eingeschlossen. Als „besonderes Beispiel für Eigeninitiative“ nannte sie das Mehrzweckboot, das der Feuerwehrverein selbst beschafft habe und das 2019 in Dienst gestellt wurde. „Es ist unser Anspruch, unsere Feuerwehren bestmöglich auszustatten“, betonte die Bürgermeisterin. Sie würdigte den Einsatz der Kameraden, denn es sei nicht selbstverständlich, dass Frauen und Männer der Feuerwehr oft unter erheblichen Risiken anderen Menschen zur Seite stünden.
Biebl-Daiber dankte dem Gemeinderat, dem Landkreis, den Förderstellen und ganz besonders den Feuerwehrmannschaften unter dem Kommando von Stefan Huber und vorher von Marcus Prassberger als dessen Amtsvorgänger.
Starke Gemeinschaft und
modernste Technik
„Heute ist ein ganz wichtiger Tag für die Feuerwehr“, bilanzierte der Kommandant im Hinblick auf die „vorausschauenden“ Anschaffungen, durch die nun modernste Technik für ein immer größeres Einsatzspektrum verfügbar sei. Er ging auf die sechs verschiedenen Fahrzeuge ein und auf die 38 Sitzungen, in denen der Fahrzeugausschuss in den vergangenen neun Jahren in 2.500 Stunden um die Beschaffungen gerungen und gestritten habe. „Kameraden, ich kann jederzeit auf euch zählen“, hob er die menschliche Komponente trotz aller Technik in den Vordergrund und bekam tosenden Applaus.
Kreisbrandrat Richard Schrank würdigte die Leistungen der rund 7.500 Einsatzkräfte in 116 Feuerwehren im Landkreis Rosenheim. Diese seien zu „112 Prozent für die Bürger da“ und ihr Zusammenhalt sei „unerschütterlich“, so Schrank. Er dankte nicht nur den Mannschaften, sondern auch Landrat Otto Lederer für die Unterstützung.
Ein Geschenk hatte die Feuerwehr Hittenkirchen für die Bernauer Kameraden dabei, das die Kommandantin Veronika Wöhrer überreichte. Die Bernauer Wasserwacht lobte die „wunderbare Zusammenarbeit“ mit der Bernauer Feuerwehr und die Kameradschaft. Als Geschenk überreichte der Vorsitzende Florian Bickert ein ganz besonderes Bild und eine Plakette.