EU-Verbot sorgt für Diskussion: Hirschgehege bedroht

von Redaktion

Rund 120 Interessierte bei der Ortsteilbegehung des „Obst- und Gartenbauvereins Prien und Umgebung“ in Wiedendorf

Prien/Bernau – Rund 120 Gartler – und solche, die es werden wollen – hat der Ortsteil Wiedendorf angezogen. Der „Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung“ hatte zur Ortsteilbegehung mit anschließendem Sommerfest bei Familie Schnaiter auf den Pollhof geladen. Christian Steinbichler eröffnete seine Führung im Bernauer Ortsteil Wiedendorf mit dem Blumenschmuck des Pollhofs. Der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt, die von klassischen Balkongeranien bis hin zu insektenfreundlichen Blumen und Stauden reichte. In den Hochbeeten des auf der Südseite gelegenen Bauerngartens wuchsen Gemüse und Kräuter zur Selbstversorgung der Familie Schnaiter. Vor der Kulisse der bayerischen Voralpen gediehen Kraut, Gurken, Salat und vieles mehr.

Im angrenzenden Streuobstgarten fanden sich zahlreiche Obstbäume. Nach einem Exkurs über alte Birnensorten – „… manche Sorten verschwinden einfach – wenn keiner mehr Kletzn trocknet, braucht man diese speziellen Sorten halt nicht mehr…“ – führte der Weg einige Hundert Meter weiter zu Haus und Garten von Christine Schnaiter. Die experimentierfreudige junge Frau zog Kartoffeln in Türmen: Das Erdreich mit den Setzkartoffeln wurde dabei von Stroh und Baustahl ummantelt, ein mittiges Drainagerohr sorgte für die Wasserversorgung bis nach unten und ließ die Kartoffeln wunderbar gedeihen. Daneben wuchsen Kürbisse und Zucchini in nach unten offenen Kübeln, die einzeln auf einem kleinen Erdhügel standen. „Tierische“ Gesellschaft erhielt der liebevoll gepflegte Garten von Schafen, Hühnern und Hasen. Auf dem Anwesen von Hans Bauer erläuterte Vorsitzender Christian Steinbichler den Schnitt von Himbeeren und wies auch hier auf den wunderbaren Blumenschmuck hin.

Die letzte Station des Rundgangs wartete mit einem besonderen Höhepunkt auf – dem Hirschgehege von Lenz Bögelmüller. Mit Futter angelockt kam das Rotwild bis auf wenige Meter an die Gruppe heran und zeigte keinerlei Scheu. „Da kann man doch keinen umbringen“, spielte eine Besucherin auf die Verordnung der Europäischen Union aus dem Jahr 2025 an, die das Sikawild als sogenannte invasive Art in ganz Europa einstuft. Das bedeutet für Bögelmüller, dass er nach derzeitigem Stand seine rund 30 Tiere ab 2027 nicht mehr halten dürfe. Steinbichler und alle Anwesenden drückten die Daumen, dass die von den Wildhaltern eingereichte Petition gegen das Haltungsverbot erfolgreich sein werde.

Angeregt über Sinn und Unsinn von EU-Verordnungen diskutierend kehrte die Besuchergruppe zum Sommerfest auf dem Pollhof der Familie Schnaiter ein. Dort warteten Grillschmankerl, Kaffee und Kuchen. Zum Dank für die Gastfreundschaft überreichten die beiden Vorstände Christian Steinbichler und Christa Angerer Orchideen, Schnaps und ein vom Vorstandsmitglied Ernst Wörtz gebautes Vogelhaus. Bestens bewirtet von der Vorstandschaft des Obst- und Gartenbauvereins ließen die Teilnehmer den Abend gesellig ausklingen.

Artikel 1 von 11