„Gaufest dahoam“ in Inzell

von Redaktion

Als Ersatz für die ausgefallene Großveranstaltung haben drei Vereine eine eigene Feier organisiert

Inzell – Da in diesem Jahr kein Trachtengaufest vom Gauverband I stattfindet, haben sich die Verantwortlichen der drei Vereine D’Falkastoaner Inzell, D’Sulzberger Hammer und D’Weikertstoana Weißbach Gedanken gemacht und selbst ein „Gaufest dahoam“ unter dem Motto „A Fest unter Nachbarn, a Fest unter Freind, unterm Gipfelkreuz vereint!“ organisiert. Dieses Drei-Vereine-Fest diente dem „Midanand“ zur Festigung der Freundschaft und des Zusammenhalts untereinander, wie es Pfarrer Thomas Weinzierl beim Gottesdienst ausdrückte.

Gelebte Heimat
und Zusammenhalt

Die Trachtler trafen sich ab 8.30 Uhr am Inzeller Festsaal, ehe Falkastoaner-Vorstand Peter Ober die Aufstellung zum Kirchenzug bei noch trockenem Wetter festlegte. Anschließend fand der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael statt, bei dem Thomas Weinzierl die Mitglieder der drei Vereine begrüßte: „Es is schee, wenns ihr so zamkemmts zu an bsonderm Ereignis mit dem Kreuz im Mittelpunkt.“ Als Erinnerung und zum Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder wurde eine Gedenkkerze geweiht und an der Osterkerze entzündet. Es folgte ein kurzes Gedenken an die Verstorbenen. Peter Ober ging auf den Gedanken eines gemeinsamen Festes ein und blickte zurück auf die Vorfahren, die den heutigen Trachtlern die wichtigen Werte und die „Trachtensach“ allgemein mit auf den Weg gegeben haben und die auch den Kindern vermittelt werden sollen.

In den beiden Lesungen, vorgetragen von Gabi Maier, kam zum Ausdruck, dass die wahre Stärke keine Härte braucht. Wer wirklich stark ist, kann geduldig sein und verzeihen. Die Stärke zeige sich gerade in der Milde und könne immer wieder einen neuen Anfang vermitteln. Der Apostel Paulus sagt zudem, dass der Heilige Geist der menschlichen Schwachheit hilft. Niemand muss vollkommen sein.

Das Evangelium handelte von dem Gleichnis, in dem ein Gutsherr Weizen sät und ein Feind in der Nacht Unkraut dazwischen sät. Doch anstatt das Unkraut auszureißen, lässt man es stehen, um den Weizen nicht zu verletzen. Erst bei der Ernte soll das Unkraut vom Weizen getrennt werden.

In der Predigt ging Pfarrer Weinzierl auf das Motto dieses Festes ein, das von Menschen, Nachbarn, Freunden und von einem Kreuz auf dem Gipfel des Gamsknogels spricht, das 2024 eingeweiht wurde. „Dort oben wird kein Unterschied gemacht und es zählt nur eines: Wir sind gemeinsam unterwegs“, so der Geistliche. Ein Trachtenverein sei aus seiner Sicht mehr als ein Verein, er sei ein Stück gelebte Heimat, in der Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Dabei gehörten Jung und Alt zusammen, auch wenn man nicht immer einer Meinung sein müsse. Am Ende wachse doch alles im Sinne der Sache zusammen. Das solle nicht nur im eigenen Verein der Fall sein, vielmehr sollten alle miteinander danach handeln. „Es ist schön zu sehen, wie wir heute miteinander feiern, und das ist mehr als eine schöne Tradition. Wir feiern, dass Gemeinschaft möglich ist, dass Unterschiede nicht trennen müssen und Nachbarn Freunde werden können“, brachte es Weinzierl auf den Punkt. Die zum Festtag passenden Fürbitten wurden von den Vorstandsmitgliedern der Falkastoaner Inzell vorgetragen.

Etwas Besonderes hatten sich die Verantwortlichen für den Festgottesdienst ausgedacht und dafür im Vorfeld einige Proben investiert. Mitglieder der drei Vereine sangen als neu gegründeter „Drei Vereine Gsang“ nach der Kommunion das Lied „Geh naus und denk hoid oiwei dro“, begleitet von Theresa Holzner an der Harfe. Für diesen beeindruckenden Vortrag gab es am Ende spontanen Applaus von den Gottesdienstbesuchern.

Pfarrer Thomas Weinzierl wünschte alles Gute zum Motto des „Gaufestes dahoam“: „A Fest unter Nachbarn, a Fest unter Freind, unterm Gipfelkreuz vereint!“ Vielleicht könne Gott selbst am Ende dieses Tages sagen, dass es schön gewesen sei, dass sie miteinander gefeiert haben. Noch schöner aber sei es, wenn sie auch morgen und übermorgen als Nachbarn und Freunde miteinander leben.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es ein gemeinsames Erinnerungsfoto an dieses bisher einmalige Ereignis. Da es danach zu regnen begann, führte ein verkürzter Festzug, angeführt von der Musikkapelle Inzell, wieder zurück zum Festsaal.

Besonderer Gesang
und gemütlicher Ausklang

Mit dem Einrücken in den Festsaal begann der gemütliche Teil, und zur Unterhaltung spielten die Musikkapelle Inzell sowie die „Vierschupfmusi“. Dazu gab es Auftritte der Trachtler aus den drei Vereinen. Für Speisen und Getränke war bestens gesorgt; auch mit Kaffee und Kuchen sowie einem Barbetrieb und einer Aperolbar kamen die Trachtler auf ihre Kosten. So dauerte das Fest für einige Teilnehmer bis in die Abendstunden.

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