Ranger-Projekt im Achental gestartet

von Redaktion

Im Landkreis Traunstein sind 14 Ranger offiziell ausgesandt worden. Sie sind ab sofort auf den Wanderwegen im Achental unterwegs, um Ausflügler zu beraten und für den Naturschutz zu sensibilisieren.

Staudach-Egerndach – An ihren grünen Westen, ihren T-Shirts und ihrer Kopfbedeckung sind die Achental-Ranger bestens zu erkennen und nun auch auf verschiedenen Wegen im Achental und in den Bergen unterwegs. Mit offenen Augen werden sie auf den Routen wandern, können in naturschutzrechtlichen Fragen und zu den Wanderrouten Auskunft geben, dürfen gerne selbst angesprochen werden und haben zudem einen leckeren Keks dabei. Offiziell sind die Ranger nun von den sechs Bürgermeistern der teilnehmenden Gemeinden und den Vertretern des Ökomodells Achental ausgesandt worden.

Ausbildung
für den Einsatz

Das höchste gemeinsame Gut der Achentalgemeinden ist die wunderschöne, erhaltenswerte, intakte Natur. Damit dies auch so bleibt und möglichst viele davon profitieren können, wurde nun auf Anregung und Unterstützung des Ökomodells Achental gemeinsam mit den sechs Gemeinden Bergen, Grassau, Marquartstein, Schleching, Unterwössen und Reit im Winkl das Projekt „Achental-Rangers“ ins Leben gerufen. Auf den Aufruf des Ökomodells Achental meldeten sich Leute, die sich für Landschaft und Natur begeistern, gerne unterwegs sind und sich für den Erhalt der Kulturlandschaft, der Pflanzen- und Tierwelt einsetzen wollen.

Für den Vorsitzenden des Ökomodells Achental, Stefan Schneider, war dieser Start wichtig und zugleich ein erfolgreicher Tag, denn nach derzeitigem Stand sind 14 Ranger, perfekt eingekleidet und bestens geschult, bereit für ihren Einsatz in der Natur. Sie wurden in Naturschutz, Tourismus, Forstwirtschaft, Almwirtschaft sowie in Erster Hilfe fortgebildet und von der Bergwacht instruiert. Schneider dankte den jeweiligen Organisationen für die Schulungen, die die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten zeigen. „Ihr vertretet uns nach außen, ihr macht die Leute gescheiter“, sagte er zu den Rangern.

Sie seien das nette Gesicht und das Wissen auf den sieben ausgesuchten Routen. Sie kennen die Natur, die Landschaft, die Belange der Waldwirtschaft, Flora und Fauna und könnten auf richtiges Verhalten auf den Wegen verweisen. Das Ziel sei es, mit den Menschen zu kommunizieren, Konflikte zwischen Gruppen wie Mountainbikern und Bergwanderern zu verhindern, aufzuklären und dies möglichst mit Verständnis und ohne Verbote. Hierfür, so Schneider weiter, hätten die Bürgermeister ein Budget bereitgestellt. Das Projekt sei auf zwei Jahre ausgelegt. „Ich bin mir sicher, dass man sich dann fragen wird, warum nur auf zwei Jahre, und eine Fortführung selbstverständlich ist“, so Schneider. Voll des Lobes war auch Wolfgang Selbertinger vom Bereich Naturschutz des Landratsamtes Traunstein. Er betonte, wie wichtig Kommunikation sei, denn niemand möchte wissentlich Natur und Landschaft schädigen, und da komme den Rangern die Aufgabe der positiven Wissensvermittlung zu.

Wolfgang Selbertinger schwärmte von der Landschaft und sprach von einem Naturparkcharakter sowie von dem Glück, in einer solchen Landschaft unterwegs sein zu können. Angelika Maier, Geschäftsführerin des Ökomodells Achental, dankte dem Team für die viele Arbeit im Vorfeld.

Ranger-Teamsprecher Quirin Reichelt zeigte sich sicher, dass die Einsätze auf den Routen für alle angenehm werden. Jeweils zu zweit würden sich die Ranger, die gut vernetzt sind, eine der sieben Routen vornehmen. Leuten, die augenscheinlich Hilfe benötigen, werde geholfen. Es werde aufgeklärt, informiert, die Kommunikation gesucht, Konflikte beseitigt und versucht, die Natur näherzubringen, sodass Besucher, Gäste und Wanderer mit einem positiven Gefühl wieder nach Hause fahren und gerne wiederkommen. Über jeden Einsatz würden Protokolle verfasst. „Wir tragen auch alle einen Ausweis, sodass wir als Ranger neben dem Outfit erkennbar sind“, erklärte er. Rangerin Katharina Schwangler freut sich auf ihren Einsatz im Bergener Moos und in der Kendlmühlfilzen. Sie hoffe, ein Stück weit für den Erhalt der Natur einstehen und aufklären zu können.

Seeforelle
aus Keks

Letztlich verwies Angelika Maier auf eine weitere Besonderheit, denn die Ranger würden zudem leckere Butterplätzchen in Form eines Birkhuhns und eines Fisches für Kinder und auch für Erwachsene im Gepäck haben. Auf der Banderole werde sympathisch auf das richtige Verhalten in Wald und Berg verwiesen. Dies sei ein Mehrwert für alle, die die Natur, den Wald und die Berge, die Stille und die Landschaft genießen.

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