Einstimmig für den Simssee-Schutz

von Redaktion

Die Gemeinde Rimsting hat sich einstimmig für den weiteren Schutz des Simssees ausgesprochen. Der Gemeinderat beschloss, das Projekt in den kommenden sechs Jahren mit jährlich rund 4.500 Euro zu unterstützen. Damit soll die Wasserqualität des Gewässers aktiv gesichert werden.

Rimsting – Soll sich die Gemeinde Rimsting auch weiterhin am Simssee-Schutzkonzept finanziell beteiligen? Über das Für und Wider haben die Räte diskutiert. Letztlich überwogen die positiven Aspekte der als wertvoll erachteten Beratungen durch die beteiligte Firma Ecozept, die auch den Rimstinger Landwirten nutzten. Aktiv zur Verbesserung der Wasserqualität beizutragen, und das auf freiwilliger Basis, erschien allen Räten, auch den skeptischen, so plausibel, dass sie sich einstimmig dazu entschieden haben, das Konzept weiterhin jährlich mit 4.500 Euro zu unterstützen.

Der Abwasserzweckverband (AZV) mit den Mitgliedsgemeinden Bad Endorf, Prutting, Riedering, Söchtenau und Stephanskirchen hob 2003 auf freiwilliger Basis ein eigenes Simssee-Schutzprojekt aus der Taufe. In Zusammenarbeit mit den Landwirten aus dem Einzugsgebiet des Sees – rund 200 Landwirte bewirtschaften circa 3.000 Hektar Acker- und Grünlandflächen innerhalb des AZV – soll die Wasserqualität verbessert werden.

Die Fachberatungsfirma Ecozept aus Freising wurde dabei zu einem wesentlichen Ansprechpartner der Landwirte. Seit der Gründung wird das Simssee-Schutzprojekt vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Rosenheim federführend betreut.

Beratung durch
die Firma Ecozept

Schon seit dem Jahr 2021 ist aber auch die Gemeinde Rimsting zusammen mit Prien und Frasdorf aktiv am Simssee-Schutz beteiligt und zahlte jährlich immer zwischen 4.500 und 5.000 Euro, insgesamt rund 22.500 Euro. Dr. Hadumar Roche vom WWA Rosenheim und Edeltraud Wissinger von Ecozept gingen in der jüngsten Sitzung des Rimstinger Gemeinderats auf das Schutzkonzept ein und stellten es vor. Beide unterstrichen die große Bereitschaft der Landwirte, den Gewässerschutz zu unterstützen, zumal auch drohende Strafzahlungen seitens der Europäischen Union (EU) im Raum stünden, die dann strengere Auflagen durch den Gesetzgeber nach sich zögen.

In der Richtlinie des Rates vom Dezember 1991 heißt es dazu, dass im vierten Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft für den Umweltschutz die Kommission beabsichtige, einen Vorschlag für eine Richtlinie über die Überwachung und Verringerung der Gewässerverschmutzung aufgrund des Ausbringens oder Ableitens von Tierhaltungsabfällen und der übermäßigen Verwendung von Düngemitteln vorzulegen. Zwar werde ausdrücklich festgestellt, dass die Ausbringung stickstoffhaltiger Düngemittel und Dung erforderlich sei, die Übermäßigkeit aber eine Gefahr für die Umwelt darstelle. „Die Verschmutzung der Gewässer der Gemeinschaft aus diffusen Quellen wird hauptsächlich durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verursacht“, heißt es weiter. Im Jahr 2023 beschloss die damalige Ampelkoalition ein Düngegesetz und wertete die Einstellung eines entsprechenden Vertragsverletzungsverfahrens als großen Erfolg, denn der Vorwurf aus Brüssel habe gelautet, dass Deutschland zu wenig gegen die Einbringung von Nitrat ins Grundwasser tue.

Freiwillige Kooperation
bringt Erfolge

Dr. Roche legte in der Sitzung dar, was passiere, wenn nichts gegen den Phosphoreintrag geschehe. Er nannte die zunehmende Algenbildung und die Vermehrung gesundheitsgefährdender Bakterien, die letztlich sogar zu Badeverboten führen könnten. Unabhängig davon werde aber vor allem das Ökosystem gestört und wichtige Tiere und Pflanzen würden getötet, so Dr. Roche.

Im Gemeinderat wurde darüber diskutiert, warum die Gemeinde finanzielle Aufwendungen auf sich nehmen solle für Beratungsleistungen, die nur Landwirte beträfen. Das Argument des Verursacherprinzips wurde dabei ins Feld geführt, aber Dr. Roche wies darauf hin, dass sich die Landwirte ja bereits an alle gesetzlichen Vorgaben hielten. Letztlich bedeute die Umsetzung der Maßnahmen für sie in der Regel Mehrarbeit und Umsatzeinbußen, umso wichtiger sei daher die Unterstützung, zumal dies alles auf Freiwilligkeit beruhe. Mehrere Ratsmitglieder konnten in der Sitzung persönlich bestätigen, „wie wertvoll“ die Beratungen durch die Firma Ecozept seien, da diese ganz individuelle Lösungen ausarbeite. Edeltraud Wissinger hatte dazu zahlreiche Beispiele in ihren Ausführungen präsentiert. Diese wiederum führten zu einer hohen Akzeptanz der Fachberatungsfirma bei den Landwirten wie auch bei der Bevölkerung.

Bürgermeister Christian Moser setzte den geplanten jährlichen Aufwand von circa 4.500 Euro für die Gemeinde in Relation zu dem großen Nutzen für den Gewässerschutz und das gesamte Ökosystem und verwies darauf, dass die Landwirte seit Jahrhunderten für eine gepflegte Landschaft und die Nahrungsmittelproduktion sorgten. Der Gemeinderat stimmte geschlossen dafür, das Simssee-Schutzprojekt für die nächsten sechs Jahre (2026 bis 2032) mit einem durchschnittlichen Jahresbetrag von rund 4.500 Euro zu unterstützen.

Unter der Beratung, Realisierung und Präsentation durch die Fachfirma Ecozept fand auch der Grünlandflächentag am Simssee 2026 statt. Bei dieser Veranstaltung beschäftigten sich rund 40 Landwirte mit der Frage, wie Grünland dazu beitragen kann, den Simssee sauber zu halten. Ende Juni hatte die Beratungsfirma Ecozept die Veranstaltung organisiert, die das Projekt seit seiner Gründung auch fachlich begleitet.

300 Betriebe
machen mit

Mittlerweile sind es bereits 300 Betriebe, die mit der Kooperation eng zusammenarbeiten und deren erklärtes Ziel es unter anderem ist, die Nährstoffeinbringung zu kontrollieren, und die allen voran auf Freiwilligkeit setzt. Wie die Chiemgau-Zeitung Anfang Juli 2026 berichtete, habe sich die Wasserqualität des Simssees bereits verbessert.

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