Mehr Bäume für Wendelsteinplatz gewünscht

von Redaktion

Die Bürgerinitiative „KomMit“ hat die Ergebnisse einer Bürgerbefragung zur Gestaltung des Wendelsteinplatzes in Prien übergeben. Die Befragten wünschten sich vor allem mehr Grün und Bäume. Nun muss der Gemeinderat über die Annahme hoher Fördergelder entscheiden.

Prien – Die Bürgerinitiative „KomMit – Kommunal Mitmachen“ hat Bürgermeister Andreas Friedrich die Ergebnisse einer Bürgerbefragung zur zukünftigen Gestaltung des Wendelsteinplatzes im Priener Zentrum überreicht. Wie die Bürgerinitiative mitteilt, hatten der Stadtplaner Martin Hirner und der Architekt Josef Riefer als Initiatoren der Aktion die Bürger rund einen Monat zuvor, am Freitag, 19. Juni, im Rahmen einer „Langen Tafel der Baukultur“ auf dem Wendelsteinplatz befragt: „Was wünscht Ihr Euch für diesen Ort im Priener Zentrum?“

Hohe Beteiligung bei
extremen Temperaturen

Die Ergebnisse fallen laut KomMit recht eindeutig aus: Auf der Abfragetafel mit Fotos kleben besonders viele rote Punkte bei Motiven mit viel Grün und vielen Bäumen, Wasser, einer kleinen Gastronomie sowie einem Spielplatz mit Zaun. Viele der über 100 Gäste, die trotz mehr als 30 Grad Celsius zur Veranstaltung gekommen waren, wünschten sich zudem eine Verkehrsberuhigung der Straße und Parken entlang der Bahn statt direkt am Platz. Stadtplaner Martin Hirner wertet die hohe Beteiligung als deutliches Signal: „Wenn bei der wahnsinnigen Hitze, die bei unserer Veranstaltung damals geherrscht hat, über hundert Leute gekommen sind, die nicht nur Punkte verteilt, sondern auf Fragebögen ausführlich Vorschläge zur Gestaltung des Platzes aufgeschrieben und aufgezeichnet haben, dann spricht es dafür, dass das viele bewegt.“ Auch wenn die Befragungsergebnisse nicht repräsentativ seien, sehen Hirner und Riefer darin ein Indiz für eine hohe Bereitschaft zur Beteiligung – und plädieren dafür, die Bürger in einen längerfristigen Gestaltungsprozess einzubeziehen.

Debatte um
Bundesfördergelder

Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht die Frage, ob Prien Bundesfördergelder für eine klimaresiliente Umgestaltung des Wendelsteinplatzes in Anspruch nimmt. Im Gemeinderat herrschte bei der vergangenen Sitzung ein gemischtes Stimmungsbild: Viele Gemeinderäte befürchten, dass der Platz nach einer parkähnlichen Umgestaltung nicht mehr für Veranstaltungen wie die temporäre Eisfläche nutzbar wäre.

Bürgermeister Friedrich machte die Konsequenz einer Ablehnung deutlich: „Die Tür für die Städtebauförderung an dieser Stelle ist zu, wenn wir an der Kiesfläche festhalten.“ Er will in der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Mittwoch darüber abstimmen lassen, ob es bei der Kiesfläche bleibt oder nicht. Als weitere Möglichkeit nannte er, die Entscheidung zunächst zu vertagen und eine online durchgeführte Bürgerbefragung vorzuschalten. „Das entscheidet der Gemeinderat“, betonte Friedrich.

Hirner und Riefer sprechen sich gegen eine schnelle Entweder-oder-Entscheidung aus. Hirner hat nach eigenen Angaben bereits in einem Gespräch mit einem Hersteller von Eislaufflächen erfahren, dass eine temporäre Eisfläche auch auf einem begrünten Untergrund aufgestellt werden könnte. Zugleich wirbt er nachdrücklich dafür, die Fördergelder nicht verfallen zu lassen: „Bei einer umfassenden klimagerechten Umgestaltung des Wendelsteinplatzes kommen mehrere Millionen Baukosten zusammen. Der Förderanteil durch die Städtebauförderung betrüge 80 Prozent. Einen so hohen Zuschuss sollten wir uns gerade in Zeiten klammer Kassen nicht entgehen lassen.“

Unabhängig vom Ausgang der Gemeinderatssitzung verstehen Hirner und Riefer die Aktion am Wendelsteinplatz als Auftakt für weiteres Engagement. Riefer schlug beim Treffen im Bürgermeisterbüro bereits die nächste Initiative vor: „Wir würden gerne eine Exkursion für die Ratsmitglieder und interessierte Bürger organisieren. Lasst uns in Kommunen in unserer unmittelbaren Umgebung und in Österreich fahren, die inspirierende Lösungen gefunden haben und schauen, wie sie das geschafft haben!“

Exkursionen und
Vereinsgründung

Derweil bereitet das Bürgernetzwerk KomMit, in dem sich beide ehrenamtlich engagieren, die Vereinsgründung vor. Zudem hat die Ehrenamtsstiftung Bayern eine Förderzusage im fünfstelligen Bereich erteilt. Mit diesen Mitteln plant KomMit ein Projekt, das sich an Kinder und Jugendliche richtet. „Die sollten wir bei der Ortsgestaltung auch unbedingt stärker bedenken“, sagte Hirner. „Und dazu braucht’s halt nochmal andere Formate als eine lange Tafel der Baukultur, eine Ausfahrt im Bus oder eine Onlinebefragung.“

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