Rollstuhl-Gärtnerin gewinnt Naturpreis

von Redaktion

Auszeichnung „Naturgarten – Bayern blüht“ für Doris Stöckl aus Traunstein

Traunstein – Dank einer Rampe und eines elektrischen Rollstuhls ist Doris Stöckl in ihrem Garten voll mobil. „Dank des Rollstuhls bin ich mobiler als die Jahre zuvor“, freut sie sich. „Ich kann auch wieder im Garten aktiv sein, was super ist, weil ich für Tiere etwas tun will.“ Ihr Reich bietet zahlreichen Tierarten Lebensraum: Vögel nutzen Nistkästen und offene Bodenstellen. „Die Spatzen lieben die offenen Bodenstellen, die ich mit meinem Rollstuhl beim Drehen auf der Stelle verursache“, schmunzelt Stöckl. Fledermäuse, Wildbienen und Käfer finden Unterschlupf, und selbst Wildkräuter in Pflasterritzen dürfen wachsen: „Der stört doch gar nicht“, findet die Gärtnerin.

Herzstück ist ein lebendiger Teich mit Libellen und Bergmolchen. Beim Abfischen von Fadenalgen lässt Stöckl diese am Rand liegen, damit Kleingetier zurückwandern kann. „Ich mache mir richtig Arbeit, aber das ist mir wichtig“, betont sie.

Für Trockensteinmauern transportierte sie gemeinsam mit Freunden alte Steine auf ihrem Rollstuhl – was ihr die volle Punktzahl für Nachhaltigkeit einbrachte.

Für die Auszeichnung „Naturgarten – Bayern blüht“ müssen Kriterien wie der Verzicht auf Torf, chemischen Pflanzenschutz und mineralischen Dünger erfüllt sein. Im Herbst erhält Stöckl ihre Plakette. Für sie ist das auch eine persönliche Botschaft an andere: „Ich brauche eine Stunde, wofür andere vielleicht zehn Minuten brauchen. Aber wenn ich das schaffe, dann kann wirklich jeder etwas im Garten für Tiere und Natur tun.“

Anmeldungen zur Zertifizierung (für Mitglieder von Gartenbauvereinen kostenlos) sind jederzeit beim Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Traunstein unter www.garten-traunstein.de möglich.

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