Unterwössen – Mehr als 30 Piloten und Tausende Zuschauer machten den Segelflugplatz der Deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU) jüngst zur größten Modellflug-Bühne der nördlichen Alpenregion. Trotz morgendlichen Dauerregens entschieden sich die Organisatoren der Modellfluggruppe Achental (MFG) um Claus Eckert für den Start der Chiemsee Airshow. Am Mittag riss der Himmel auf, und die Besucher strömten auf das Gelände.
Der absolute Zuschauermagnet war die Concorde im Maßstab 1:6 von Otto Widlroither. Das zehn Meter lange und 149 Kilogramm schwere Modell erreichte dank vier Turbinen im Überflug 370 Kilometer pro Stunde. Auf die Frage nach der Anspannung beim Start antwortete Widlroither: „Positiv angespannt, positiv angespannt.“ Seine Frau Anna blickte gelassen auf die jahrelange Arbeit in der Werkstatt zurück: „Er war immer daheim, immer nur eine Treppe entfernt.“
Die majestätische Flugshow zog das Publikum in ihren Bann. Nach der Landung erhielt Widlroither von MFG-Mitglied Christian Maier zudem ein besonderes Geschenk: eine gerahmte Ersttagsbriefmarke vom historischen Jungfernflug der echten Concorde.
Neben dem Giganten beeindruckten lautlose Segler wie die zehn Meter große Minimoa von Gottfried Hirscher sowie rasante Jets. Das Vater-Sohn-Gespann Kai und Jonas Koppenburg jagte Speed-Modelle mit über 500 km/h über die Piste. Auch der Nachwuchs der MFG, darunter der 13-jährige Raphael Eder und der elfjährige Andreas Stanglmeier, zeigte sein Können auf internationalem Niveau.
Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger-Verbandes (DMFV), betonte vor Ort die zunehmende Komplexität solcher Events durch aufwendige Genehmigungsverfahren und lobte die wichtige Jugendarbeit der Vereine. Rund 40 Helfer der Modellfluggruppe Achental und der DASSU sorgten für den reibungslosen Ablauf der erfolgreichen Airshow.