Grassau – Der Werksausschuss befasst sich im Regelfall nur mit Angelegenheiten, die das kommunale Wasserwerk betreffen. Einmal im Jahr erhält der Marktgemeinderat eine entsprechende Information. Nun hat sich das Gremium mit einer Neuerung befasst, die alle Grassauer Wasserkunden betrifft: der Umstellung der Flügelwasseruhren auf Funkmessgeräte. Ein Vertreter der Firma Diehl hat die neuen Messgeräte sowie deren Vorteile für Kommune und Bevölkerung vorgestellt.
Schutz vor Leckagen
und Frostschäden
Eine Umstellung der Wasserzähler habe sowohl für das Wasserwerk als auch für die Verbraucher Vorteile, erklärte Bürgermeister Stefan Kattari. Zur rechtlichen Einordnung informierte er, dass die fernauslesbaren Funkwasserzähler eingebaut werden dürfen und es hierfür keiner Zustimmung bedarf. Jens Kornwachs, Vertreter der Firma Diehl Metering, Hersteller der Messuhren, informierte umfassend über die Technik der Messgeräte, die die Flügelradzähler ablösen werden. Die neuen Messgeräte werden nicht nur den Wasserdurchfluss messen, sondern auch die Wassertemperatur. Die Zähler seien robust sowie wasserdicht und enthielten eine Batterie, die je nach Häufigkeit der Ablesung bis zu 16 Jahre halte. Sie seien resistent gegen Partikel sowie Verunreinigungen und könnten auch nicht manipuliert werden.
Zu den besonderen Fähigkeiten gehöre, dass die Messgeräte Leckagen im Haus aufdecken können. Da der Wasserdurchfluss ständig gemessen werde, fielen Unregelmäßigkeiten oder ein dauerhafter Wasserdurchfluss auf, sodass auch eine durchlaufende Toilettenspülung erkannt werde. Diese Information werde über das Funksystem übertragen und könne an den Hausbesitzer weitergegeben werden, der dann seine Leitungen überprüfen könne. Das Messgerät erkenne zudem Luft im System, was ebenfalls auf eine Fehlfunktion in der Leitung hindeuten könne. Wichtig sei zudem die Temperaturüberwachung: Bei einer Wassertemperatur von unter drei Grad gebe es einen Alarm, und auch bei über 27 Grad erfolge eine Information, da dann die Wasserqualität leide. Die Uhr erkenne, wenn über längere Zeit kein Verbrauch stattgefunden habe oder wenn eine Überlastung vorliege. Dies seien alles auch Vorteile für die Verbraucher.
Ein großer Vorteil für die Kommune sei die Fernauslesung der Messuhren. Dies spare Zeit sowie Kosten und erfolge genauer sowie fehlerfrei. Über einen Funkschlüssel würden die Daten auf sicherem Weg übertragen. Ein Ablesen des Zählers im Haus sei dann nicht mehr notwendig. Ein Flügelrad-Hauptwasserzähler müsse alle sechs Jahre gewechselt werden. Bei den Funkzählern gebe es praktisch keinen Verschleiß. Hier reiche es, wenn im Rahmen einer Stichprobe von 600 Zählern nur 50 überprüft würden. Seien diese in Ordnung, könnten die Zähler weitere sechs Jahre betrieben werden.
Richard Schreiner interessierte es, ob die Empfangsdaten manipuliert werden können. Hierzu erklärte der Experte, dass die Daten über einen sicheren Weg übertragen würden. Der Zähler an sich sei vergossen, könne nicht geöffnet werden, und folglich könne auch die Batterie nicht erneuert werden. Die Messgeräte würden jedoch recycelt. Zur Umstellung werden neben den Messuhren zur mobilen Auslesung auch Empfangsgeräte wie Tablets benötigt. Die Uhren sendeten alle 20 Sekunden die Daten. Das Signal werde auf der Straße empfangen – in der Regel beim Vorbeifahren – und dann in das Abrechnungssystem übertragen. In größeren Kommunen würden die Daten unter anderem von der kommunalen Müllabfuhr beim Vorbeifahren automatisch erfasst und weitergeleitet.
Sichere Datenübertragung und hohe Genauigkeit
Bezüglich der Preise wurde informiert, dass diese Zähler etwa doppelt so viel wie die Flügelradzähler kosten, dafür aber meist eine doppelt so lange Lebensdauer haben. Ein großer Vorteil sei die Ablesegenauigkeit. Bislang lesen die Verbraucher selbst ab und geben die ausgefüllten Ablesekarten zurück. Dabei kann es vorkommen, dass dies vergessen wird, die Karten falsch ausgefüllt werden oder Zahlendreher auftauchen. Dies bedeutet mehr Zeitaufwand für das Wasserwerk, und oftmals muss extra abgelesen werden. All dies ist mit den elektronischen Geräten nicht mehr nötig. Kein Fremder muss dann mehr zum Ablesen in die privaten Räume, lediglich zum Zählertausch. Und sollte wider Erwarten ein Zähler einmal nicht fernablesbar sein, kann dieser im Haus abgelesen werden. Der Werksausschuss stimmte dem Einbau von Funkwasserzählern zu.