Bürgermeister Andi Scheck beim traditionellen Bieranstich im Festzelt. Foto Sybilla Wunderlich
Marquartstein – Schon lange vor dem offiziellen Beginn ist spürbar gewesen: Ganz Marquartstein hat sich auf sein Gaufest gefreut, und besser hätte der Auftakt zur Festwoche kaum gelingen können. Von allen Seiten sind die Trachtler sowie zahlreiche Besucher zum Festzelt geströmt, das sich innerhalb kürzester Zeit bis auf den letzten Platz gefüllt hat. Vereine, Betriebe und Gäste aus nah und fern haben gemeinsam den Beginn des Gaufestes des Trachtenvereins Marquartstein-Piesenhausen gefeiert – und von der ersten Minute an für beste Stimmung gesorgt. Den musikalischen Auftakt gestaltete die Musikkapelle Marquartstein, bevor Bürgermeister Andi Scheck den Bieranstich übernahm. Mit sicheren Hammerschlägen brachte er das erste Fass zum Laufen und konnte unter großem Jubel der Besucher das „O’zapft is!“ verkünden.
Gemeinschaft und
Tradition auf der Bühne
Gleich im Anschluss folgte ein ganz besonderer Höhepunkt: Erstmals wurde der eigens für das Jubiläumsfest geschaffene Marquartsteiner Jubiläumsmarsch aufgeführt. Eine Aktive des Vereins hatte die Idee, dass jeder beteiligte Verein durch ein kunstvoll geschmücktes Ortsschild vertreten wird, das während des Tanzes von einem Trachtler getragen wird. Kinder, Jugend und Aktive standen dabei gemeinsam auf der Bühne und machten eindrucksvoll sichtbar, was den Trachtenverein auszeichnet: gelebte Gemeinschaft über alle Generationen hinweg. Auch beim Marquartsteiner Plattler zeigten alle Altersgruppen gemeinsam ihr Können und wurden dafür mit lang anhaltendem Applaus belohnt.
Die Musikkapelle Marquartstein unter der Leitung ihres Dirigenten Konrad Müller begleitete sämtliche Tänze mit viel Feingefühl und sorgte auch in den Pausen unermüdlich für beste musikalische Unterhaltung. Ein weiterer Höhepunkt war der eindrucksvolle Sterntanz der Aktiven, der präzise und mit großer Leichtigkeit dargeboten wurde. Für staunende Gesichter sorgten anschließend die Goaßlschnalzer: Hoch oben auf den Tischen verteilt ließen sie ihre Goaßln mit Präzision über den Köpfen der Festgäste knallen – ein mitreißendes Schauspiel, das begeisterten Applaus auslöste.
Die Stimmung im Festzelt war den ganzen Abend über ausgelassen und herzlich. Bei guter Bewirtung mit Speis und Trank genossen die Besucher das gesellige Beisammensein.
Viele nutzten die Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen, Neuigkeiten auszutauschen und gemeinsam zu lachen – ganz im Sinne des Mottos „Gaufest dahoam“.
Am heutigen Samstag um 20 Uhr erinnern der Chiemgau-Alpenverband und der Festverein des Trachtenvereins Marquartstein-Piesenhausen an die Gründung des Gauverbandes vor genau 100 Jahren im Juli 1926 im damaligen Hofwirth zur Post in Marquartstein. Mit Darbietungen der Gaugruppe, der Gaujugendgruppe sowie Teilnehmern des Festvereins und der musikalischen Begleitung durch die Musikkapelle Marquartstein wird dieses besondere Jubiläum gefeiert. Im Anschluss sorgt die ReDur Musi in der Bar für einen zünftigen Festausklang.
Tausende
Trachtler erwartet
Den Höhepunkt der Festwoche bildet der Gaufest-Sonntag, 26. Juli. Rund 4.000 Trachtler aus den Vereinen des Chiemgau-Alpenverbandes sowie zahlreiche Gastvereine werden in Marquartstein erwartet.
Ab 8 Uhr werden die ankommenden Vereine am Festzelt musikalisch empfangen. Nach einer kurzen Stärkung formiert sich um 9.30 Uhr der Kirchenzug, der über die Pettendorfer Straße zum Musikpavillon neben der Pfarrkirche führt. Auf der schattigen Auerbräu-Wiese wird anschließend der feierliche Festgottesdienst gefeiert, bevor die Vereine gemeinsam ins Festzelt zurückkehren.
Um 14 Uhr fällt mit dem Böllerschuss der Startschuss für den großen Festzug. Über die Staudacher Straße (B305) zieht der farbenprächtige Zug bis nach Wuhrbichl und anschließend zurück zum Festzelt. Neben den Trachtenvereinen und den Marquartsteiner Ortsvereinen werden zahlreiche Fest- und Motivwagen sowie ein prächtiges Brauereigespann erwartet.
Meistpreis-Wertung und
Verleihung der Ehrengaben
Nach dem Festzug klingt das Gaufest bei Blasmusik, Bier und einer zünftigen Brotzeit gemütlich aus. Mit Spannung wird dabei die Bekanntgabe der Meistpreis-Wertung und die Verleihung der Ehrengaben erwartet. Ein Cafébereich sowie die Bar mit Außenbereich laden zum Verweilen ein. Für den musikalischen Ausklang sorgen die Brandseck Musi und die Viaschupf Musi.