200 Schüler radeln für sichere Radwege

von Redaktion

Sternfahrt zum Ludwig-Thoma-Gymnasium verbindet Bewegung, Klimaschutz und den Wunsch nach Sicherheit

Sichere Radwege sind ein Anliegen der radelnden Jungen und Mädchen.

Prien – Mehr als 200 Schüler des Ludwig-Thoma-Gymnasiums (LTG) sind jüngst mit dem Fahrrad zur Schule gefahren. Unter dem Motto „Wir treten an – mit dem Radl ins LTG“ wollten sie mit der als Sternfahrt organisierten Aktion auf den Spaß am Radeln im Alltag und die Bedeutung einer sicheren Radinfrastruktur aufmerksam machen.

Die Idee zur Sternfahrt stammt von Sportlehrerin Antonia Buckenlei. Ihre Motivation war es, mehr Bewegung in den Schulalltag zu bringen und gleichzeitig ein Zeichen für nachhaltige Mobilität zu setzen. „Ich fahre selbst gerne mit dem Radl und weiß, wie gut Bewegung am Morgen tut. Wer sich vor der Schule bewegt, startet einfach wacher in den Tag. Deshalb wollten wir möglichst viele motivieren, das Fahrrad ganz selbstverständlich für den Schulweg auszuprobieren“, erklärt Buckenlei.

Morgens radeln
macht munter

Gemeinsam mit engagierten Kollegen entwickelte Buckenlei die Aktion. „Als Klimaschule wollen wir nachhaltige Mobilität fördern. Unser Motto lautet bewusst: ‚Wir treten an‘ – nicht nur in die Pedale, sondern auch für ein Anliegen. Mit der Aktion wollten zeigen, dass der Schulweg mit dem Rad für viele gar nicht so aufwendig ist. Nach Prien geht es von den meisten Orten sogar erst einmal bergab.“

Bereits ab 6.10 Uhr machten sich die ersten Gruppen aus den umliegenden Gemeinden auf den Weg. Begleitet von Lehrkräften legten die Jugendlichen von der 5. Klasse bis zur Oberstufe je nach Wohnort Strecken von wenigen hundert Metern bis zu rund 15 Kilometern zurück. Die weiteste Gruppe startete in Höslwang, aus Rimsting beteiligten sich rund 40 Schüler, aus Aschau etwa 20. Unterwegs schlossen sich die einzelnen Gruppen immer wieder zusammen und rollten schließlich als beeindruckende Fahrradkolonne entlang der Bahnstrecke nach Prien. „Diese Dynamik war schon etwas Besonderes. Immer mehr Gruppen trafen unterwegs zusammen und plötzlich waren wir ein riesiger Fahrradzug. Das hat allen unglaublich viel Spaß gemacht“, erzählt Buckenlei.

Gegen 7 Uhr erreichten die Radler gemeinsam den Pausenhof des Ludwig-Thoma-Gymnasiums. Das Bild der vielen Fahrräder, die gleichzeitig durch Prien rollten, zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel besitzt.

Schulleiter Rainer Hoff, der selbst eine Gruppe aus Rimsting begleitet hatte, zeigte sich begeistert von der großen Beteiligung: „Der Rad-Aktionstag mit der Sternfahrt war eine sehr gelungene Aktion, die das Engagement unserer Schulgemeinschaft als Umwelt- und Klimaschule unterstreicht. Ich bin stolz auf die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass wir alle auf deutlich besseren und sichereren Wegen zur Schule radeln könnten. Die verlässliche Sicherheit der Radfahrenden ist auf vielen der genutzten Straßen und Wege leider noch nicht gegeben.“

Zur Stärkung nach der gemeinsamen Fahrt warteten Joghurt, frisches Obst, Granola und Müsliriegel auf die Teilnehmer.

Bessere
Bedingungen schaffen

Auch die Gemeinde Prien sieht in der Aktion ein wichtiges Signal. August Pflugfelder, Radverkehrsbeauftragter des Marktes Prien, betont: „Die Sternfahrt zeigt eindrucksvoll, dass viele Kinder und Jugendliche gerne mit dem Fahrrad im Alltag unterwegs sind, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Genau daran arbeiten wir in Prien gerade. Mit einem ganzheitlichen Radverkehrskonzept wollen wir die Grundlage schaffen, um das Radfahren im Alltag Schritt für Schritt sicherer und attraktiver zu machen.“

Für die Schüler der 7. Klassen ging der Vormittag anschließend mit einem Fahrrad-Sicherheitstraining weiter. Bernd Ramming vom RFV 1893 Prien e.V. vermittelte praktische Tipps für sicheres Verhalten im Straßenverkehr.

Neben der positiven Stimmung nahm Antonia Buckenlei auch wichtige Erkenntnisse aus der Aktion mit. Besonders deutlich wurde, wie wichtig eine gute Infrastruktur und ausreichende Fahrradabstellplätze an Schulen sind. Zudem sei vielen Verkehrsteilnehmern nicht bewusst, dass größere Fahrradgruppen als geschlossener Verband unterwegs sein dürfen und dadurch sicherer fahren können. „Wenn wir wollen, dass mehr Kinder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, brauchen wir die passende Infrastruktur. Wenn wir nicht bei den Kindern anfangen, wo dann? Ohne gute Bedingungen kann ich aber auch alle Eltern verstehen, die ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule bringen. Die Frage ist, ob wir das wirklich wollen“, so Buckenlei

Auch Priens Erster Bürgermeister Andreas Friedrich begrüßt die Initiative: „Es freut mich sehr, dass sich so viele Schülerinnen und Schüler an dieser Aktion beteiligt haben. In den vergangenen Jahren konnten wir bereits wichtige Maßnahmen für den Radverkehr auf den Weg bringen. Hierzu zählen vor allem Verbesserungen im überörtlichen Radverkehrsnetz, zum Beispiel der Ausbau der Weidachstraße und der Osternacher Straße, die Verbreiterung des Geh- und Radweges an der Rimstinger Straße oder ganz aktuell der Bau der Ortsumfahrung Prutdorf. Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen, denn sichere Schulwege und eine gute Radinfrastruktur sind ein Gewinn für alle Menschen hier in unserer Gemeinde, für Einheimische genauso wie für unsere Gäste.“

Ein Dank den

Beteiligten

Die Organisatoren bedanken sich herzlich bei allen Lehrkräften, die die Sternfahrt vorbereitet und begleitet haben, bei den zahlreichen Unterstützern sowie bei allen Schülern, die mit ihrer Teilnahme diese besondere Aktion möglich gemacht haben.

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