Inzell – Mit der Kenntnisnahme des Prüfungsberichts und der Feststellung der Jahresrechnung für das Jahr 2025 hat die jüngste Gemeinderatssitzung in Inzell begonnen. Kämmerin Maria Hardt gab die wichtigen Zahlen des vergangenen Jahres bekannt. Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte vorab die Jahresrechnung geprüft und keinerlei Beanstandungen erhoben. In seinem Prüfungsergebnis empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, die Jahresrechnung 2025 festzustellen und zu billigen.
„Wir haben
nichts zu verbergen“
Zu Beginn sprach Bürgermeister Michael Lorenz der Kämmerin Maria Hardt und dem Rechnungsprüfungsausschuss ein großes Lob für die korrekte Abrechnung aus. „Wir haben nichts zu verbergen und legen alles offen“, so das Gemeindeoberhaupt. Geplant war eigentlich eine höhere Entnahme, doch dies war letztlich nicht notwendig. „Somit haben wir ein gutes Ergebnis erreicht, mit dem wir wirklich zufrieden sein können.“
Die Feststellung der Jahresrechnung ergab im Verwaltungshaushalt Einnahmen in Höhe von 21,5 Millionen Euro. Beim Vermögenshaushalt belaufen sich diese auf 11,27 Millionen Euro. Der Abschluss der Jahresrechnung erfolgte für 2025 mit einem Solldefizit in Höhe von 2,59 Millionen Euro. Dies sind um 1,6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, und der Betrag wurde planmäßig aus Mitteln der allgemeinen Rücklage ausgeglichen.
Für den Verwaltungshaushalt waren zudem Mehreinnahmen mit einem Plus von 380.654 Euro bei den Steuern, den Beiträgen und den Zuweisungen zu verzeichnen. Dazu gehörten Steigerungen beim Fremdenverkehrsbeitrag um 6,84 Prozent, bei den Zuweisungen um 17,25 Prozent und bei den Benutzungsgebühren um 6,53 Prozent. Zudem gab es Minderausgaben im Vergleich zum Planansatz beim sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand (minus 8,35 Prozent) und bei den Personalausgaben (minus 6,67 Prozent). Dies erhöhte die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt um 552.955 Euro.
Beim Vermögenshaushalt, der mit einem Minus von 2,12 Millionen Euro um 18,7 Prozent unter dem Haushaltsplan lag, stammten die Mehreinnahmen aus der Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt. Die Mindereinnahmen ergaben sich aus den Beiträgen zur Erschließung und den Verkaufserlösen für Grundstücke. Die Minderausgaben waren auf Einsparungen im Hoch- und Tiefbau sowie bei der Rücklagenentnahme zurückzuführen.
Die wesentlichen Ausgaben im Jahr 2025 betrafen die energetische Sanierung des Rathauses samt der Umstellung auf Pelletsbetrieb sowie den Umbau im Gebäude, bei dem ein neuer Besprechungsraum geschaffen und das Trauungszimmer verlegt wurde. Ein weiterer großer Posten betraf die Freiwillige Feuerwehr mit der Fördermittelabrechnung für die Schaumpflegeanlage und der Anschaffung der Grundausstattung für das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20). Auch für die Kinder wurde viel getan: In der Grundschule wurden ein Klassensatz Tablets sowie neue Möbel angeschafft. Ins Gewicht fiel zudem der Umzug der Musikschule in die neuen Räume inklusive des gesamten Umbaus und des Erwerbs von Ausstattungsgegenständen. Wie im Jahr 2024 mussten auch 2025 wieder Kosten für den Umzug des Waldkindergartens auf eine gemeindeeigene Fläche und den Erwerb des dazugehörigen Wichtelwagens übernommen werden. An der Max-Aicher-Arena wurde eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach der Turnhalle installiert und das Dach beim Kraftraum und der Technik saniert.
Der Schuldenstand stieg aufgrund der vielen notwendigen Investitionen und Sanierungen zum 31. Dezember 2025 auf 6,4 Millionen Euro. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr dar, denn Ende des Jahres 2024 lag dieser noch bei 4,3 Millionen Euro.
Maxi Bacher vom Rechnungsprüfungsausschuss, der mit dem gesamten Gremium die Jahresrechnung umfangreich geprüft hatte, dankte Maria Hardt für die geleistete Arbeit. „Sie war wieder bestens vorbereitet und hat alles sehr plausibel und nachvollziehbar dargelegt. Man merkt, dass durch ihre Routine die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert. Es war alles sehr detailliert aufgelistet. Wir können stolz sein, Maria Hardt in der Gemeinde zu haben.“ Die Jahresrechnung wurde anschließend offiziell festgestellt.
Bürgermeister Michael Lorenz dankte dem Rechnungsprüfungsausschuss für die aufwendige und sehr fundierte Arbeit. Er zeigte sich mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. „Es war alles super vorbereitet und sehr detailliert. Wir haben viel auf den Weg gebracht und es werden wieder große Projekte kommen. Doch wir sind gut vorbereitet und haben eine gute Strategie entwickelt für die Zukunft. Geld kann man nie genug haben.“
Rückgang der
Gewerbesteuer erwartet
Der Schuldenstand sei, so Lorenz, zwar angestiegen, dennoch habe die Gemeinde gut gewirtschaftet und vieles ermöglichen können. Der Fremdenverkehrsbeitrag sei entgegen dem Planansatz gestiegen, und auch bei den Personalausgaben habe Geld eingespart werden können. Allerdings sei weiterhin mit einem Rückgang der Gewerbesteuer zu rechnen – dies sei ein jahresübergreifender Trend.
Durch die Entlastung brachte der Gemeinderat zum Ausdruck, dass er mit der Abwicklung der Finanzwirtschaft im betreffenden Haushaltsjahr einverstanden ist. Für die Jahresrechnung des Jahres 2025 wurde folglich einstimmig die Entlastung erteilt.