Bernauer Gotteshaus feiert Dreifach-Jubiläum

von Redaktion

Das markante, zeltartige Gotteshaus in Bernau hat gleich drei runde Jahrestage gefeiert. Eine kleine Ausstellung dokumentiert nun die bewegte Geschichte der Heilandskirche von den Anfängen bis zur heutigen Gemeinde.

Bernau – Das außergewöhnliche Gotteshaus wurde vor 70 Jahren geweiht. Im Jahr 1956, am 3. Juni, wurde die evangelisch-lutherische Heilandskirche in der Sommerlandstraße in Bernau feierlich geweiht. Anlässlich dieses Jubiläums hatte Günther Mayer, Vertrauensmann des evangelisch-lutherischen Kirchenvorstands, eine Ausstellung zusammengestellt und hielt einen interessanten Vortrag.

Gebäude im
Wandel der Zeit

Diese Schau präsentierte zum einen die Menschen, die sich bereits viele Jahre zuvor für den Aufbau einer Glaubensgemeinschaft engagiert hatten, und zum anderen die baulichen Veränderungen, die mit dem Anwachsen der christlichen Gemeinschaft einhergingen. Mayer wies darauf hin, dass er diese Ausstellung zusammen mit Stefanie Dierscherl aufgebaut habe.

Um 1900 habe es gerade mal fünf Bürger mit evangelischem Glaubensbekenntnis in Bernau gegeben. Er erinnerte an das Wirken des „Wanderpredigers“ Pfarrer Schott, der aufgrund seiner Tätigkeit nie jeden Sonntag am gleichen Ort die Messe habe lesen können. Dazu sei man in Schulräume ausgewichen, da es auch noch keine evangelischen Kirchen gegeben habe. In Prien sei dann 1923 ein evangelischer Verein gegründet worden, danach in Bernau.

Mayer ging auf die Herausforderungen ein, denn die Kinder und Jugendlichen hätten den Weg von Bernau nach Prien und zurück zu bewältigen gehabt, als ab 1927 dort die evangelische Christuskirche stand. Erst 1941 sei Bernau eine eigenständige Kirchengemeinde geworden, doch man habe erst ein paar Jahre später ein passendes Grundstück für eine Kirche erworben, so Mayer weiter. Er schilderte, wie aufgrund der vielen Flüchtlinge auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die Zahl der Evangelischen am Chiemsee gestiegen sei. 1954 sei dann der Architekt Friedrich von Kotzebue mit den Plänen für den Bau der Kirche beauftragt worden. „Eine Kirche wie ein Zelt“ habe dem Pfarrer Ludwig Gobitz-Pfeifer vorgeschwebt, erinnerte Mayer, und so sei dann 1955 die Grundsteinlegung erfolgt. „1956 war dann die Weihe des Gotteshauses, aber wir waren immer noch nicht eine eigenständige Gemeinde“, führte er aus. „Alles Drum und Dran hat der Bau damals 60.000 Mark gekostet“, es habe aber auch einen Zuschuss von der Kirche gegeben. Allerdings seien die Sammlerinnen des Vereins, allen voran Laura Zeitlmann, sehr fleißig gewesen.

„Eine Kirche
wie ein Zelt“

1966 sei dann die Kirchengemeinde Aschau-Bernau gegründet worden und habe 500 Mitglieder umfasst. Sehr bald sei aber festgestellt worden, dass das frühere Gemeindehaus viel zu klein geworden sei, und 1995 sei es abgebrochen worden. Architekt Peter Schoor habe ein „wunderschönes, lichtes Gemeindehaus“ entworfen, und 1996 wurde dieses eingeweiht. Pfarrerin Sabine Huber, zu diesem Zeitpunkt noch nicht in ihr neues Amt eingeführt, freute sich über „die spannende Geschichte“ ihrer neuen Wirkungsstätte.

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