Fest verwurzelt und offen

von Redaktion

Bei Marquartsteiner Heimatabend an Gründung des Chiemgau Alpenverbandes vor 100 Jahren erinnert

Marquartstein – Es war ein besonderer Heimatabend im Festzelt, der den Blick 100 Jahre zurück richtete – zur Gründung des Chiemgau Alpenverbandes im Juli 1926 beim Hofwirth zur Post in Marquartstein. Der Chiemgau Alpenverband und der Festverein des Trachtenvereins Marquartstein-Piesenhausen erinnerten gemeinsam an dieses historische Ereignis.

Mahnung zur
Offenheit und Toleranz

Die Musikkapelle Marquartstein unter der Leitung von Konrad Müller stimmte die zahlreichen Besucher feierlich auf den Abend ein. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Trachtenvereins Marquartstein-Piesenhausen, Roland Polleichtner, wies die Zweite Vorsitzende des Trachtenverbandes, Lisbeth Tengler, in ihrem Grußwort darauf hin, dass es genau auf den Tag vor 100 Jahren, am 25. Juli 1926, zur Gründung des Chiemgau Alpenverbandes durch neun Vereine aus dem Achen- und Priental im Hofwirth in Marquartstein gekommen war. Anschließend führte Gaumusikwart Andreas Hilger durch das Programm. Er zeichnete die weitere Geschichte des Verbandes nach und verlas einen Leserbrief aus der Gründungszeit.

In seiner Festansprache spannte Bürgermeister Andreas Scheck den Bogen von der Gründung des Verbandes bis in die Gegenwart. Er erinnerte daran, dass die Gründung des Chiemgau Alpenverbandes vor 100 Jahren keineswegs unumstritten gewesen sei. Die Gründer hätten jedoch ausdrücklich betont, dass der neue Verband nicht aus „Eigenbrödelei und kleinlicher Streitsucht“ entstanden sei, sondern mit dem Ziel, „die Trachtenvereine der Chiemgauberge zu sammeln und mit vereinten Kräften an der Erhaltung und Pflege der Chiemgauer Sitte, Art und Tracht zu arbeiten“.

Gleichzeitig mahnte Scheck zu einer kritischen Einordnung der damaligen Zeit. Heimatliebe und Brauchtumspflege seien wertvoll, sagte er, dürften jedoch niemals zur Ausgrenzung anderer führen. „Man kann fest verwurzelt sein und trotzdem offen bleiben“, betonte der Bürgermeister. Ebenso könne man stolz auf die eigene Tradition sein und zugleich andere respektieren.

Den Gedanken des Miteinanders übertrug Scheck auf die Gegenwart. Ein Gaufest könne nur gelingen, wenn viele gemeinsam anpackten – weit über die Trachtenvereine hinaus. Dieses Prinzip gelte ebenso für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Sein Appell lautete deshalb: „Bleiben wir unserer Heimat verbunden. Bleiben wir aber bitte auch immer offen für andere! Und helfen wir zusammen – im Kleinen wie im Großen.“

Vielfältiges
Rahmenprogramm

Der Festabend wurde von eindrucksvollen Darbietungen der Gaugruppe, der Gaujugendgruppe sowie Mitgliedern des Festvereins umrahmt. Ein „staader“ Teil bereicherte den Abend mit den Auftritten der „Diam amoi Muse“ und den „Hacher Dirndln“.

Die Marquartsteiner Alphornbläser verliehen der Veranstaltung mit ihren besonderen Tönen eine feierliche und besinnliche Stimmung. Die Gaugruppe zeigte den Langschottischen und der Festverein Jugend das Mühlradl. Auch der Inzeller Plattler und die weiteren Darbietungen wie Sternpolka, Laubentanz, Maxglaner und Kronentanz erfreuten die Gäste.

Artikel 3 von 11