Förster-Legende Georg Berger geht in Rente

von Redaktion

Waldbegang würdigt 40 Jahre Bergwald-Engagement in Inzell – „Goldstandard“ geschaffen

Inzell – Wie ein klimatauglicher Bergwald aussehen kann, zeigte ein kürzlich durchgeführter Waldbegang bei Adlgaß im Revier Inzell des Forstbetriebs Berchtesgaden. Anlass war die in Kürze bevorstehende Versetzung von Forstamtsrat Georg Berger, Revierförster in Inzell, in den Ruhestand. Während seiner rund 40-jährigen Tätigkeit als Förster im Bergwald der Alpen hat sich Berger konsequent für eine naturgemäße Waldwirtschaft eingesetzt, die sich an natürlichen Waldprozessen orientiert. Sein beharrliches Engagement für den Waldumbau hat in seinem Revier zu sichtbaren Erfolgen geführt.

Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, würdigte Georg Berger als einen der besten Förster Bayerns. „Das, was wir heute im Revier von Georg Berger sehen, ist der Goldstandard unseres Waldbaus im Bergwald“, sagte Müller. Auch Inzells Bürgermeister Michael Lorenz würdigte Berger für seine großen Verdienste um den Bergwald in der Gemeinde. Er sei stolz, einen weitum so bekannten und anerkannten Förster in seiner Gemeinde zu haben.

Bereits im Jahr 2011 wurde Berger mit der KarlGayer-Medaille des Bund Naturschutz ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung werden Persönlichkeiten gewürdigt, die den Grundsatz „Wald vor Wild“ sowie die ökologischen Funktionen des Waldes in besonderer Weise fördern.

Die Exkursion, die auf eine Initiative des Umweltreferenten der Stadt Bad Reichenhall, Michael Nürbauer, und des Wald- und Jagdreferenten des Bund Naturschutz, Dr. Ralf Straußberger, zurückging, stand unter dem Motto „Folgerungen für den Waldumbau im Bergwald im Zeichen des Klimawandels“.

Der Bergwald in den Alpen ist ein Schlüssel für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Er schützt vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag und Muren, speichert Kohlenstoff und bietet Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Der Klimawandel setzt auch dem Bergwald zu, sodass dessen Schutz- und Ökosystemfunktionen langfristig gefährdet sind.

Berger hat den Waldumbau hin zu klimaresilienten Wäldern im Forstbetrieb Berchtesgaden und darüber hinaus wie kaum ein anderer geprägt. Zudem hat er maßgeblich an der Richtlinie für die Waldbewirtschaftung im Hochgebirge der Bayerischen Staatsforsten mitgewirkt.

Auch in der Aus- und Fortbildung engagiert er sich seit vielen Jahren mit großem Einsatz, sodass auch nachfolgende Förstergenerationen von seinem Wissen und seiner Erfahrung profitieren können. Auf die Frage nach dem im Naturschutz ebenfalls nicht unumstrittenen Forststraßenbau erklärte Daniel Müller: „Eine maßvolle Grunderschließung ist notwendig, wenn man den Wald klimafit halten will.“ Dies wurde auch von den Vertretern des Bund Naturschutz bestätigt.

Insgesamt bot der Waldbegang eine ebenso anschauliche wie fachlich fundierte Lehrstunde über die Herausforderungen und Chancen des Bergwaldes im Klimawandel.

Michael Nürbauer brachte die Eindrücke der Teilnehmer treffend auf den Punkt: „Georg Berger und der Forstbetrieb Berchtesgaden haben bewiesen, dass der dringend notwendige Umbau des Bergwaldes mit großem Engagement funktioniert.“

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