Ein Zuhause für traumatisierte Kinder

von Redaktion

7.500 Euro aus der OVB-Stiftung unter der Dachmarke „HeimatLichter“ für die Mattisburg in Gstadt überreicht

Gstadt – Einen Scheck in Höhe von 7.500 Euro überreichten Michaela und Oliver Döser namens der OVB-Stiftung unter der Dachmarke HeimatLichter, gemeinsam mit OVB-Chefreporterin Rosi Gantner, an Johanna Ruoff, Vorstandsvorsitzende und Gründerin der Stiftung „Ein Platz für Kinder“ (epfk). Von Anbeginn hatten sich die OVB-Heimatzeitungen und die OVB-Stiftung mit der Weihnachtsspendenaktion, die seit 2025 unter dem Dach der „HeimatLichter“ firmiert, für das Vorhaben eingesetzt, in Mitterndorf bei Gstadt ein Haus für schwer traumatisierte und vernachlässigte Kinder zwischen vier und elf Jahren aufzubauen. „Jede Unterstützung können wir gut gebrauchen,“ betonte Johanna Ruoff bei der Scheckübergabe in den Räumlichkeiten der Mattisburg. Im Sommer 2023 wurde die Sternstunden-Mattisburg eröffnet, die für Kinder in schwierigen Lebenslagen die Möglichkeit bietet, in einer geschützten Umgebung neue Kraft zu schöpfen. Durch das ganzheitliche Konzept und die Unterstützung eines Teams erfahrener pädagogischer Fachkräfte können die Kinder wieder Vertrauen fassen. Die Mattisburg am Chiemsee bietet Platz für vier Gruppen, in denen zwischen vier und sechs Plätze unter eigener Trägerschaft sind.

Drei weitere Mattisburgen wurden von der Stiftung mit Fördergeldern an den Standorten Hamburg, Halle an der Saale und im Diagnostik- und Therapiezentrum in Hannover etabliert. Sie bieten jeweils einer Gruppe von sechs Kindern Platz und werden von anderen Trägern geführt. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten stellte die Sternstunden-Mattisburg am Chiemsee schließlich das Konzept um und startete mit einem heilpädagogischen Konzept in Absprache mit Jugendamt, Heimaufsicht und den Gemeinden. „Zwei Gruppen in der Mattisburg sind schon voll, im Oktober soll eine dritte Gruppe starten.“

Die Besucher besichtigten die schon mit unkaputtbaren Möbeln ausgestattete dritte Wohneinheit. Langfristig soll, so Ruoff, eine vierte Gruppe dazukommen. „Und wir könnten noch viel mehr aufnehmen“, betont Ruoff. Aber der Platz in der Mattisburg, dem ehemaligen Benediktushof, sei auf vier Gruppen ausgelegt.

„Unser großer Wunsch ist es, eine Schule mit Zeit aufzubauen.“ Doch trotz zahlreicher Gespräche mit den verschiedensten Behörden und Ämtern sind es die fehlenden Lehrerstunden, die es bislang unmöglich machen, eine „Schule mit Zeit“ aufzubauen. Diese Schule soll sowohl internen als auch extern beschulten Kindern den entscheidenden Faktor schenken, der ihnen zuvor verwehrt blieb – Zeit. Zeit, um an Bildung teilzuhaben. Zeit, um Bildung überhaupt zugänglich zu machen. Zeit, um Lernerfolg wieder möglich zu machen. Denn Bildung ist der wichtigste Schutz- und Zukunftsfaktor im Kindesalter – und für diese Kinder oft der erste Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben.

Die Mattisburg-Kinder, die zwischen vier und zehn Jahren alt sind, besuchen den Kindergarten und die Grundschule in Breitbrunn, sowie die Förderschulen in Prien und Traunstein. Es reiche eben nicht aus, die Kinder zu den jeweiligen Schulstandorten zu fahren – es brauche auch eine Schulbegleitung. „Umso schöner wäre es, könnten unsere Kinder hier vor Ort beschult werden.“ Ruoff erwähnte weiter, dass die Mattisburg ohne Spenden viele der für diese Kinder so wirksamen Zusatztherapien wie Reit- oder Musiktherapie nicht finanzieren kann, solange die Mittel fehlen, um die Therapien zu ermöglichen.

Oliver Döser und seine Frau Michaela zeigten sich im Rahmen der Spendenübergabe beeindruckt vom Engagement Johanna Ruoffs: „Toll, was Sie und Ihr Team hier leisten.“ Hinter jeder Stiftung stecke eine Geschichte. Umso mehr sei es „eine Freude, sinnvoll zu stiften“.

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