Anonymer Bürger spendiert Feuerwehr ein Helferfest

von Redaktion

Nach dem Waldbrand über Oberwössen haben die Retter eine Überraschung erlebt. Ein anonymer Bürger hat rund 45 Feuerwehrleute am Freitag, 21. August, in Unterwössen zu einem Helferfest eingeladen. Er bedankte sich damit für den anstrengenden Einsatz.

Unterwössen – Vier Tage lang waren die Feuerwehren beim Waldbrand im schwierigen Berggelände über Oberwössen gefordert. Jetzt dankte ein Bürger der Gemeinde den Aktiven der beiden Wössner Feuerwehren auf ungewöhnliche Weise: Er lud sie zu einem gemeinsamen Helferfest ein und blieb selbst anonym.

Rund 45 Angehörige der Feuerwehren Unterwössen und Oberwössen, darunter auch vereinzelt Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr, genossen am Freitag (21. August) im Bistro am Rathaus das Angebot. Aus Oberwössen waren 21 Feuerwehrleute dabei, darunter alle drei Kommandanten Korbinian Mühlberger, Sebastian Meinecke und Fabian Bauer. Bei den Unterwössnern waren die Kommandanten Michael Klauser und Thomas Mariacher unter den Gästen. Die Vereinsführungen um Stefan Steiner, Oberwössen, und Michael Weikl, Unterwössen, waren ebenfalls vertreten.

Großartiges geleistet im schwierigen Gelände

Hinter der Einladung stand ein Spender aus der Gemeinde. Adelheid Meirer, Ehrenbürgerin der Gemeinde, kennt ihn, sonst niemand. Sie verlas zu seinen Beweggründen an diesem Abend einen Brief des Spenders. Darin würdigte er, dass die Einsatzkräfte „Großartiges geleistet“ hätten. Die Einladung sei sein Dankeschön für ihren Einsatz. Die Feuerwehrleute sollten den Abend miteinander genießen.

Was hinter diesen wenigen Sätzen stand, wussten die Männer und Frauen an den Tischen nur zu gut. Beim Waldbrand über Oberwössen waren rund 30 Feuerwehren aus drei Landkreisen im Einsatz, dazu Bergwacht, Beamte der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, Rettungsdienste und mehrere Löschhubschrauber.

Das Feuer in dem schwer zugänglichen Berggelände hatte zeitweise auch eine Gefahr für den Ort und seine Bewohner dargestellt. Nach rund vier intensiven Tagen war der Brand gelöscht, die Kontrolle und Überwachung des Gebiets dauerte weitere Tage.

Der Vorsitzende des Unterwössner Feuerwehrvereins, Michael Weikl, dankte zu Beginn des Abends in seiner Begrüßung dem Spender. Die Feuerwehrleute hätten sich sehr darüber gefreut, dass „ihre Arbeit auf diese Weise gewürdigt wird“. Ähnlich äußerte sich der Oberwössner Feuerwehrvereinsvorsitzende Stefan Steiner gegenüber unserer Zeitung: Alle hätten sich über die Anerkennung gefreut und den gemeinsamen Abend genossen.

Der Waldbrand ist keineswegs abgehakt. Immer wieder war er Thema an den Tischen. Die Einsatzkräfte denken schon weiter, wie zukünftig mit solchen Ereignissen umgegangen werden kann, welche neue Ausrüstung in solchen Situationen helfen kann.

Derzeit freuen sich beide Wehren über einen erhöhten Spendeneingang – auch aus Dankbarkeit. Diese Spenden werden in solche neue Ausrüstung investiert.

Bürgermeister Johannes Weber sprach von einer „herausragenden Gemeinschaftsleistung“ aller Beteiligten und richtete seinen Dank an die Einsatzkräfte: „Einen herzlichen Dank einem jeden Einzelnen von Euch für seinen persönlichen Einsatz“.

Unterstützung für den
Inklusionsbetrieb

Danach wurde es weniger förmlich. Weber zapfte das Fassbier mit zwei Schlägen an, auf dem Grill lagen mehrere Fleischsorten, Mais und selbst Avocados, dazu gab es Salate und Ofenkartoffeln.

Dass dieser Abend überhaupt im Bistro stattfinden konnte, war nicht selbstverständlich. Der Inklusionsbetrieb hatte zu dieser Zeit Urlaub. Nach Angaben Meirers unterbrachen die benötigten Mitarbeiter dafür ihren Urlaub und kamen eigens zur Arbeit. Der Grillmeister reiste aus Bad Reichenhall an.

So blieb die Unterstützung gleich doppelt im Ort: Ein Bürger aus der Gemeinde finanzierte den Feuerwehrleuten einen Abend als Dank für ihren Einsatz, zugleich kam die Einladung dem örtlichen Inklusionsbetrieb des „Bistro am Rathaus“ zugute. Meirer war gerade dieser Zusammenhang wichtig.

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