Glaubensbotschaft auf 1.300 Metern

von Redaktion

Bei traumhaftem Bergwetter hat die traditionelle Bergmesse auf der Jochbergalm über Unterwössen stattgefunden. Am vergangenen Sonntag lockte die Andacht auf rund 1.300 Metern Höhe zahlreiche Besucher an, die im Anschluss den geselligen Almkirta feierten.

Unterwössen – Rund 100 Wanderer und Mountainbiker feierten am vergangenen Sonntag bei idealem Bergwetter die Bergmesse auf der Jochbergalm über Unterwössen. Pfarrer Klaus Wernberger zelebrierte den Berggottesdienst um 11 Uhr am geschmückten Altar in der Felsformation der Jochbergalm. Im Anschluss ging es in den traditionellen Almkirta um die drei bewirtschafteten Kaser über, die über den gesamten Tag ein beliebtes Ziel für Bergwanderer und Mountainbiker waren.

Sennerinnen richten
Bergmesse aus

Die Jochbergalm liegt auf rund 1.300 Metern auf dem Sattel zwischen dem Hochgern und dem Rechenberg. Von einst zwölf Kasern sind heute noch drei bewirtschaftet; sie gehören zu drei Unterwössner Höfen. Ihre Sennerinnen – derzeit Petra Götschl vom Mesnerkaser, Carmen Kurz-Hörterer vom Unterwidholzkaser und Maria Rieder vom Oberwidholzkaser – richten Bergmesse und Almkirta seit rund 1989 alljährlich aus, sofern das Wetter mitspielt. Heuer passte es: Bei wunderbarem Bergwetter sorgte der stete Wind am Jochberg für angenehme Temperaturen bei guter Sicht. Der Blick der Gottesdienstbesucher ging hinunter ins Achental oder weit hinaus über die Gipfel.

In seiner Predigt nahm Pfarrer Wernberger die Berge zum Ausgangspunkt. „Wenn Berge da sind, weiß ich, dass ich da hinaufgehen kann, mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen“, zitierte der Pfarrer Hubert von Goisern. Was im Tal schwer und belastend erscheine, rücke in der Weite in ein anderes Licht. Solche Gipfelmomente brauche der Mensch auch im Alltag, um Abstand zu gewinnen und die Seele aufatmen zu lassen. Wernberger verwies auf einen Psalm: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen; woher kommt mir Hilfe?“ Diese Frage trage zugleich die Verheißung: Der Mensch ist nicht allein unterwegs.

Die Berge zum
Thema gemacht

Berge spielen eine überragende Rolle – von den zehn Geboten am Berg Sinai über die Bergpredigt bis hin zu den Berggottesdiensten der Neuzeit. Manchem konfessionslosen Bergwanderer gäben die Berge einen Anstoß, sich Altar und Kreuz zu nähern. Pfarrer Wernberger zitierte den Spruch eines Bergkreuzes: „Willst du Gottes Größe sehen, musst du in die Berge gehen. Willst du Gottes Liebe sehen, bleibe hier am Kreuze stehen.“ Zum Abschluss zitierte Wernberger den früheren Innsbrucker Bischof Reinhold Stecher: „Viele Wege führen zu Gott, einer geht über die Berge.“ Genau 60 konsekrierte Hostien hatte der Pfarrer mitgebracht – seien sie aufgebraucht, so seien sie eben aufgebraucht, so Wernberger. Am Ende ging die Zahl auf; jeder, der zur Kommunion ging, bekam eine.

Drei Gruppen gaben der Bergmesse einen wunderbaren musikalischen Rahmen: der Abstreiter Dreigesang, das Ziachduo „Hausbankmusi“ und das Bläserquartett „Fast nur Blech“. Die Lesung trug Regina Zeißl vor, die Fürbitten sprach Sennerin Maria Rieder. Die Kollekte des Gottesdienstes ging wie in jedem Jahr an die Bergwacht Marquartstein.

Mit seinem Schlusssegen segnete Pfarrer Wernberger auch die drei Kreuze, die aus Latschenzweigen, Silberdisteln und Hagebutten gebunden waren. Sie lagen unterhalb des Altars im Hang und finden jetzt ihren Platz im Herrgottswinkel der drei Kaser.

Anschließend ging es in den Almkirta. Die Musikgruppen der Bergmesse spielten an den Kasern fröhlich auf. Die Sennerinnen und ihre Helfer bewirteten ihre Gäste mit Grillfleisch und Kaspressknödeln, mit selbst gebackenen Vinschgerln mit Speck oder Käse, mit Würstln sowie Kaffee und Kuchen. Über den ganzen Tag gab es ein ständiges Kommen und Gehen weiterer Wanderer und Mountainbiker.

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