Traunstein – Es ist ein ruhiges, lauschiges Plätzchen, das Anna und Sahas Subedi da in Traunstein gefunden haben: kein Durchgangsverkehr vor der Tür, dafür den satt-grünen Park, der hinter der Salinenkapelle liegt. Und trotzdem sind sie mit ihrem neuen Café „Mono Mono“ am Karl-Theodor-Platz 19 eigentlich ganz zentral in Traunsteins Innenstadt. „Wir wollten immer schon was Eigenes für unsere Ideen haben“, sagt das Ehepaar beim Besuch von chiemgau24.de.
„Alles selber gemacht –
und das sieht man auch“
Ursprünglich wollten die beiden einen Plattenladen eröffnen. „Die Räumlichkeiten hier haben wir auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden“, lacht Anna (27). Schon die Spuren auf dem alten Holzboden lassen erahnen: Hier wurde früher geschwitzt und gerackert. „Da war mal ein Schreiner drin, dann eine Spenglerei. Und zum Schluss auch ein Laden für Hundefutter.“ Ab April hat man dann mit Freunden und Bekannten angepackt und innerhalb von fünf, sechs Wochen umgebaut. „Alles selber gemacht und das sieht man auch. Nicht jede Fuge sitzt perfekt, aber das ist genau der Charme“, freuen sich die beiden. Und der alte Holzboden blieb selbstverständlich drin.
Aber mit Schallplatten alleine würde sich der Laden nicht tragen, war den Subedis klar. Also haben Anna und Sahas (34) all das „zusammengeworfen“, was sie schon lange ohnehin beruflich machen: Kochen, Catering und Veranstaltungen organisieren. Seit Jahren haben die beiden ihren Wirkungskreis in der Traunsteiner „Festung“ und sich dort auch kennengelernt. Sahas Subedi ist dort seit vier Jahren Küchenchef, Anna war für viele Events und Social Media verantwortlich. Und mit diesem vagen Konzept vor Augen starteten die beiden Ende Juni dann ins „Soft-Opening“, mit unregelmäßigen Öffnungszeiten und einer Ausschankgenehmigung, die nur vorübergehend galt.
Inzwischen hat es sich eingespielt und die beiden haben auch alle Genehmigungen in der Tasche. „Das war gar nicht so einfach. Aber die Stadt hat uns gut unterstützt.“ Auf die Teller kommt im „Mono Mono“ oft Orientalisches wie Baba Ghanoush, Reis-Bowles oder Muhammara. Man legt Wert auf guten Kaffee oder Matcha-Tee. Genauso werden Cocktails gemixt und Traunsteiner Bier steht im Kühlschrank. Freitag und Samstag haben Anna und Sahas von 18 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 10 bis 15 und von 18 bis 22 Uhr und schließlich noch montags von 10 bis 14 Uhr. „Wir merken die Nachfrage beim Mittagessen oder nach Kaffee von Eltern, die mit ihren Kindern am Spielplatz sind. Vielleicht werden wir die Öffnungszeiten auch noch ausbauen.“
Allzu groß ist die neue Anlaufstelle in der Au freilich nicht. Mit Lager und Küche kommt man gerade mal auf 42 Quadratmeter. „Wenn 15 Leute da sind, hat jeder noch gut Platz“, drückt es Anna aus. Bei den bisherigen Veranstaltungen geht es bunt zu im „Mono Mono“. Einen „Art Jam“ gab es schon, bei dem sich die Leute zum Malen oder Kreativ-Sein trafen. Einen „Plant Swap“ – wie Kleidertausch, nur mit Pflanzen. Oder man forderte die Gäste auf, ihre Lieblingsschallplatte mitzubringen. „Gut zehn Leute haben das auch gemacht und eine mitgebracht, die alle gespielt wurden. Es war total harmonisch“, erzählt Anna. Mal schauen, was Anna und ihrem Mann künftig noch so einfällt. „Es soll spannend bleiben“, sagen sie.Xaver Eichstädter