Leserforum

Dichtungund Wahrheit

von Redaktion

Zum Bericht „Fast eine Million Euro mehr Kosten“ (Lokalteil):

Ich traute beim Lesen meinen Augen nicht, wie leichthin erhebliche Mehrkosten bagatellisiert und als unwiderrufliche Realität hingenommen wurden. Dabei sind Hinweise der Gemeinderätin Kind sehr treffend, indem sie einen weiteren finanziellen Nachschlag des Landes anzweifelt, von Verschwendung öffentlicher Gelder spricht und die Verantwortlichen haftend in Anspruch nehmen will. Unser Bürgermeister wählt mal wieder den bequemen Weg, nämlich auf Nicht-Zuständigkeit der beteiligten Büros. Architekten und Ingenieure auf eine lediglich beratende Tätigkeit zu reduzieren, hinterlässt den Eindruck einer eklatanten Unkenntnis über deren Leistungsspektrum und deren Rechte und Pflichten. Angesichts der offenkundigen Versäumnisse bei der Baugrunduntersuchung nicht den verantwortlichen Gutachter zur Rechenschaft zu ziehen, stattdessen auf zusätzliche Fördergelder zu spekulieren und 150.000 Euro Schulden zulasten der Gemeindekasse klaglos hinzunehmen, empört sicherlich nicht nur mich. Leider haben dem Abstimmungsergebnis nach zu urteilen nur wenige Ratsmitglieder das Spielchen von Wunsch und Desinformation durchschaut. Die Kehrseite: Ein juristisches Verfahren auf Schadensersatz würde vermutlich den vorläufigen Baustopp bedeuten und grundsätzlich mit einem Erfolgsrisiko behaftet sein. Was sollten alle daraus lernen: Planung und Bauleitung bei umfänglichen Projekten an kompetente Profis mit allen Verantwortlichkeiten und Leistungsstufen vergeben (auch Planungskosten können förderfähig sein) und somit das Haftungsrisiko dem Auftragnehmer übertragen.

Wedig Pridik

Prien

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