Gelungener Saisonauftakt der Bernauer Volksbühne

von Redaktion

Theaterspieler begeistern ihr Publikum mit bayerischem Lustspiel – Noch zwei Aufführungen von „Oaner spinnt immer“

Bernau – Wenn „oaner spinnt“, dann wird es spannend: Die Bernauer Volksbühne startete erfolgreich in die Theatersaison 2026 mit der Premiere des Stückes „Oaner spinnt immer“. Dieses bayerische Lustspiel in drei Akten stammt von Martin Fischer. Regisseur Gerald Hofmann hat dieses ältere Stück bearbeitet und daraus eine witzige, spritzige und flotte Inszenierung gemacht.

Bürgermeister „Kajetan“ träumt seit seiner Kindheit davon, einmal ein berühmter Dirigent zu werden. Nach einem Autounfall verliert er sein Gedächtnis und dieser Traum scheint für ihn Wirklichkeit zu werden. Dieser Persönlichkeitswandel wird überzeugend von Josef Weingartner gespielt. Seine verzweifelte Ehefrau „Liesl“ wird sehr gut von Marianne Hintler dargestellt. Deren Sohn „Hubert“ – dargestellt von Franz Fischer – und seine Freundin „Moni“ liegen wegen ihrer geplanten Heirat immer wieder mit „Kajetan“ im Clinch. Anna Deingruber als „Moni“ spielt das erste Mal in Bernau. Beide meistern ihre Rollen mit viel Leidenschaft. Robert Weingartner als „Gustl“ – ein alter Spezl von „Kajetan“ – und seine Frau „Therese“ – gespielt von Claudia Schlosser – bilden wieder einmal ein kongeniales Paar. Gestik, Mimik und trockene Sprüche lassen keine Wünsche offen. Eine weitere, spannende Note bringt das Gaunerpärchen „Sigi“ und „Lilli“ in den Verlauf des Stücks. Sie wollen eine Unterschrift unter einen Grundstücksverkauf des Bürgermeisters erschleichen, solange sich dieser noch für den „Herrn von Karajan“ hält und Autogramme gibt.

Sebastian Hilgner als „Sigi“ gelingt der Wechsel von der Rolle des vermeintlich seriösen Geschäftsmannes in die eines zielstrebigen Gauners sehr gut. Die aufreizend angezogene und geschminkte „Lilli“ – dargestellt von Regina Hamberger – ist ein besonderer Blickfang. Sehr gekonnt umschwirrt sie alle männlichen Wesen, mit deren Hilfe sie glaubt, an die Unterschrift auf dem Vertrag zu kommen.

Eine zentrale Rolle spielt Irmi Fischer als „Juli“, eine Hausangestellte beim Bürgermeister. Diese Rolle ist ihr wieder einmal auf den Leib geschneidert. Naiv, geradeheraus und schlitzohrig sorgt sie kontinuierlich für Lacher im Publikum. Ein Höhepunkt ist die Art und Weise, ihre geliebten Spaghetti zu essen. Ihrer Spontanität ist es auch zu verdanken, dass das Gaunerpärchen letztendlich nicht erfolgreich ist.

Ein weiterer kleiner Unfall bringt „Kajetan“ schließlich wieder in die Realität zurück, gerade noch rechtzeitig, bevor er sein Umfeld komplett zur Verzweiflung bringen kann. Er ist aber nicht der Einzige, der in diesem Stück „spinnt“. Das Publikum honorierte die Aufführung mit viel Szenen- und großem Schlussapplaus.

Aufführungen sind noch am Donnerstag, 3. September, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 6. September, um 18 Uhr. Tickets gibt es an der Abendkasse im Kampenwand-Saal ab 19 Uhr beziehungsweise ab 17 Uhr am Sonntag (6. September) oder im Vorverkauf bei der Tourist-Information in Bernau und über www.ticketscharf.de.

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