Ruhpolding – Die Weiße Traun nahe des Golf- und Campingplatzes in Ruhpolding ist zu ihrem Lieblingsplatz geworden. Er, Hauke, hatte ihr, Jenny (beide 53), hier einen Heiratsantrag gemacht. Das war am 8. August 2020, sieben Wochen später gaben sie sich in ihrer Heimat, in Langwedel nahe Bremen, das Jawort und sind seither glücklich verheiratet. Dabei wollten sie ihre Urlaube nie zweimal am gleichen Ort verbringen und Jenny nie nach Ruhpolding kommen. Das hat sich völlig geändert, seit sie erstmals eine Ferienwohnung im Ortner-Hof bezogen haben.
Eigentlich wollte sie
niemals nach Ruhpolding
„Es ist ein Traum hier“, sagen sie unisono. Sie waren 2019 erstmals in Ruhpolding. „Da musste ich Jenny aber schon überreden, sie war es gewohnt, im Süden einen All-inclusive-Urlaub am Strand zu verbringen“, erzählt Hauke Hemann, der im Einkauf und in der Disposition bei einer Traktoren-Ersatzteil-Firma beschäftigt ist. Er kannte Ruhpolding schon, war als Kind mit den Eltern hier. Jenny, bei der Sparkasse in der Baufinanzierung beschäftigt, wollte niemals her, fand aber doch Gefallen und stimmte schließlich zu, als im Jahr darauf wieder gebucht wurde. Und da erkannte Hauke seine Chance. Er führte seine Liebste an die Weiße Traun zum Badeplatz, der nur fünf Gehminuten vom Ortner-Hof entfernt liegt. Und dann überraschte er sie mit den Worten: „Traust du dich an der Traun, willst du meine Frau werden?“ Jenny erinnert sich: „Ich wusste von gar nichts, war völlig überrascht, aber sehr glücklich und sagte natürlich sofort Ja.“ Dann steckte er ihr den Verlobungsring an den Finger. Hinknien konnte sich Hauke allerdings nicht, das war wegen des steinigen Untergrunds nicht möglich, doch Jenny war es völlig egal. Zu dem Zeitpunkt waren die beiden seit zehn Jahren ein Paar und wohnten seit acht Jahren zusammen.
Dabei kennen sich Jenny und Hauke aus der Schule, hatten sich nach dem Abitur aber aus den Augen verloren. Auf einem Ball Jahre später trafen sie sich wieder und fanden zueinander. Es dauerte aber nochmals ein ganzes Jahr, bis sie sich ihre Liebe eingestanden. Ab 2009 wurde alles gemeinsam unternommen, dabei kam Ruhpolding eben auch dazu. Übrigens: Was nach dem Antrag passierte, wissen beide heute nicht mehr genau. Nur so viel: Sie haben es noch am selben Abend Heike Bichler, der Chefin des Ortner-Hofs, erzählt. Gemeinsam wurde dann angeprostet.
Dabei war der Tag völlig verkorkst verlaufen. „Da lief so ziemlich alles schief“, erinnert sich Hauke. Sie seien mit dem E-Bike unterwegs gewesen, bei ihm habe der Akku den Geist aufgegeben. Mühsam habe man schieben müssen von Adelholzen nach Eisenärzt, dann sei man in den Zug nach Ruhpolding eingestiegen.
Am Stachus habe man sich bei einem Glas Wein erholt. Jenny weiß noch: „Es war ein megaheißer Tag.“ Dass es dann noch zur Abkühlung an die Weiße Traun ging, war nur normal. Statt Abkühlung wurde es Jenny aber noch heißer – des Antrags wegen auch verständlich.
Im Ortner-Hof sind die beiden richtig heimisch geworden und gehören fast schon zur Familie Bichler. So durften sie schon im zweiten Jahr mit auf die Röthelmoosalm. Diese liegt etwa neun Kilometer südwestlich vom Ortskern, ist über eine leichte, rund einstündige Wanderung vom Parkplatz Urschlau zu Fuß zu erreichen und gehört zum Ortner-Haus. „Die Chemie hat sofort gepasst, wir sind Freunde geworden“, betont Heike Bichler. Und ihre beiden Kinder, Maxi und Hanni, haben das Paar auch liebgewonnen. Zu viert geht es schon mal zu einer Kletterwand.
Vielfältige
Aktivitäten
Ein Höhepunkt für die Hemanns ist auch immer eine ganztägige Bootsfahrt auf dem Chiemsee. In Prien wird ein Elektroboot gemietet, dann geht es raus auf den See, die Rückkehr erfolgt kurz vor der Dunkelheit. Das Programm ist abwechslungsreich in den Ruhpoldinger Tagen. Es geht nach Salzburg, ins Salzbergwerk nach Berchtesgaden, nach Bad Reichenhall, Traunstein und Rosenheim. Mit dem E-Bike wird die Bergwelt rund um Ruhpolding erkundet, der Rauschberg und der Unternberg waren Ziele.
Weil die Hemanns immer im Sommer kommen, hatten sie die Biathlon-Sause im Winter noch nie live miterlebt. Das hat sich heuer geändert. Weil Gäste abgesagt hatten, war bei Heike Bichler eine Wohnung frei. Sie bot diese den Bremern an. Die schlugen zu und reisten zum Weltcup an. Und sie werden auch da wieder kommen. Ruhpolding hat sie einfach verzaubert.