Mühldorf – Die frühkindliche Bildungslandschaft befindet sich, auch im Landkreis Mühldorf, seit gut einem Jahrzehnt in einem starken Wandlungsprozess. Neue partnerschaftliche Rollenverständnisse und Formen von Lebensgemeinschaften sowie die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen gehen mit Forderungen nach einem quantitativen, aber auch qualitativen Ausbau von Angeboten der familienexternen Kinderbetreuung einher. Zudem verstärken sich im Sinne der Chancengleichheit die Bestrebungen, allen Kindern einen frühen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ausbau der Kindertageseinrichtungen im Landkreis Mühldorf“, Landrat Georg Huber Die Kindertageseinrichtungen im Landkreis Mühldorf sind seit dem Jahr 2011 stark angestiegen. Allein die Krippen in den 31 Städten, Märkten und Gemeinden haben sich im Zeitraum von 2011 bis 2016 verdreifacht, Die Stadt Mühldorf allein baut derzeit ihre vierte Kinderkrippe an der Ahamer Straße. 48 neue Krippenplätze stehen ab 2018 zur Verfügung. Ab dem Jahr 2018 bietet die Stadt Mühldorf in ihren vier Kinderkrippen dann 162 Krippenplätze an, die bis auf einige wenige alle belegt sind. Allein im Landkreis Mühldorf werden nach den bisher vorliegenden Planungen im Jahr 2018 4760 Kinder einen Platz in der Kinderkrippe oder einen Platz im Kindergarten einnehmen. Im Jahr 2014 waren es 3497 Kinder in diesen Einrichtungen. Für Familien, die die Elternbeiträge für die Kindertageseinrichtungen nicht leisten können, übernimmt der Landkreis diese Kosten bei den Kindertageseinrichtungen. Der Landkreis Mühldorf rechnet damit, dass im Jahr 2018 992 Kinder unter diese Reglung fallen werden. Der Landkreis Mühldorf rechnet damit, dass für diese Kosten im Haushalt von rund 993 600 Euro anfallen werden. Im Jahr 2012 waren von dieser Regelung 546 Kinder mit einem Gesamtbetrag von 591 000 Euro betroffen. Im nächsten Jahr steigen die Fallzahlen um 75 Kinder auf 992, davon sind 50 Kinder mit einem Fluchthintergrund. Bei einer durchschnittlichen Buchungszeit von fünf bis sechs Stunden täglich ergeben sich folgende monatlichen Durchschnittswerte für die Elternbeiträge: Kindergärten 104 Euro, Kinderkrippen 158 Euro. Bundesweit lagen diese Beträge bei 98 und 171 Euro. „Unsere neue Krippe kostet rund 2,8 Millionen Euro, das ist viel Geld, doch unsere Kinder sind es mir Wert“, Bürgermeisterin Marianne Zollner Die Zahl der genehmigten Plätze für Kinder in Kindertageseinrichtungen ist im Landkreis innerhalb von fünf Jahren um 837 Plätze angestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 22,5 Prozent in fünf Jahren. Allein die Zahl der unter Dreijährigen hat sich zwischen 2011 und 2016 mehr als verdoppelt. Bei der Gruppe der unter Drei- bis unter Sechsjährigen in Kindertageseinrichtungen hat im Zeitraum 2011 bis 2016 eine Steigerung um 9,5 Prozent stattgefunden. Die Trägerschaft hat sich im Bereich der Kindertageseinrichtungen in den letzten Jahren weder im Landkreis Mühldorf noch in Bayern stark verändert. Den größten Anteil an Trägerschaften auf Landes- und Landkreisebene können die freien Träger verbuchen. Zu diesen zählen auch die kirchlichen Träger. Im Landkreis Mühldorf fällt auf, dass der Anteil der Kindertageseinrichtungen in kommunaler Trägerschaft wesentlich größer ist als im Vergleich zu Bayern. Die Verantwortlichen des Mühldorfer Landratsamtes gehen davon aus, das die Rahmenbedingungen wie Geburtenzuwachs, Familienzuzug als aktuelle Herausforderungen bestehen bleiben werden. Die Versorgung von Kindern aus schutz- und asylsuchenden Familien, wird im Bereich der Kindertageseinrichtungen auch in den nächsten Jahren für eine weitere Zunahme der Bedarfe sorgen. Die vorliegenden Zahlen deuten dabei auf den Hortbereich als neuen Schwerpunkt.