chiemgau

Partnerschaft in den Bergen

von Redaktion

Prien – Einen Traum-Tag bekam die Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins (DAV) am Kirchweihsonntag zu ihrem 125. Geburtstag geschenkt. Zahlreiche Mitglieder und sonstige Bergfreunde fanden sich auf der Terrasse der vereinseigenen Priener Hütte ein, um von dort die schönsten Aussichten zu genießen, auf das lange und reiche Vereinsgeschehen zurückzuschauen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Monika Becht als Wirtin der Priener Hütte und ihr Team sowie Sektionsvorsitzender Josef Buchner hatten bestens vorgesorgt, so dass die Priener auf 1410 Metern Höhe das Jubiläum mit schönsten Rahmenbedingungen feiern konnten. Die Feier begann mit einem Gottesdienst. Priens Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster – selbst seit 60 Jahren Mitglied beim DAV – überreichte dann dem mit gut 3000 Mitgliedern größten Priener Verein eine Spende des Marktes, die für weitere Ausbauten auf der Priener Hütte verwendet werden soll. „In all den 125 Jahren hattet Ihr immer wieder die richtigen Leute zur richtigen Zeit an den wichtigsten Schaltstellen, für Eure Ehrenamtsleistungen meine höchste Anerkennung“, sagte Schuster an die Sektionsmitglieder gewandt. Der Zweite Bürgermeister bezeichnete die Kletterhalle in Bernau und die Priener Hütte auf dem Geigelstein als besonders wertvolle Einrichtungen. Auch Zweiter Bürgermeister Max Pfaffinger von der Gemeinde Aschau lobte die DAV-Sektion Prien. Er sagte: „Die Gemeinde Aschau und die Priener Sektion haben viele gemeinsame Berührungspunkte, allein die über 5000 Übernachtungen sind ein guter Beitrag für den Tourismus im Priental.“ Gemeinsam mit Herbert Reiter, dem Leiter der Tourist-Informationen Aschau und Sachrang, übergab Pfaffinger an die Sektionsvorstandschaft fünf neue „Bergsteigerdörfer-Regenschirme“. Für die Zukunft hoffte Bürgermeister Pfaffinger, dass der Wegebau auch fortan in guter Abstimmung mit dem DAV und mit Wege-Patenschaften gelingen möge. Seit neun Jahren wird die Priener Hütte mit Bieren und Getränken aus dem Hofbräuhaus Traunstein versorgt. Hofbräu-Chef Maximilian Sailer bezeichnete die Berghütten-Belieferung als besondere Herausforderung. „Berge und eine gute Gastronomie, wie wir es hier auf der Priener Hütte vorfinden, sorgen dafür, dass wir das Leben richtig erleben und genießen können“, so Sailer, der als Geschenk an die Wirtsleute und Jubiläumsbesucher eine Sonderabfüllung und Freibier mitbrachte. Lilo Trappmann vom Verein „Lebendiges Sachrang“ lobte die DAV-Sektion Prien für die Mitwirkung an den Veranstaltungen anlässlich des Geigelstein-Jubiläums „25 Jahre Naturschutzgebiet“. Seinen Geschichtsrückblick begann Vorstand Buchner mit den Worten: „Bergbegeisterte Priener fassten am 21. September 1892 den Entschluss, einen Bergverein zu gründen. Bei der ersten Generalversammlung wurde der Priener Photograph Stefan Luger zum Vorsitzenden gewählt.“ Weitere interessante Ereignisse waren 1899 die Aufstellung eines Wetterhäuschens am Priener Marktplatz, 1924 der Baugrunderwerb am Geigelstein, anschließend der Bau der Priener Hütte bis 1930, 1977 ein Erweiterungsbau bei der Priener Hütte, 1998 der Bau der Kletterhalle in Bernau, 1999 die Umsetzung eines neuen Energiekonzeptes – in der Ausrichtung weg vom Diesel und hin zum Rapsöl – auf dem Geigelstein und 2003 der Umbau der Kletterhalle. Das letzte große Ereignis in der 125-jährigen Vereinsgeschichte war die Auszeichnung mit dem Umwelt-Gütesiegel vom Hauptverband des Deutschen Alpenvereins. Wie es im Verein all die Jahre zuging, das berichteten in ihren Rückblicken Ehrenvorsitzender Dr. Fritz Reuther sowie die ehemaligen Vorsitzenden Sepp Feuersteiner, Peter Wegewitz und Paul Röger. Der nunmehrige Vorstand Josef Buchner bezeichnete in seinem persönlichen Rückblick die Aktion „Rettet den Geigelstein“ als besonders wichtig. Bedeutungsvoll für die Zukunft der Sektion und für neue Bergsportformen seien die Möglichkeiten zum Sportklettern in der Bernauer Halle. „Wo geht die Reise hin?“ Die Frage stellte Vorstand Buchner mit Blick auf Klimawandel und Ehrenamt und gab selbst eine Antwort. Er meinte: „Wegebau, Hütte und Halle, überall brauchen wir Partner und Unterstützung, das ist die einzige Chance, wenn wir weiterhin erfolgreich bleiben wollen.“ Als Gratulanten fanden sich auch Vertreter vom DAV-Hauptverband ein. hö

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